Aus dem Inhalt

Vorwort

a.o. Univ.-Prof. Dr. Helmut Kuzmics
Die Hände in der Hosentasche - die Füße auf dem Tisch

Univ.-Prof. Dr. Peter Schick
Das Strafrecht als Instrument der Konfliktregelung

Univ.-Prof. Dr. Dr. Gerald Schöpfer
Wie bilanziert man die Moral?

Univ.-Prof. Mag. Dr. Rudolf Muhr
Wende(n) und Wendesprache

Max Mayr
Sprücheklopfer betreiben Sprachverwilderung

Mag. Gerhard Winkler
Mobbing am Arbeitsplatz

Wenn die Gewalt regiert. Dokumentarfotos Hainburger Au und Opernballdemonstration

Helga Bernhart
Polytechnische Schule - Mutprobe oder ultimativer Frust?

Dr. Horst Lattinger
Terror in der Schule ...

Franz Küberl
Strategien gegen die Armut

Hans Küng
Ringen um Weltethos

Dr. Andreas Schnider
Ansätze einer Welt- und Wertentwicklung

Univ.-Prof. Dr. Rudolf Egger
Der Airbag als Gummizelle

Kurt Jungwirth
Respekt und Effizienz

Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer
Schlachtfeld Straße

Farbteil
Wer war Raiffeisen? - Erfolge im Tourismus. - "Bad zur Sonne" neu

Univ.-Prof. Dr. Helmut Seel
Gelingt die Erziehung zum besseren Menschen?

Dr. Roland Steidl
Es geht um eine Lebensreform

Landesrat Gerhard Hirschmann über Konturen der neuen Kulturpolitik. Ein Interview

Landeszeughaus auf CD-ROM und Steirische Singwoche auf Schloss St. Martin

Heribert Schwarzbauer
Neues von Kunst und Künstlern

Johannes Koren über Gerhard Moswitzer

Prof. Dr. Peter Teibenbacher
Kulturlandschaft Aflenzer Becken

Max Mayr
Auch Graz feiert Nestroy

Max Mayr
Den Graz-Nörglern ins Stammbuch

Modellgemeinde Markt Hartmannsdorf

Die Mur - Fluss des Jahres 2001

Ein Bach fließt über den Tummelplatz

Die Erhellung der Vergangenheit

Quergelesen

Elisabeth Färber
Zur Grazer "Unterwelt"

Treffpunkt Grazer Künstlerhaus

Gleisdorf und Weiz stehen unter Strom

Es geht um eine Lebensreform

Roland Steidl

Eine der für unser Denken geläufigsten Redensarten ist das Wort: "Geld regiert die Welt." Es scheint eine beinahe selbstverständliche Erkenntnis zu sein, die uns zumeist mit einem resignativen Seufzer über die Lippen geht. Doch stimmt sie überhaupt - diese Erkenntnis?
    Stimmte sie je - stimmt sie heute in der Zeit des technisch-ökonomischen Totalitarismus? Nein, sie stimmt nicht. Ich halte dagegen, dass trotz allem das Thema Beziehungen die Welt regiert, unsere Sehnsucht nach Liebe und geliebtwerden und unser Scheitern, unser Versagen und unser Irren im Kontext Liebe. Und Geld ist nur deshalb so sehr zum scheinbar beherrschenden Thema geworden, weil die Konsummöglichkeiten, die es schafft, Ersatz für erlebte und gelebte Beziehung in einer immer liebloser werdenden Gesellschaft zu bieten versuchen.
    Die Frage, ob wir einen Weg in eine lebenswerte Zukunft finden, wird sich deshalb vor allem in der Familie entscheiden. Oder noch schärfer: sie wird sich primär an der Qualität der Beziehung von Mann und Frau entscheiden. Denn Mann und Frau - das ist das irdische Urgestein, die Urpolarität des menschlichen Beziehungslebens schlechthin. Die Beziehung mit der größten Weite und Tiefe, mit der größtmöglichen Intensität. Kann hier wirklich Begegnung, Verbundenheit, Liebe, Harmonie erwachsen? Wenn ja, so strahlt es positiv aus, allererst auf die Kinder. Wenn nein, ...
    Wir wissen - oder könnten wissen -, dass die Familie in unserer Gesellschaft unter Druck steht, weil sie im Grunde weit gehend überfordert ist. Die Nachteile der technisch-ökonomischen Dynamik werden eindeutig privatisiert; sie gehen zulasten der Familien. Deshalb macht es wenig Sinn, steigende Scheidungsraten zu beklagen. Die höher werdenden Erwartungen an Mobilität, Flexibilität, Professionalität, Selbstverwirklichung, Erziehungsqualität, Lebensqualität - alles sollen Mann und Frau mit ein oder zwei Kindern in zugleich wachsender Isolation bewältigen! Schlicht verrückt!
    Von lebenswerter Zukunft zu sprechen macht deshalb nur Sinn, wenn wir persönlich und gesellschaftlich das Beziehungs- und Spannungsfeld Mann-Frau-Familie engagiert bearbeiten. Engagiert und nicht halbherzig! Es geht nicht um ein paar Steuererleichterungen und Hortplätze mehr. Es geht im Grunde um eine Lebens- und Wertereform in unserer Gesellschaft, die den elementaren Beziehungsfeldern den Platz und die Möglichkeiten einräumt, die sie tatsächlich brauchen.

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in der neuesten Ausgabe der "steirischen berichte".


"steirische berichte" 1-2/2001: Wie gehen wir miteinander um?