Aus dem Inhalt

Vorwort

Univ.-Prof. Dr. Walter Pieringer
Vom Sammler zum Jäger

Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer
Das Sammeln

Gesammelte Einsichten:
Sammler berichten über ihre Leidenschaft

Dr. Odo Burböck
Sammeln als Profession

Hermann Härtel: Das Volksliedwerk hat sich ...

Dr. Heribert Schwarzbauer
Steirische Bildnisse: Sepp Steurer

Dr. Heribert Schwarzbauer
Der gute Geist aus Taiwan: Lin Wen Teh

Prof. Max Mayr
Prof. Franz Weiß: Der Heiligen- und Blumenmaler

quergelesen

quergelesen

Egon Kapellari
"Aber Bleibendes schaffen die Dichter"

Gedanken für den Tag
Josef Bruckmoser
Johann Weber. Kirche auf den Spuren des Konzils
Gerald Schöpfer - Gerlinde Stessel (Hg.)
Verwirrung als gesellschaftliche Herausforderung.
    Religion und Kunst sind miteinander verwandt. Kunst und Kirche gehören also in eine Familie. In einer Familie gibt es Nähe und Ferne. Kunstnähe ist für Kirche gut. Es kann dabei zwar zu unangenehmen Berührungen kommen, aber oft ist das Verständnis von Mensch und Welt über Kunst und Künstler leichter, direkter zu erreichen als über gelehrte Abhandlungen. In jedem Fall ist die Präsenz des Priesters in der Welt der Kunst für beide Seiten wünschenswert, für Priester und für Künstler.
    Egon Kapellari, Bischof von Graz-Seckau, ist ein feinsinniger Kunstkenner. Sein sensibles Interesse für Literatur hat dazu geführt, dass er vom ORF von Zeit zu Zeit eingeladen ist, Gedanken für den Tag zu sprechen. Das sind jene drei Minuten vor sieben Uhr Früh im ersten Hörfunkprogramm - einem der Lichtblicke des ORF. Drei Minuten, zu denen Ansage und Absage zählen, sind nicht viel im Vergleich zu ganzen Sendestunden, die anderswo für seichten Schwachsinn verwendet werden, aber man muss froh sein, wenigstens sie zu kriegen in einer Zeit der unsinnigen Jagd nach Quoten.
    Um es in trockenen Zahlen zu sagen: Das Buch enthält 80 Texte von 19 deutsch-sprachigen Autorinnen und Autoren, toten und lebenden, bekannten und fast unbekannten, bekennenden Christen und anderen. Jeder und jede wird mit einer Kürzestbiographie vorgestellt. Dann kommt Kapellari und flicht rund um eine schmale Textstelle seinen Gedankengang. Da ist auf der einen Seite die Diagnose. Von dürftiger Zeit ist die Rede, von der schon Heidegger sprach, in welcher Leben wie Sterben unerträglich banalisiert wird. Da sind Spuren der Leere und Öde des entgötterten Nihilismus. Mit Marie Luise Kaschnitz "steht noch dahin", ob wir davonkommen ohne gefoltert zu werden, ob wir eines natürlichen Todes sterben, ob wir nicht wieder hungern, die Abfalleimer nach Kartoffelschalen durchsuchen ... steht alles noch dahin.
    Aber da heißt es eben auf der anderen Seite mit der nach Ägypten fliehenden Maria bei Konrad Weiß "Kummerlos steht die im Hoffen unerschrockne Rose offen" und es öffnet sich mit den Worten des Autors immer wieder der Himmel über aller Dunkelheit des Daseins.
    Das ist ein Buch, das sich in hastiger Zeit in kleinen Dosen lesen lässt. Ein Buch ohne Pathos, ohne belehrenden Zeigefinger, ein einfühlsames und weises Buch. Ein kostbares Buch. (Styria Verlag)

