Aus dem Inhalt
"geladen": Farbreportagen zu verschiedenen Themen der Landesausstellung in Weiz und Gleisdorf
Vorwort
Was man unbedingt wissen soll
Ein Quantensprung ist gelungen Interview mit Kulturhofrat Dr. Manfred Glawogger
Enge Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Interviews mit den Bürgermeistern Helmut Kienreich und Christoph Stark
Univ. Prof. DDr. Gerald Schöpfer Eine Schau voller Energie
Dr. Robert F. Hausmann Gestern - heute - morgen...
Ein reiches Angebot (Ausflüge und Reiseziele)
Gib Biosprit in deinen Tank
Andrea Sailer Gedanken zum "Spirituellen Weg" in Weiz
Foto-Essay von Prinz Friedrich von und zu Liechtenstein mit Sehenswürdigkeiten aus der Region
Prof. Max Mayr Popmusik und Blaulicht
Sonja Rinofner-Kreidl "Science Week" lockte mit Denkraum - Stadtraum
Präsident Prof. Kurt Jungwirth Joanneum auf neuen Wegen
Helmer & Fellner wandern durch Europa
Intendant Wolfgang Lorenz Eine Liebeserklärung an Graz
Zur Zukunft der Grazer Kulturpolitik Interview mit Kulturstadtrat Siegfried Nagl
Grazer Wasserlauf und Murenquete Interview mit DI Bruno Saurer
quergelesen - quergelesen
Diverse Kulturveranstaltungen
Wartinger-Medaillen verliehen Junge Steirer erforschen Landesgeschichte
Aviso: Die "steirischen berichte" werden zum Jahresende 50
Graz und Groß St. Florian bieten "Russische Bilder der Ewigkeit"
Prof. Max Mayr Die Basilika von Mariazell erblüht
Neue Galerie im Schloß Eggenberg Von Waldmüller bis Schiele
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Eine Liebeserklärung an Graz
Wolfgang Lorenz
Die Stimmung der späten Achtziger und der frühen Neunziger war miserabel, kulturell wellentalmäßig. Irgendwie muss es dann allen gereicht haben und so kam Mitte der Neunziger frischer Wind auf. Der Lauf der Welt rundum tat sich Übriges, mehr und mehr begriffen die Grazer Graz als einen Ort, der ihnen ohnedies alle Lebensmittel bot, ja vielleicht sogar Überlebensmittel in der Umweltschlacht. Ein neues Selbstvertrauen, ein neues Selbstwertgefühl kam auf. Man begann zu begreifen, dass das meiste, was in Graz passierte oder eben nicht passierte, woanders ähnliche Gänge ging.
Graz war gar nicht so einmalig, außer einmalig schön natürlich. Ein Lob dem Fernsehen, das in Satellitenschüsseln den Weltsalat zur vergleichenden Verkostung reichte. Dies alles führte irgendwann zu einem so gänzlich unerwarteten wie kräftigen Ruck, den sich Graz gab. Der deprimierte Blick hob sich vom Boden zum Horizont - und siehe da, man fand sich mitten in Europa wieder. Und Europa schaute zurück. Der Blickkontakt mit der Welt war wieder hergestellt.
In diese Aufbruchstimmung hinein brachte man just die eher als Feind vermutete Wiener Bundesregierung dazu, wenigstens in Brüssel für Graz zu sein. So geschehen 1998, als es dort selbst um den Titel "Kulturhauptstadt Europas" für 2003 zu kämpfen galt. Prima Grazer, prima Wiener.
Und dann gings Schlag auf Schlag: Aufnahme in das Weltkulturerbe, Stadt der Menschenrechte, Umweltstadt und Autocluster. Dazu der Neubau der Synagoge, die Errichtung einer längst überfälligen Stadthalle, der kühne Dom im Berg mitsamt seinem Lichtcampanile, der Ausbau des legendären Forum Stadtpark, die Gründung eines Literaturhauses, die schöne Aussicht auf ein Kindermuseum, ein Haus für die Jugendkultur, neuer Bahnhof, neuer Hauptplatz, neue Stadtbeleuchtung - und, ja und, das wichtigste Zeichen für die Neubesinnung: das Ende eines mehr als zwei Jahrzehnte verschwendenden Kampfes um ein Kunsthaus. Weißer Rauch über Graz (Verwechslung mit Smog ausgeschlossen).
Das alles ist in den letzten Jahren geglückt - Graz hat sich selbst wieder angenommen, ist auf sich selbst neugierig, räumt sich jede Chance auf eine Zukunft im zukünftigen Europa ein.
Dies ist kein Beitrag zum immer währenden Grazer Wahlkampf, sondern die rein sachliche Feststellung eines Grazverliebten.
Auszüge aus dem Beitrag "Wege nach Graz 2003" im PROGRAMMBUCH 2
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