Steiermark heute, morgen, übermorgen
Landesrat Gerhard Hirschmann: In die Champions-League
steirische berichte: Sie haben bereits entscheidende Weichenstellungen für die Bereiche Kultur, Sport und Tourismus gesetzt bzw. angekündigt. Welche Perspektiven schweben Ihnen für die kommenden Jahre vor?
Landesrat Dr. Gerhard Hirschmann: So grundverschieden diese drei Bereiche auf den ersten Blick scheinen, sie gehören untrennbar zusammen: Ob geistige oder körperliche Fitness, es geht um die allgemeine Frage, wie wir unsere immer umfangreicher werdende Freizeit sinnvoll nützen. So gesehen bin ich sehr glücklich, diese drei Ressorts geeint zu wissen, denn sie haben einen tiefen inneren Zusammenhang.
steirische berichte: Wie stehen Sie zu den Reformen bei den Vereinigten Bühnen, zur Neugliederung des Joanneums und den künftigen Landesausstellungen?
Landesrat Dr. Gerhard Hirschmann: Hinsichtlich der Bühnen Graz stehen wir nach dem Einschwenken im Theaterausschuss auf meine Linie vor einer Trendwende: Wir sind derzeit in der selben Situation, wie die Bundestheater es vor Jahren waren oder wie es zahlreiche Bühnen in Deutschland sind. Nämlich dass die öffentliche Hand mit explodierenden Kosten für die subventionierten Bühnen konfrontiert ist.
Sowohl im kulturellen Bereich als auch in Sport und Tourismus sind alle unsere Bemühungen auf Qualität ausgerichtet. In meinem Bereich werde ich alles daransetzen, dass die Steiermark unter die Top Ten der Europäischen Regionen kommt. Ich gebe mich nicht mit der Landesliga zufrieden, wir müssen in die Champions-League.
Deshalb habe ich mir erlaubt zu sagen: Bevor wir in drei Jahren darüber reden, was wir von den Bühnen zusperren müssen, setzen wir uns hin und überlegen, wie wir mit den höchsten Subventionen aller Zeiten für die Zukunft an Effizienz gewinnen können.
Ganz sicher aber werde ich zwei Trends korrigieren: 90 Prozent des Kulturbudgets des Landes gehen derzeit nach Graz und davon wiederum 95 Prozent in die großen Institutionen. Ich werde bis zum Ende der Legislaturperiode eine Umschichtung zugunsten der "restlichen" Steiermark und hin zu den kreativen Potenzialen und der freien Szene eingeleitet haben. Allein der heurige zusätzliche Abgang (also die Überziehung der vereinbarten öffentlichen Zuschüsse) der Bühnen Graz macht weit mehr aus, als für die freie Szene an Geld insgesamt zur Verfügung steht.
| Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in der neuesten Ausgabe der "steirischen berichte". |