Nachlese zum Kolloquium über die Herzogin von Berry

Kurt Jungwirth

Bevor sie in die Steiermark kam, hatte die in Caserta bei Neapel geborene Prinzessin Marie Caroline 1816 mit 18 Jahren in Paris den französischen Thronfolger Charles Ferdinand Herzog von Berry geheiratet. Vier Jahre später wurde ihr Gatte in Paris auf offener Straße ermordet. Wenige Monate später gebar sie einen posthumen Sohn, Henri.
    Bevor sie in die Steiermark kam, war zehn Jahre später, 1830, in Paris eine Revolution ausgebrochen. Ihr Schwiegervater, der letzte Bourbonenkönig, musste ins Exil flüchten, sie auch. Ein neues Regime kam in Paris an die Macht, aber sie beschloss, heimlich nach Frankreich zurückzukehren und einen Aufstand zu organisieren, um ihrer Familie den Thron zurückzuerobern.

Auf der Festung Blaye eingekerkert

    Ihr Plan scheiterte aber und so war sie, bevor sie in die Steiermark kam, verhaftet und in der Festung Blaye bei Bordeaux eingekerkert worden. Dort aber kündigte sie eine Schwangerschaft von dem italienischen Grafen Ettore Lucchesi-Palli an, den sie in Rom heimlich geheiratet hatte. Sie wird aus der Haft entlassen und geht mit Gatten und Kind neuerlich ins Exil: in die Steiermark, nach Graz.
    Sie mietet sich im Palais Herberstein in der Sackstraße ein, wo heute die Neue Galerie des Joanneums residiert. Der Plan, das repräsentativste Haus des Landes, nämlich Schloss Eggenberg, anzukaufen, geht nicht auf. So erwirbt die Herzogin Schloss und Herrschaft Brunnsee im Süden des Landes, die ihre Nachfahren - sie bringt in Graz vier Kinder zur Welt - noch heute besitzen.

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in der neuesten Ausgabe der "steirischen berichte".