Unsere Landwirtschaft ist auf dem richtigen Weg
Gerhard Wlodkowski
Wir bekennen uns zur EU-Erweiterung, bestimmte Voraussetzungen müssen aber erfüllt werden.
Österreichs erster BSE-Fall zeigt, dass sich die Vorsorgemaßnahmen zum Schutz der Konsumenten gelohnt haben. Die Kontrollen haben den Menschen trotz der Vertauschung der Proben gezeigt, dass sie sich absolut sicher fühlen können. Erfreulicherweise kam es auch zu keinen Panikreaktionen, ist doch die Chance hierzulande mit BSE in Berührung zu kommen gleich null. Warum? Die heimischen Rinder werden nicht stichprobenartig, sondern flächendeckend BSE-getestet, was auch künftig der Fall sein wird.
Deutsche für die Agrarwende
Nicht immer wurde diese typische österreichische Landwirtschaft gutgeheißen. Vor allem von Ländern mit industrieller Landwirtschaft wurden die heimischen Bauern lange Zeit belächelt und als hinterwäldlerisch angesehen. Doch europäische Krisen wie MKS oder BSE haben zu einem Umdenken geführt. In Deutschland beispielsweise will die neue Agrarministerin eine Agrarwende im Sinne einer umweltgerechten Landwirtschaft herbeiführen.
Spitzenreiter bei Biobauern
Rund 70 Prozent der heimischen landwirtschaftlichen Betriebe machen mit rund 90 Prozent der Fläche beim von der EU unterstützten österreichischen Umweltprogramm (ÖPUL) mit. Mit rund 20.000 Biobetrieben zählt Österreich zu den Spitzenreitern in der EU. Deshalb appelliere ich an die Verbraucher, auch tatsächlich zu Biolebensmitteln und Lebensmitteln aus naturnaher Produktion zu greifen, damit die österreichischen Bauern diesen vorbildlichen Weg auch weitergehen können.
Die BSE-Debatte bekräftigt den Weg der österreichischen Landwirtschaft. Die heimischen Bauernfamilien bewirtschaften nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit und Multifunktionalität seit Generationen ihre kleinen bis mittelgroßenüberschaubaren Höfe. So wird jedes Rind beispielsweise noch mit einem Namen angesprochen. Unterstützt von der Agrarpolitik, werden sie auch weiterhin diesen bäuerlichen nachhaltigen Weg gehen. Damit erbringen die Bäuerinnen und Bauern auch viele von der Gesellschaft gewünschte Umweltleistungen sowie Pflegeleistungen zur Erhaltung unserer einzigartigen Kulturlandschaft, die Grundlage für einen florierenden Tourismus ist.
Genau diesen Weg ist Österreich schon immer gegangen. Die heimische Landwirtschaft ist damit jenen Ländern mit industrieller Produktion um Nasenlängen voraus.
| Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in der neuesten Ausgabe der "steirischen berichte". |
| Der südsteirische Bauer Ökonomierat Gerhard Wlodkowski ist Präsident der Landeskammer für Land- und Forstwirtschaft Steiermark. |