Aus dem Inhalt

Vorwort

Univ.-Prof. Dr. Walter Pieringer
Vom Sammler zum Jäger

Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer
Das Sammeln

Gesammelte Einsichten:
Sammler berichten über ihre Leidenschaft

Dr. Odo Burböck
Sammeln als Profession

Hermann Härtel: Das Volksliedwerk hat sich ...

Dr. Heribert Schwarzbauer
Steirische Bildnisse: Sepp Steurer

Dr. Heribert Schwarzbauer
Der gute Geist aus Taiwan: Lin Wen Teh

Prof. Max Mayr
Prof. Franz Weiß: Der Heiligen- und Blumenmaler

quergelesen

Gesammelte Einsichten: Sammler berichten über ihre Leidenschaft

Die "steirischen berichte" befragten einige Sammler aus dem Bereich Kunst und Kultur nach dem Reiz des Sammelns und nach ihren größten Sammelerfolgen.
Sie finden in der Folge die Antworten des Graz-Historikers Univ.-Prof. Dr. Karl A. Kubinsky, des Kunstsammlers und Baumarkt-Multis Karlheinz Essl, des Publizisten und Sammlers Dr. Heribert Schwarzbauer (*) und des Schriftstellers und Wirtschaftskammer-Pressereferenten a.D. Dr. Johannes Koren (*).
1. Worin besteht für Sie der besondere Reiz des Sammelns? 2. Was war Ihr größter Sammelerfolg? Auf welches Stück Ihrer Sammlung sind Sie besonders stolz?
Archiv
Blick ins Kubinzky-Archiv.
Karl A. Kubinzky     Sammeln ist - wie Jagen - eine Herausforderung, der man sich leidenschaftlich stellt. Die Befriedigung, der immer eine neue Herausforderung folgt, braucht Ausdauer, spezielles Wissen, besondere Kontakte, den Aufwand des Suchens, Bestimmens, Ordnens, Bearbeitens, genügend Raum und meist viel Geld. Wenn das kein Anreiz ist? Um hier ein Stück (unangebrachter) Magie ins Spiel zu bringen: Da Abbildungen irgendwie den Geist ihres Inhalts darstellen, bin ich auch irgendwie Besitzer aller dieser wertvollen Inhalte, die meine Bilder zeigen. Diesem kühnen Machtrausch steht leider die kühle Realität entgegen. Meine Sammlung schwankt am schmalen Saum zwischen Ordnung und Chaos.     Vor Jahren wurde an Unbekannt im Wiener Dorotheum ein mich interessierendes Bild versteigert. Durch detektivische Nachforschung konnte ich wenigstens zu einer Kopie jenes Bildes kommen. Ich freue mich besonders über jene meiner rund 60.000 Grazbilder, meist sind es Ansichtskarten und Fotos, die als exklusive Einzelstücke Architektur und Ereignisse dokumentieren. So liegt in meinen Schachteln und Kästchen Alt? und Neugraz zu meiner Disposition. Besonders stolz bin ich auf einige tausend Luftbilder, die ich vom Heißluftballon aus aufgenommen habe.
Karlheinz Essl     Sammeln ist für mich nur im Zusammenhang mit Kunst relevant. Der besondere Reiz liegt darin, sich in Form von künstlerischen Darstellungen mit den Fragen der Zeit kritisch und kreativ auseinander zu setzen.
    Auch in der Kunst geht es um jene Fragen, mit denen sich moderne und zukunftsorientierte Unternehmen befassen müssen. Die künstlerische Betrachtungsweise zeigt oft neue Wege und Perspektiven auf.
    Kunstwerke können durch die ihnen immanente Kraft den menschlichen Geist inspirieren und innovative Ressourcen freisetzen. Dies ist ein wichtiger Faktor sowohl für die Gesellschaft im Allgemeinen als auch für die Qualität der persönlichen Lebensgestaltung.
    Dies lässt sich nicht direkt und auf einzelne Werke bezogen sagen.
    Unsere Sammlung ist kontinuierlich gewachsen, aus kleinen Anfängen ist eine der wichtigsten Sammlungen für moderne Kunst entstanden. Die Errichtung des Kunsthauses und der nachhaltige Erfolg, der sich durch das große Interesse kunstbegeisterter Menschen manifestiert, sind das Resultat einer konsequenten und ambitionierten Auseinandersetzung mit Kunst. Besondere Beachtung legen wir auf die österreichische Kunst, die wir in einen internationalen Kontext zu stellen versuchen, um die Qualität der Künstler unseres Landes zu verdeutlichen.

Karikatur
Des einen (Sammlers)Freud' ist des anderen Leid ...
Karikatur: Gottfried Pils

(*) Die vollständige Fassung dieses Interviews finden Sie in der neuesten Ausgabe der "steirischen berichte".


"steirische berichte" 4/2001: Sammeln: eine Leidenschaft, die Freud' und Leiden schafft