Orts- und Gemeindeentwicklung im ländlichen Raum
Kamillo Hörner
Wenn man wie ich auf dem Land aufgewachsen ist und den ländlichen Raum in seinen vielen Facetten vor allem als junger Mensch positiv erlebt hat, ist es heute schwer, die Veränderungen einfach so hinzunehmen. Da war früher Überschaubarkeit, Nachbarschaft, da war ein frei zugänglicher Natur- und Freiraum, da waren nicht so viele Häuser, wesentlich weniger Verkehr, trotzdem eine gesicherte Nahversorgung mit einem Kaufmann, bei dem man auch anschreiben lassen konnte. Da waren vor allem die Bäuerinnen und Bauern, die uns mit unterschiedlichen Produkten direkt beliefert haben. So nebenbei waren sie auch Gestalter der Landschaft und haben mit ihrer Tätigkeit, ihrem Wirken viel zur Vielfalt im Lebens- und Naturraum beigetragen.
Nebenerwerb und Ausstieg
Die Forderungen des Marktes, der Wirtschaft haben inzwischen aus ihnen Produzenten gemacht. Die Mengenproduktion von Fleisch, Obst und Gemüse stand im Vordergrund. Die Kleinteiligkeit und Vielschichtigkeit des landschaftlichen und landwirtschaftlichen Gefüges stand der weiteren Expansion oft im Wege. Die Entwicklung vom Selbstversorger zum Nebenerwerb und schließlich der Ausstieg ist allseits bekannt.
Ortsentwicklung
Mit den Regionalisierungsprogrammen der Europäischen Union ist wieder Bewegung in diese landwirtschaftliche Struktur gekommen. Plötzlich haben Kulturlandschaft, Vielschichtigkeit und Originalität wieder Bedeutung erlangt. Wenngleich die biologische Komponente nicht für alle passend erscheint, haben die integrierte ländliche Entwicklung (ILE), die Erhaltung des ländlichen Erbes und die Ortsentwicklung viel zu einer Neuorientierung beigetragen.
| Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in der neuesten Ausgabe der "steirischen berichte". |
| Kamillo Hörner ist Landesgeschäftsführer des Steirischen Volksbildungswerkes. |