Aus dem Inhalt

Vorwort

Univ.-Prof. Dr. Walter Pieringer
Vom Sammler zum Jäger

Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer
Das Sammeln

Gesammelte Einsichten:
Sammler berichten über ihre Leidenschaft

Dr. Odo Burböck
Sammeln als Profession

Hermann Härtel: Das Volksliedwerk hat sich ...

Dr. Heribert Schwarzbauer
Steirische Bildnisse: Sepp Steurer

Dr. Heribert Schwarzbauer
Der gute Geist aus Taiwan: Lin Wen Teh

Prof. Max Mayr
Prof. Franz Weiß: Der Heiligen- und Blumenmaler

quergelesen

Hermann Härtel

Das Volksliedwerk hat sich als Speicherplatz und kultureller Motor bewährt.

Volkslieder leben vom Gedächtnis ...

    Volksliedarchive sind nur Sammlungen von Sammlungen, denn der eigentliche Speicherplatz befindet sich im Menschen selbst. Ja, diese stets abrufbereite Sammlung befindet sich nicht in der Vorzimmervitrine, auch nicht in der Kommodenlade der guten Stube und nicht im Museumsquartier. Nein - sie befindet sich in uns.

Vom Liedersammeln im eigenen Kopf

    Da erinnern wir uns zuerst der Kinderlieder und Schullieder "Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt ..." und an jene, die wir pausenlos im Radio gehört haben "Drei weiße Birken in meiner Heimat stehn ..." bis hin zu den Schlagern "Jimmy Brown, das war ein Seeman ..." und den Liedern aus unserer Zeit in Chorgemeinschaften "Diandl, mirk da den Bam, wo ma zsåmmkemman san ...". Wenn lange Zeit nicht gesungen wird, bleibt nur mehr die Melodie im Kopf und ein paar Fragmente vom Text. Wenn wir Lieder hingegen in alle unsere Festivitäten und geselligen Anlässe miteinbeziehen, wenn wir sie sozusagen gebrauchen und jede gesellige Gelegenheit auch besingen, dann schaut es anders aus - wir haben sie intus und stets auf den Lippen: Das "Schau, schau wia 's regnan tuat ..." ebenso wie das Lied "Von da Kapplerålm, då håb is åbigschossn ..." und "Übern Laurenziberg". Es sind die Standards der kleinen Unterhaltung, die zur rechten Stunde - eins nach dem anderen - abgerufen werden. Lieder sind eigentlich das Schönste, was man im Kopf haben kann. Und es sind nicht wenige Menschen, die diesen Liedbesitz in sich tragen und auf eine Gelegenheit warten, wieder einmal klingen zu dürfen.

Die große steirische Volksliedsammlung

    Das Steirische Volksliedarchiv besitzt die in Österreich wertvollste Sammlung auf dem Gebiet des Volksliedes, der Volksmusik und Volkspoesie. Ein Großteil der etwa 40.000 Belege stammt aus der fruchtbaren Forschungszeit vor 1900 und unmittelbar danach. Es waren viele Sammler beteiligt - Lehrer, Wissenschafter, Liebhaber und Chormeister, die diesen Liederschatz zusammengetragen haben. Einerseits in Form von einzelnen handschriftlichen Aufzeichnungen, eingesandten Berichten und andererseits in kompletten Musikanten- und Liederbüchern. Dazu gehört aber auch ein reichhaltiges Archiv der Tonaufzeichnungen, beginnend mit der Wachswalze, die später von der Schellack, Schallplatte, dem Tonband und der Kassette abgelöst wurden. Es war ein langer Weg bis zur heutigen digitalen Aufzeichnung.

Das Steirische Volksliedwerk finden Sie in der Herdergasse 3, 8010 Graz, Tel.: 0043 (0)316 877-2660, Fax: 0043 (0)316 877-4388, und im Internet: www.steirisches-volksliedwerk.at

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in der neuesten Ausgabe der "steirischen berichte".


"steirische berichte" 4/2001: Sammeln: eine Leidenschaft, die Freud' und Leiden schafft