Aus dem InhaltVorwort
Landesamtsdirektor Univ.-Prof. Dr. Gerhart Wielinger
Dr. Benita Ferrero-Waldner
Vizekanzler a. D. Dr. Erhard Busek
Landeshauptmann Waltraud Klasnic
Dr. Wolfgang Streitenberger
Stimmen aus Ost und West
Prof. Kurt Jungwirth
Univ.-Prof. Dr. Gerhart Wielinger
Landesrat DI Herbert Paierl
Mag. Michael Jungwirth
Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer
Hofrätin Dr. Elisabeth Chibidziura
Prof. Kurt Jungwirth
Anerkennung von Günter Verheugen
Univ.-Prof. Dr. Reinhard Rack
Dr. Erhard Busek quergelesen - quergelesen - quergelesen
Dr. Michael Mayer-Rieckh
Dr. Heinz Rabussay
Präsident Ök.-Rat Gerhard Wlodkowski
Dr. Heribert Schwarzbauer
Max Mayr
Willibald Richter
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Multikulti und Monokulti
Kurt Jungwirth 1989 ist der Eiserne Vorhang gefallen. Jahrzehntelang hatte er Europa künstlich in zwei Hälften gespalten. Stalin hatte ihn mit Drahtverhau und Wachttürmen aufgebaut, der Kreml pflegte ihn jahrzehntelang weiter. Stacheldraht und Wachttürme sind verschwunden, der Eiserne Vorhang lebt in unseren Köpfen weiter.Die österreichische Medienszene tut ihr Bestes dazu. Mit ganz wenigen Ausnahmen ist für sie der so genannte Osten tabu. Über Politik und Wirtschaft wird ganz wenig und wenn irgendwie möglich nur negativ berichtet. Interessant ist auch, was sich in dieser Hinsicht in der Berichterstattung über Kultur und Sport tut. Was Kultur anlangt, wird aus Österreich und Deutschland erzählt, vom übrigen Ausland dominiert die anglo-amerikanische Dampfwalze mit ihrer militärisch organisierten Publicity. Während wir jederzeit lesen, hören und sehen, was in London, New York oder Los Angeles los ist, haben wir keine Ahnung, was jenseits des Eisernen Vorhangs passiert. Gibt es eine interessante Ausstellung in Laibach oder Zagreb? Keine Ahnung. Was tut sich in der Budapester Oper? Nullmeldung. Gibt es was Interessantes im tschechischen Film? Blackout. Es wäre schön, wenn das öde bis brutale Filmprogramm in ORF 1 zwischendurch mit Qualität aufgelockert würde. Qualität aus dem Osten? Gibt es nicht. Dieselben, die so gerne multikulti reden, handeln in Wahrheit monokulti. Wir erfahren heute in unseren geschätzten Zeitungen, wie gestern das Match in Mallorca, Bastia oder am Piräus ausgegangen ist. Wir dürfen keinesfalls erfahren, wie man in Prag, Marburg oder Krakau gespielt hat. Wir haben nicht die leiseste Ahnung über Sportereignisse bei den Nachbarn im Osten, aber wir kriegen erfreulicherweise die Resultate der amerikanischen Football- und Eishockeyligen taufrisch ins Haus serviert. Wir haben eben mit dem Fall der Mauer die Angst vor dem Osten gegen die alte Verachtung für die Tschuschen eingetauscht. Osterweiterung für billigen Salamieinkauf ist gestattet. Geistige Osterweiterung, bitte warten.
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