Kurt Jungwirth
    Die Aufgabe des Bischofs Johann Weber war sicher nicht immer leicht. Er zeigte stets Loyalität gegenüber den römischen Zentralstellen und seinen bischöflichen Kollegen. Angesichts mancher Turbulenz in der heimischen Kirchengeschichte der letzten Jahre mag ihm dies mitunter sehr viel Kontenance abgefordert haben. Er blieb meist auch in heiklen Situationen freundlich und verbindlich. Aber auch innerhalb des steirischen Kirchenvolkes gab es manche Gratwanderung und die ernüchternde Erkenntnis, dass man nicht jede in einen gesetzte Hoffnung erfüllen kann. Wer ausgleichen will, läuft Gefahr, den Konservativen als zu progressiv und den Progressiven als zu konservativ zu erscheinen. Trotz dieser schwierigen Herausforderungen liegt eine überaus erfreuliche Bilanz über Webers Amtszeit als Bischof der Diözese Graz-Seckau vor.
    Johann Weber war ein Glücksfall für die Steiermark: Seine entwaffnende Natürlichkeit, seine klare, oft sehr berührende Sprache und seine Herzlichkeit und Glaubhaftigkeit haben viel dazu beigetragen, dass er bei der Amtsübergabe an seinen Nachfolger Egon Kapellari eine Diözese übergeben konnte, in der es in den letzten 30 Jahren im Wesentlichen ein positives Klima des Miteinander, ohne große Skandale und ohne tiefe Gräben mit schroffen Polarisierungen, gegeben hatte.
    Der Journalist Josef Bruckmoser, Leiter der Lokalredaktion der "Salzburger Nachrichten", verfasste das Buch "Johann Weber. Kirche auf der Spur des Konzils", das soeben vom Styria-Verlag präsentiert wurde. Diese gut gegliederte und behutsam recherchierte Biographie des Altbischofs Johann Weber zeichnet nicht nur den Lebensweg und auch die private Welt auf sehr sachliche Art nach, sondern lässt durch zahlreiche Interviewpassagen ihn selbst zu Wort kommen. Es finden sich zahlreiche Originalzitate von Johann Weber aus Reden oder Publikationen, die sein Denken und seinen tiefen Glauben wiedergeben. Er lässt aber auch das Wirken Webers immer wieder von manchen seiner Zeitgenossen und Weggefährten kommentieren.
    Insgesamt vermittelt dieser Band ein sehr ehrlich anmutendes Bild, in dem auch manche Kanten sichtbar werden.

Gerald Schöpfer
    Wie erkennt man die Warnsymptome der Alzheimer-Erkrankung? Welche Präventionsmöglichkeiten gibt es? Wie gehen Angehörige von Betroffenen mit Demenzen und Alzheimer-Erkrankungen um? Warum ist Sexualität im Alter ein Tabu-Thema? Welche Rolle spielen Aggression und Gewalt im Umgang mit verwirrten Menschen?
    Mit all diesen Problemfeldern befasst sich der informative Band "Verwirrung als gesellschaftliche Herausforderung", welcher in Weiterentwicklung der Themen des Buches Gerald Schöpfer - Gerlinde Stessel (Hg.) "Der verwirrte alte Mensch" und zum "Steirischen Seniorenreport - Altern, Lust oder Last?" herausgegeben wurde.
    Die gesellschaftliche Dimension dieser Problembereiche liegt auf der Hand: Durch die höhere Lebenserwartung werden auch in unserem Land in Zukunft die Demenzen und die Alzheimer-Erkrankungen noch weiter zunehmen. So geht es auch darum, dafür Vorsorge zu treffen. Dieses Buch präsentiert Beiträge von Gerlinde Stessel, Gerald Schöpfer, Daniela Flemming, Farhoud Yazdani, Astrid Hedtke-Becker, Georg Paulitsch, Georg Psota, Gunvor Sramek, Alfred Höller, Hildegunde Kerschbauer, Peter Strasser, Peter Dal-Bianco, Harald Klier, Michael Schmiederer und Gerald Gatterer.

Erhältlich:
Der Band kann um ATS 250,- (€ 18,17) bei der Arbeitsgemeinschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte bestellt werden:
Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, 8010 Graz, Universitätsstr.15/F2, Tel: 0 31 6/35 21, FAX: 0 31 6/380-95 35, E-Mail: doris.mauthner@uni-graz.at.

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in der neuesten Ausgabe der "steirischen berichte".

"steirische berichte" 4/2001: Sammeln: eine Leidenschaft, die Freud' und Leiden schafft