Der Bauer als Unternehmer

Heinz Kopetz

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Der Beruf des Bauern unterliegt einem Wandel, der vergleichbar ist mit dem Wandel in vielen anderen Bereichen unserer Gesellschaft.
     Was sind typische Kennzeichen dieses Wandels für die Landwirtschaft?
     Die allmähliche Öffnung der Agrarmärkte zum Weltmarkt hin ist ein solches Kennzeichen. Diese Tendenz stellt einen Bruch zur Agrarpolitik bis Anfang der 90er Jahre dar, die damals auf Eigenversorgung konzentriert war. Die Öffnung zum Weltmarkt ist noch nicht wirklich erfolgt. Doch Schritt für Schritt erlebt der steirische Bauer die Einbindung in die Ausgesetztheit im größeren Markt - das erfolgte 1995 mit dem Beitritt zur Europäischen Union und wird sich in den nächsten Jahren mit dem Beitritt neuer Länder zur Europäischen Union verstärken und das setzt sich fort in den weiteren Schritten zur Liberalisierung im Rahmen der weltweiten Handelsrunden.

Anforderungen der Konsumenten

     Mindestens ebenso stark wirkt sich die rasche technologische Entwicklung auf das Berufsbild des Bauern aus, dazu zählen die teilweise Automation der Arbeitsabläufe auf dem Hof, die Tendenz zu größeren Maschinen, der Ausbau der überbetrieblichen Kooperation, der Trend zu größeren Einheiten, die Informationsbeschaffung mit Hilfe der modernen Informationstechnologie. Dazu kommen steigende Anforderungen der Konsumenten an eine umweltgerechte, tiergerechte Produktion gesunder Lebensmittel.
     Gleichzeitig werden neue Leistungen vom Bauern erwartet und auch honoriert. Die Pflege und Erhaltung der Kulturlandschaft im Alpenraum ist eine Leistung der bergbäuerlichen Landwirtschaft, die mit dem Preis für die Produkte nicht abgegolten wird und die nur durch entsprechende Ausgleichszahlungen auch für die Zukunft gesichert werden kann.
     Dieser Wandel in den Rahmenbedingungen stellt die bäuerlichen Betriebsführer vor neuartige Aufgaben. Es gibt nicht mehr eine allgemeine Antwort auf die Frage der Betriebsführung und Betriebsentwicklung. Die Betriebe entwickeln sich sehr unterschiedlich. Sie wählen zum Teil gegensätzliche Schwerpunkte, die stark voneinander abweichen. Während früher die Tradition weit gehend den Rahmen für die Betriebsführung vorgab, sind es heute die Fähigkeiten und Neigungen der Betriebsleiterfamilie, die Möglichkeiten des Standortes, der Betriebsgröße und außerlandwirtschaftliche Alternativen, die das unternehmerische Handeln des Einzelnen bestimmen.

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in der neuesten Ausgabe der "steirischen berichte".

Dipl.-Ing. Dr. Heinz Kopetz ist Kammeramtsdirektor der Landeskammer für Land- und Forstwirtschaft Steiermark. Als Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes setzt er sich seit Jahren intensiv für die rasche Umstellung auf erneuerbare Energieträger ein. Kopetz plädiert immer wieder für agrarische Erzeugnisse, die einen Markennamen haben, wie Styria Beef, Porki, Almo, Schärdinger, Desserta, Berghof u. a. m.