Aus dem InhaltVorwort
Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer
Der steirische Seniorenreport
Die zukünftige Bevölkerungsentwicklung in der Steiermark und die Konsequenzen
Steirische Pflegeheime:
Der ältere Mensch und die Mobilität
Trotz Wende am Arbeitsmarkt
Geld ist nicht alles ... Ältere Flüchtlinge leiden besonders Die „ganzheitliche“ Information für Senioren
Institutionen, Initiativen, Ansprechpartner, Telefonnummern
„Altwerden in der Steiermark: Organisierte Nachbarschaftshilfe Orthopädie: Wichtiger Faktor der Altersmedizin Die Pflege älterer Menschen und Hilfe zur Selbsthilfe
Zur Lage älterer Menschen Von der Angst vor dem EURO bis zur mangelnden Nahversorgung ... Dr. Erika Horn – Pionierin der Altenarbeit in der Steiermark Dr. Rosemarie Kurz – Engagierte Verfechterin des Unruhestandes
Wohnen im Alter:
Mag. Michaela Loidl Graz ehrt Ritter von Gadolla, den Retter der Stadt Gotha
20 Jahre Karl Kummer-Institut für Sozialpolitik und Sozialreform in der Steiermark
Weltausstellung 2000 in Hannover
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Der steirische Seniorenreport
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Frau Landeshauptmann Waltraud KlasnicMit allen Generationen eine glückliche Steiermark gestalten
1999, das „Internationale Jahr der älteren Menschen“. Viele Aktivitäten schärften in diesem Jahr unseren Blick für das neue Verständnis des Miteinander der Generationen. Die sich ändernden Rahmenbedingungen – Stichwort Drittes Lebensalter und Themenkreis Hochbetagte – machen ein aktives Herangehen in der gesellschaftlichen und politischen Bewußtseinsbildung notwendig. Das ist der zentrale Anspruch des „Steirischen Seniorenreports“, der nach zweijähriger Denkarbeit im Oktober vorigen Jahres in der Grazer Burg präsentiert wurde. Eindrucksvoll weisen uns die demographischen Daten in eine Zukunft, in der deutlich mehr als ein Drittel der Steirerinnen und Steirer dieses „Dritte Lebensalter“ repräsentieren. Ältere Menschen heute Ganz grundlegend zeichnet sich die Notwendigkeit ab Seniorenpolitik nicht mehr allein mit Sozialpolitik gleichzusetzen. Wir brauchen einen breiten Ansatz der alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens und der politischen Gestaltung miteinbezieht. Der Aspekt des Versorgens ist wichtig - besonders wenn wir uns der Thematik der Hochbetagten und dem Bereich Pflege zuwenden, müssen wir einerseits die Schere zwischen stationärer Behandlung und mobiler (Nach-)Betreuung im Sinn einer optimierten Vernetzung schließen und andererseits bessere Übergänge zwischen den Notwendigkeiten einer Heimbetreuung und dem Bedürfnis nach Geborgenheit und dem Nicht-allein-sein zu Hause schaffen -, aber wir sind darüberhinaus gefordert. Über allem steht die Sinn-Findung und die Gewißheit des Gebraucht-Werdens. Die mentale – und bedauerlicherweise nicht selten auch faktische – Bruchstelle, nicht mehr aktiv im Beruf zu stehen, aber sich aktiv noch einbringen zu wollen, gilt es zu überwinden: Vielfältige Modelle vom Ehrenamt über Senioren-Experten im Wirtschaftsleben, die Oma-Opa-Dienste im sozialen Bereich bis hin zu gleitenden Übergängen zwischen Beruf und Pension weisen den Weg zu zukunftsgestaltenden und generationengerechten Lösungen. Ältere Menschen morgen Abseits der Notwendigkeiten, die schon heute greifen und mehr und mehr ins Rollen gebracht werden, müssen wir unaufschiebbare Fragen der