Reicher Norden - armer Süden ...

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steirische berichte: Die nördlichen Regionen unseres Landes sind mit Niederschlägen gut versorgt. In der Süd-, Ost- und Weststeiermark herrscht hingegen arger Wassermangel. Der Grundwasserspiegel ist tief abgesunken, die Feuerwehr muss Gehöfte und Siedlungen mit Wasser versorgen, weil zahlreiche Brunnen und Quellen versiegt sind. Unsere Bauern haben 2001 schwere Dürreschäden erlitten, nach langem Ringen konnte Landesrat Pöltl 70 Millionen ATS Ausgleich aus dem Katastrophenfonds erkämpfen. Wo liegen Ihrer Meinung nach die Ursachen für die extreme Trockenheit?

Dipl.-Ing. Bruno Saurer: In den südlichen, östlichen und westlichen Landesteilen der Steiermark wurden im Jahr 2001 in einzelnen Regionen nur 60 Prozent des Normalwertes der Niederschläge erreicht. Insbesondere der Süden und Südosten leidet seit Oktober 2001 unter großen Niederschlagsdefiziten. So ist die in den Herbst- und Wintermonaten so notwendige Grundwasseranreicherung und -erneuerung nahezu zur Gänze ausgefallen.
    Dies bedeutet, dass die klima- und vegetationsbedingten Grundwasserschwankungen derzeit ein außergewöhnliches Phänomen aufzeigen. Anstelle der in bis zu 50 Jahre zurück reichenden Messreihen stets nachgewiesenen Auffüllung der Grundwasserstände in den Herbst- und Wintermonaten haben die Grundwasserkörper diesmal keinen Nachschub von oben erhalten. Diese dienen aber wiederum als Wasserspenden für die Versorgung der Bevölkerung. Der fehlende Niederschlag einerseits und die Nutzung des Grundwassers andererseits haben in den Talböden ein Absinken des Grundwasserspiegels bis zu 1,5 m unter den langjährigen Mittelwert verursacht.
    Die in den letzten Wochen gefallenen Niederschläge haben zwar der Vegetation das erforderliche Nass zum Überleben gebracht, in den Grundwasserständen sind kaum Erholungsphasen erkennbar geworden. Hiefür müsste schon der einstmals typische Landregen mehrmals einsetzen, um Auswirkungen unter der Vegetationsdecke zu erzielen.
    Ganz anders ist dagegen die klimatische und hydrographische Situation in der Obersteiermark. Während beispielsweise die südlichen Teile der Steiermark im März unter extremer Trockenheit litten (bis 0 % vom Normalwert), lag der prozentuelle Anteil an Niederschlag in der Obersteiermark bis ca. 250 % über dem Normalwert (1951-1995, s. Abb.). Dies führte sogar zu Hochwässern an Enns, Mürz, Salza und deren Zubringern.
    Im Wesentlichen ist es bisher gelungen, die kommunale Wasserversorgung in den südlichen Landesteilen aufrechtzuerhalten. Die Problemfälle liegen vielmehr bei Einzelanlagen wie Hausbrunnen und Quellen. Oftmals sind aber auch nicht fachgerechte Fassungen die Ursache des Versiegens von Brunnen und Quellen.

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in der neuesten Ausgabe der "steirischen berichte".