Größte Bauerngemeinde der Steiermark setzt auf Naherholung

Siegfried Nagl

Maierhof
Das Schloss Lustbühel ist bereits vorbildlich saniert, nun soll die Aufwertung des Maierhofes (Bild) folgen.
Von der Heidi-Romantik in der Landwirtschaft ist heute nicht mehr viel übrig. Dennoch ist die Stadt Graz stolz, die größte Bauerngemeinde der Steiermark zu sein. Die Geschichte der Landwirtschaft in der steirischen Landeshauptstadt geht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Die lang gestreckten Hofstättengrundrisse in der Sackstraße, an der Ostfront des Hauptplatzes und der Herrengasse lassen nachvollziehen, dass ein Großteil der Bevölkerung neben dem Gewerbe auch der Landwirtschaft nachging.
    Viele Bauern - vor allem in ungünstigen Lagen - haben in den vergangenen Jahren ihre Betriebe aufgegeben. Nicht nur im gesamten Alpenbogen, sondern vor allem auch im Einzugsbereich von Städten. Deshalb ist es ein wichtiges Ziel, die bäuerlichen Betriebe zu erhalten und zu fördern.

"Schule am Bauernhof"

    Der intensive Kontakt zwischen Landwirtschaft und Stadtpolitik ist dafür eine wichtige Grundlage. Mit dem Landwirtschaftsbeirat haben wir ein beratendes Gremium geschaffen, mit dem Grünraumsicherungsprogramm, das vom Grazer Gemeinderat beschlossen wurde, die Landwirtschaftsförderungsrichtlinie der Stadt Graz festgelegt. Mit der Förderung der bäuerlichen Existenzen werden das Landschaftsbild und der Grünraum von Graz gesichert.
    Allein im Jahr 2001 konnte mit dem Grünraumsicherungsprogramm die landwirtschaftliche Grundnutzung von nicht weniger als 658 Hektar unterstützt werden. 128 Anträge von Grazer Landwirten wurden positiv behandelt. Dieses Programm bietet aber nicht nur die Möglichkeit, alle landwirtschaftlich genutzten Freiflächen und Aufschließungsgebiete in Graz zu fördern, es bezieht sich auch auf das Projekt "Schule am Bauernhof". 14 Grazer Landwirte laden Kindergartengruppen, Schulklassen und andere Projektteilnehmer zu Besuchen auf ihre Höfe, um damit ein noch größeres Verständnis für die bäuerliche Kultur zu entwickeln.

Projekt Lustbühel als Modell

    Ein anschauliches Beispiel dafür, was die Stadt Graz unter Landwirtschaftsförderung versteht, ist das Projekt Lustbühel. Das Areal um das Schloss ist ein beliebtes Naherholungsgebiet für die Grazer Bevölkerung, es wurde bereits 1989 zum "geschützten Landschaftsteil" erklärt. Nach einem Beschluss des Gemeinderates im Februar 2001 werden die desolaten Gebäude dieser Liegenschaft saniert und das zirka 17 Hektar umfassende Areal für eine extensive Landwirtschaft genutzt. Das bedeutet, dass nicht nur die Weiterführung des landwirtschaftlichen Betriebes sichergestellt ist, sondern dass diese naturnahe Landwirtschaft auch für die Bevölkerung angreifbar und erlebbar gemacht wird. Beispielsweise will man alte heimische Obstgehölze kultivieren, Wildobst und Ölfrüchte pflegen, einen Blumengarten und Mahdwiesen anlegen.

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in der neuesten Ausgabe der "steirischen berichte".

Stadtrat Mag. Siegfried Nagl ist Finanz- und Kulturreferent der Landeshauptstadt Graz.