Aus dem Inhalt

Vorwort

Univ.-Prof. Dr. Walter Pieringer
Vom Sammler zum Jäger

Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer
Das Sammeln

Gesammelte Einsichten:
Sammler berichten über ihre Leidenschaft

Dr. Odo Burböck
Sammeln als Profession

Hermann Härtel: Das Volksliedwerk hat sich ...

Dr. Heribert Schwarzbauer
Steirische Bildnisse: Sepp Steurer

Dr. Heribert Schwarzbauer
Der gute Geist aus Taiwan: Lin Wen Teh

Prof. Max Mayr
Prof. Franz Weiß: Der Heiligen- und Blumenmaler

quergelesen

Das Sammeln

Unfrisierte Impressionen eines Sozialhistoriker

Gerald Schöpfer

Sammeln = "Zerstreutes von gleicher oder ähnlicher Beschaffenheit am selben Ort zusammentragen"

Noah
Die Bibel würdigt Noah als einen der ersten systematischen Sammler; Er sammelte alle Tierarten, um sie der Nachwelt zu erhalten.
Wer waren die ersten Sammler? Eine Antwort aus der Bibel

    Als allererste Sammler kommen bereits Adam und Eva in Betracht: Immerhin brauchten sie nicht zu arbeiten, sondern sie sammelten einfach, was die überreiche Natur des Paradieses anzubieten hatte. Doch auf den Apfel hätte Eva besser verzichten sollen.
    Wem dieser Hinweis auf erste Sammeltätigkeiten als zu seicht erscheint, der sollte sich hingegen für Noah als den ersten "echten" Sammler entscheiden: Angesichts der nahenden Sintflut sammelte er von jeder Tierart ein weibliches und ein männliches Exemplar und brachte diese durch seine Arche in Sicherheit vor den Wassermassen, die alles zu ertränken drohten.
    Als Sammler gelang es ihm dadurch, sämtliche Tierarten für die Nachwelt zu erhalten. Er zählt damit zu den edelsten Typen von Sammlern, nämlich zu denjenigen, die sammeln, um vor dem Untergang zu retten.
    Voraussetzung für diese Sammeltätigkeit war allerdings, dass zuvor Adam allen Tieren Namen gegeben hatte ? und somit hatte er die wichtige Aufgabe der Klassifizierung vorgenommen, ohne das Sammeln eigentlich keinen richtigen Sinn macht.

Eine Antwort aus der Wirtschaftsgeschichte

    Das Sammeln gehört seit jeher zur menschlichen Kultur und zu den zentralen humanen Tätigkeiten.
    Für die ältere Wirtschaftsgeschichte ist die "neolithische Revolution" von größter Bedeutung. Damit begann die Menschheit das Stadium der reinen "Sammler und Jäger" zu verlassen und befasste sich mit der bewussten Pflege der Produktionsmittel. So war der Aufstieg zu einer neuen Konsumkultur vorgezeichnet; denn man gab sich nicht mehr mit dem zufrieden, was die Natur von sich aus anbot, sondern begann selbst durch Ackerbau und Viehzucht zu produzieren.
    Doch das Sammeln blieb weiter ein Charakteristikum menschlicher Aktivität. Der "homo collektor" ist so alt wie die Menschheitsgeschichte.
    Die Beweggründe für das Sammeln sind genauso vielseitig wie die begehrten Gegenstände der Sammelleidenschaft.
    Frühe Sammlungen entstanden aus dem Totenkult. Es wurde in vielen Kulturen den Toten für ihre imaginären Bedürfnisse im Jenseits eine Sammlung von verschiedenen Gegenständen, wie Gefäßen, Waffen, Kleidung in das Grab mitgegeben.

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in der neuesten Ausgabe der "steirischen berichte".


"steirische berichte" 4/2001: Sammeln: eine Leidenschaft, die Freud' und Leiden schafft