Grundsicherung für die älteren Menschen der kommenden Generation(en) jetzt in Angriff nehmen. Dazu gehört neben der seit einigen Jahren heftig diskutierten „Pensionsreform“ und der Unausweichlichkeit des Wirklichkeit Werdens eines massiven Umbaus der Altersstruktur unserer Gesellschaft – eine Frage, die uns alle angeht, heute schon und morgen umso mehr – die zentrale Forderung der Gerechtigkeit (der Maßnahmen und der Folgen). Wir müssen auf der einen Seite sanfte Übergänge gewährleisten – das ist eine Frage des Vertrauensgrundsatzes – und müssen andererseits gewährleisten alle Gruppen, die einen gerechtfertigten Anspruch an die Gesellschaft stellen, in das System hereinzunehmen. Das gilt insbesondere für die gesetzliche Pensionssicherung – aus eigener Kraft ! – für Frauen. Darüberhinaus wird gerade bei Frauen das ganze Spannungsfeld dieses Themas im Brennpunkt “Beruf und Pflege” deutlich und drängt auf eine gesamtheitliche Lösung. |
Landesrätin Dr. Anna RiederDie älteren Menschen dürfen auf keinen Fall ausgegrenzt werden
Die Lebenserwartung der Menschen hat sich in den vergangenen 100 Jahren beinahe verdoppelt. In seiner Studie „Sozialstruktur der S teiermark 1991“ prognostiziert der Grazer Univ. Prof. Dr. Max Haller einen sprunghaften Anstieg des Seniorenanteils von 20,6% im Jahre 1991 auf 33,5% bis zum Jahr 2031. Das heisst, dass zu diesem Zeitpunkt 350.000 Steirer älter als 60 Jahre sein werden. Wir neigen dazu, die Frage einer alternden Gesellschaft auf - zugegebenermassen wichtige - sozialpolitisch, technische Aspekte wie Sicherung der Pensionen, oder wie schaffen wir die finanziellen, organisatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für den vermehrten Pflegebedarf, zu reduzieren. In diesen Bereichen wurden in den vergangenen Jahren auch wichtige Weichenstellungen vorgenommen. Ich verweise nur auf die bundesweite Einführung des Pflegegeldes oder die Einrichtung der „Integrierten Sozial- und Gesundheitssprengel“ in unserem Bundesland. So wichtig diese Fragen auch sind, greifen sie meiner Ansicht nach doch zu kurz, da sie hauptsächlich von einer zu versorgenden und zu betreuenden älteren Generation ausgehen. Parallel dazu zeigt sich zunehmend die Tendenz ältere Menschen auszuschliessen, sie als Last und nicht als Bereicherung fuer das gesellschaftliche Leben zu sehen. Die laufende Diskussion ueber die Reform unseres Pensionssystems zeigt dies sehr deutlich. Experten entwickeln Modelle fuer eine Anhebung des Pensionsantrittsalters, die der Überpruefung an der gesellschafts- und arbeitsmarktpolitischen Realität überhaupt nicht standhalten. Denn ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden heute schon lange vor diesem Zeitpunkt aus dem Arbeitsmarkt gedrängt. Hier gilt es Rahmenbedingungen zu setzen, die einerseits den Jungen den Zugang zu den Vorteilen der Leistungsgesellschaft ermöglicht, andererseits aber ältere Bevölkerungsgruppen nicht ausgrenzt. Mögliche Massnahmen wären meiner Ansicht nach eine Abflachung der Lohnkurve, ein verbesserter Kündigungsschutz, oder die Förderung von Neueinstellung beziehungsweise Qualifizierungs- und Weiterbildungsmassnahmen fuer ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Aber auch flexiblere Altersgrenzen, arbeitsfreie Jahre, Monate oder Wochen (Alterskarenz) beziehungsweise in anderen Ländern bereits mit Erfolg praktizierte Modelle des „job-sharing“ könnten zu einer |