Aus dem Inhalt

Vorwort

Univ.-Prof. Dr. Walter Pieringer
Vom Sammler zum Jäger

Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer
Das Sammeln

Gesammelte Einsichten:
Sammler berichten über ihre Leidenschaft

Dr. Odo Burböck
Sammeln als Profession

Hermann Härtel: Das Volksliedwerk hat sich ...

Dr. Heribert Schwarzbauer
Steirische Bildnisse: Sepp Steurer

Dr. Heribert Schwarzbauer
Der gute Geist aus Taiwan: Lin Wen Teh

Prof. Max Mayr
Prof. Franz Weiß: Der Heiligen- und Blumenmaler

quergelesen

Der gute Geist aus Taiwan: Lin Wen Teh

Heribert Schwarzbauer

Lin Wen Teh
Lin Wen Teh vor einer Skulptur in der Galerie "Centrum", die sich über seinem China-Restaurant ASIA in der Grazer Färbergasse 7 befindet.
Das Altstadthaus Nr. 7 in der Grazer Färbergasse präsentiert sich nur auf den ersten Blick als ein China-Restaurant "ASIA" - bei näherer Betrachtung verraten jedoch die Fenster im Obergeschoß, dass sich dahinter eine GALERIE befindet, über deren Veranstaltungen ein Schaukasten neben dem Haustor Auskunft gibt. Hinter dieser nicht alltäglichen Symbiose von Kunst und Gastronomie steht ein Mann, der in beiden Bereichen zu Hause ist: der am 10. Jänner 1947 in Tei Chong auf Taiwan, der vormaligen Insel Formosa, geborene Lin Wen Teh (wobei "Lin" der Familienname ist). Nachdem er schon als Bub privaten Malunterricht erhalten hatte, absolvierte er 1968 die Staatliche Kunstakademie in der Hauptstadt Taipeh, erhielt 1970 den Staatspreis für Bildhauerei und studierte schließlich von 1972 bis 1974 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, wo vor allem der - bereits legendäre - Fritz Wotruba sein Lehrer war. Dann gab es eine längere Unterbrechung der künstlerischen Tätigkeit durch die Übersiedlung nach Graz und Eröffnung des Restaurants 1977, aber zu guter Letzt kam - gleichsam durch eine Hintertür - auch die Kunst wieder zu ihren Rechten: Eine Gruppe bildender Künstler, die sich bei Kursen an der Volkshochschule kennen gelernt hatten, begann sich im "Atelier Yin Yang" zu wöchentlichen Zeichen- und Malabenden zu treffen - naturgemäß mit Lin Wen Teh als gutem Geist im Hintergrund, der für die freundschaftlichen Rahmenbedingungen sorgte. Dieses "Atelier Yin Yang" wurde am 7. Juli 1992 offiziell in jenen "Verein für bildende Kunst" umgewandelt, dessen 30 Mitglieder sich bereits vor Weihnachten 1992 mit einer ersten Gemeinschaftsschau der Öffentlichkeit stellten. Einzelausstellungen hatten fallweise schon seit 1989 stattgefunden, wobei immer jene Offenheit praktiziert wurde, die dann auch satzungsgemäß auf der Unabhängigkeit von Geschlecht, Nationalität, Rasse und Beruf beruhte und bei den Mitgliedern somit eigentlich nur Talent und Ambition voraussetzte.
    Wie bei jedem Kunstverein, gab und gibt es natürlich auch bei Yin Yang immer wieder Fluktuationen, doch blieb der "harte Kern" mit Gründungsobmann Willibald Gallé, Gerhard "Gege" Stiegler, Elisabeth Schwarzbauer, Bea Zaunschirm und Igi Zacek ebenso intakt wie etwa das Engagement von Hans Jörg Fürpass, Stefanie Hala, Karl Klingenbrunner, Helga Lackner, Ingrid Pototschnik, Engelbert Rieger, Erwin Schwentner - und natürlich auch Lin Wen Teh - für die gemeinsame Kulturarbeit. Zu Weihnachten 1995 konnte der Verein mit 50 Mitgliedern und zwei Dutzend Ausstellungen auf drei gute Jahre im Zeichen unvoreingenommener Kontaktfreude zurückblicken und 2002 wird das 10-Jahres-Jubiläum gewiss eine nicht minder erfreuliche Bilanz erbringen können.

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in der neuesten Ausgabe der "steirischen berichte".


"steirische berichte" 4/2001: Sammeln: eine Leidenschaft, die Freud' und Leiden schafft