Der steile Aufstieg des steirischen Weines

Interview mit Weinbaudirektor Werner Luttenberger

Steirischer Wein
Weinbaudirektor Viktor Vogt hat schon Ende der sechziger Jahre eine interessante Marketinglinie entwickelt. Das Motto "Steirischer Wein - der Sonne am nächsten" fand breites Echo.
Die sonnigen Südhänge, auf denen erlesene Rebsorten gedeihen, sind steil - und steil ist auch der Aufstieg des steirischen Weines, der im letzten Jahrzehnt sogar international punkten konnte. Die Basis für die erfreuliche Entwicklung wurde von weit blickenden Pionieren schon vom Beginn der 60er Jahr an gelegt. Wir befragten nun Weinbaudirektor Ing. Werner Luttenberger zum Hintergrund der aktuellen Erfolge.

steirische berichte: Der steirische Wein ist (fast) schon in aller Munde, auch bei diversen Veranstaltungen. Agrarkommissar Fischler und Landwirtschaftsminister Molterer haben kürzlich bei einem Kongress auf Schloss Seggau dem Steirerwein ein Loblied gesungen. Wie erreicht man, wie hält man dieses Niveau?

Weinbaudirektor Luttenberger: Grundsätzlich müssen die Weinbauern bereit sein sich weiterzubilden. Dies geschieht seit Jahrzehnten, indem sie Kurse und Vorträge besuchen und die Themenwahl mitbestimmen. Die Bildungswilligkeit hat in den letzten Jahren enorm zugenommen, die Steiermark wird um dieses Niveau beneidet. Ich sehe es als meine Aufgabe an, die Weinbauberatung noch zu verbessern und der Zeit anzupassen.

steirische berichte: Viele Absolventen der Weinbauschule Silberberg haben sich als Spitzenweinbauern etabliert. Wie beurteilen Sie den Ruf dieser Lehranstalt?

Weinbaudirektor Luttenberger: Selbstverständlich machen wir uns Sorgen um den Nachwuchs! Nur wenn die künftigen Hofübernehmer auch eine entsprechende Ausbildung erhalten, gibt es in der Sparte Wein eine gute Zukunft. Dabei ist der Ruf der Weinbauschule Silberberg als Ausbildungsstätte und auch als Spitzenweingut äußerst wichtig. Silberberg ist bei Weinbewertungen immer vorne dabei. Die fachliche Qualität der Lehrerschaft wird allseits geschätzt.

steirische berichte: Wer jemals die reizvolle steirische Landschaft in ihrer Schönheit erlebt hat, kommt immer wieder. Die Weinstraßen und die Buschenschänken sind nicht nur an schönen Wochenenden überfüllt. Wie sehen Sie die Chancen der Kombination Wein und Tourismus?

Weinbaudirektor Luttenberger: Die Verantwortlichen für den steirischen Weinbau haben schon früh die Wichtigkeit der Kombination von Wein und Tourismus erkannt. Früher waren es nur die Buschenschänken, heute bieten wir neben einem einzigartigen Weineinkaufserlebnis (Ab-Hof-Verkauf) auch die Möglichkeit in Weinbaubetrieben zu übernachten. Dem Gast im steirischen Weinland wollen wir Landschaft und Kultur vermitteln.
     Der Tourismus ist, abgesehen von wenigen Wochen im Herbst, ein sanfter geblieben, der für Wanderer und Radfahrer sehr ansprechend ist. Es gibt steigende Nächtigungen und mehr Ab-Hof-Verkauf. Unser Ziel: Im Urlaub den Wein verkosten und als Erinnerung ein Stück des steirischen Weinlandes mit nach Hause nehmen.

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in der neuesten Ausgabe der "steirischen berichte".

Der obersteirische Bauer Ing. Herbert Kain aus Kammern im Liesingtal ist Landeskammerrat und Obmann des Landesverbandes "Ökologischer Landbau".