Aus dem InhaltVorwort
Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer
Der steirische Seniorenreport
Die zukünftige Bevölkerungsentwicklung in der Steiermark und die Konsequenzen
Steirische Pflegeheime:
Der ältere Mensch und die Mobilität
Trotz Wende am Arbeitsmarkt
Geld ist nicht alles ... Ältere Flüchtlinge leiden besonders Die „ganzheitliche“ Information für Senioren
Institutionen, Initiativen, Ansprechpartner, Telefonnummern
„Altwerden in der Steiermark: Organisierte Nachbarschaftshilfe Orthopädie: Wichtiger Faktor der Altersmedizin Die Pflege älterer Menschen und Hilfe zur Selbsthilfe
Zur Lage älterer Menschen Von der Angst vor dem EURO bis zur mangelnden Nahversorgung ... Dr. Erika Horn – Pionierin der Altenarbeit in der Steiermark Dr. Rosemarie Kurz – Engagierte Verfechterin des Unruhestandes
Wohnen im Alter:
Mag. Michaela Loidl Graz ehrt Ritter von Gadolla, den Retter der Stadt Gotha
20 Jahre Karl Kummer-Institut für Sozialpolitik und Sozialreform in der Steiermark
Weltausstellung 2000 in Hannover
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Organisierte NachbarschaftshilfeDr. Claudia Wild vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung an der Akademie der Wissenschaften, Wien, hat im „Seniorenreport“ die Perspektiven einer zweistufigen Studie zur organisierten Nachbarschaftshilfe in Österreich (1996) und in der Steiermark (1998) dargelegt. Dabei geht es um Initiativen von Gemeinden, Pfarren, Wohlfahrtsinstitutionen und unabhängigen Gruppen. Wir bringen einige Auszüge.Ziel der organisierten Nachbarschaftshilfe ist die Schaffung kleinräumiger Unterstützungssysteme, die Angehörigen, wo vorhanden, Beistand leisten und die „Sozialen Dienste“ entlasten sollen. Im Zentrum der Nachbarschaftshilfe stehen Beziehung und Zuwendung und nicht pflegerische Tätigkeiten. Wo Nachbarschaft, das heißt informelle Hilfsbeziehungen noch gegeben sind (Bezirke, Pfarrgemeinden), ist der organisatorische Aufwand für Nachbarschaftshilfe relativ gering; wo Nachbarschaft erst hergestellt werden muss, sind große Schwierigkeiten zu überwinden. Nachbarschaftshilfe baut auf Betreuungs- und Pflegeleistungen von Frauen auf. Die Rekrutierung von HelferInnen gestaltet sich zunehmend schwierig, da die „Ressource Hausfrau“, deren Kinder aus dem Haus sind, knapp wird. Eine Umstellung der Rekrutierungsstrategie, die Männer oder junge Menschen anspricht oder solidarisches Handeln betont, wird nicht praktiziert. Obwohl Nachbarschaftshilfe auf Ehrenamtlichkeit aufbaut, stellen viele Initiativen auf geringfügige finanzielle Abgeltung (Anerkennungsbeiträge) um, da Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit der Hilfsleistung dadurch gestärkt werden. Ehrenamtlichkeit spielt in der Leistungserbringung eine geringere Rolle. Organisierte Nachbarschaftshilfe findet ihre Grenzen bei langfristigen und pflegeintensiven Betreuungsfällen. Zeitintensive oder problematische Betreuungen (Verwirrtheit, Verwahrlosung) führen zu einer Überforderung der LaienhelferInnen. Organisierte Nachbarschaftshilfe kann bestehende professionelle Soziale Dienste sinnvoll ergänzen, sofern es gelingt, Konkurrenzdenken und Ängste abzubauen. Die Langfassung der Studie kann beim Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte RESOWI-Zentrum, Universitätsstraße 15, F/2, 8010 Graz, ( 0316/380 3520, bezogen werden. |