Aus dem Inhalt

"geladen": Farbreportagen zu verschiedenen Themen der Landesausstellung in Weiz und Gleisdorf

Vorwort

Was man unbedingt wissen soll

Ein Quantensprung ist gelungen
Interview mit Kulturhofrat Dr. Manfred Glawogger

Enge Zusammenarbeit über Grenzen hinweg.
Interviews mit den Bürgermeistern Helmut Kienreich und Christoph Stark

Univ. Prof. DDr. Gerald Schöpfer
Eine Schau voller Energie

Dr. Robert F. Hausmann
Gestern - heute - morgen...

Ein reiches Angebot
(Ausflüge und Reiseziele)

Gib Biosprit in deinen Tank

Andrea Sailer
Gedanken zum "Spirituellen Weg" in Weiz

Foto-Essay von Prinz Friedrich von und zu Liechtenstein mit Sehenswürdigkeiten aus der Region

Prof. Max Mayr
Popmusik und Blaulicht

Sonja Rinofner-Kreidl
"Science Week" lockte mit Denkraum - Stadtraum

Präsident Prof. Kurt Jungwirth
Joanneum auf neuen Wegen

Helmer & Fellner wandern durch Europa

Intendant Wolfgang Lorenz
Eine Liebeserklärung an Graz

Zur Zukunft der Grazer Kulturpolitik
Interview mit Kulturstadtrat Siegfried Nagl

Grazer Wasserlauf und Murenquete
Interview mit DI Bruno Saurer

quergelesen - quergelesen

Diverse Kulturveranstaltungen

Wartinger-Medaillen verliehen
Junge Steirer erforschen Landesgeschichte

Aviso: Die "steirischen berichte" werden zum Jahresende 50

Graz und Groß St. Florian bieten "Russische Bilder der Ewigkeit"

Prof. Max Mayr
Die Basilika von Mariazell erblüht

Neue Galerie im Schloß Eggenberg
Von Waldmüller bis Schiele

Joanneum auf neuen Wegen

Kurt Jungwirth

Sprache ist verräterisch. Das Wort "museal" wird bei uns noch immer fehlerhaft verwendet. Es bedeutet "veraltet, verstaubt, überholt". Das heißt, dass an uns lange Zeit eine internationale Entwicklung vorübergegangen ist. Es gibt längst viele Beweise dafür, dass Museen, die auf ihre Besucher zugehen und eingehen, sehr viel Publikum finden. Voraussetzung ist, dass sie die Möglichkeit haben und auch nützen, sich den Besuchern interessant und freundlich zu präsentieren.
    Das wusste auch schon Erzherzog Johann, der seiner Zeit weit voraus war. 1811 stiftete er seine Sammlungen den Steirischen Landständen und damit dem Land Steiermark zu immer währendem Eigentum. In der stürmischen Zeit nach der Französischen Revolution und inmitten der Napoleonischen Kriege zeigte sich der 29-jährige Prinz beeinflusst von dem Geist der Aufklärung und den neuen Ideen des Fortschritts, der geistigen und materiellen Entwicklung von Mensch und Staat. Forschung und Fortbildung sollten an dem neuen Institut geschehen, mit den Bürgern und für die Bürger eine Identität des Landes stiften. Durch Bildung und Fleiß sollten sie mehr Mensch sein können. Die Visionen Johanns haben nichts von ihrer Kraft verloren.
    So entstand also das Joanneum. Im Lauf der Zeit hat es Kinder in die Welt gesetzt: die Technische Universität in Graz und die Montanuniversität in Leoben gehen auf die Forschungsstätte Joanneum zurück, die Landesbibliothek ist aus einem Leseverein am Joanneum entstanden, auch das Landesarchiv trägt Keime Erzherzog Johanns in sich.

Unschätzbare Werte

    Das Joanneum hat nicht nur Fertigteile abgestoßen, es ist seinerseits durch Zellteilung gewachsen. So entstand zum Beispiel 1895 die Kunstgewerbeabteilung oder 1941 durch Abtrennung von der Alten Galerie die Neue Galerie. Es wuchsen ihm neue Aufgaben zu: 1892 wurde ihm das Landeszeughaus überantwortet, 1947 das Schloss Eggenberg mit seinen Inhalten, 1913 gründete Viktor von Geramb das Volkskundemuseum. Auch die Abteilungen für Jagdkunde, für Volkskunde in den Schlössern Trautenfels und Stainz oder das Bild- und Tonarchiv sind Gründungen des 20. Jahrhunderts. Heute umfasst das Joanneum 17 Sammlungen, die unschätzbare Werte darstellen. Es hat ausgezeichnete wissenschaftliche Mitarbeiter. Nur so ist es zu erklären, dass 1983 der Europarat das Joanneum als einziges von 62 Bewerbern "für seinen außerordentlichen Beitrag zum Verständnis europäischen Kulturerbes" zum "Europäischen Museum des Jahres" proklamierte.

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in der neuesten Ausgabe der "steirischen berichte".


"steirische berichte" 3/2001: energie geladen