Neues von Kunst und Künstlern
![]() : Ein Jugendwerk von Werner Augustiner, das bei der Ausstellung "50 Jahre Künstlerhaus Graz" neben frühen Gemälden von Rudolf Szyszkowitz und Alfred Wickenburg angeregte Diskussionen auslöste. |
Gerhard Almbauer
den Anfang machen darf. Der heuer 45-jährige Maler, der endlich wieder in seiner Grazer Heimat lebt und arbeitet, hat von seinen ausgiebigen Lehr- und Wanderjahren als Reise- und Malkursleiter so viel "Welt" mitgebracht, dass er künstlerisch wirklich aus dem Vollen schöpfen kann. Dies gestattet ihm auch die Konzentration auf Motive, die nicht gemeinhin "malerisch" zu sein brauchen, um Almbauers Palette zum Einfangen zu verlocken: landschaftlich eher "karge" Regionen, die sich dem Künstler als eine "Terra mystika" mit weiten Ausblicken in primär farbig gegliederte Impressionen erschließen. Ob diese mystischen Landstriche in Umbrien, der Toskana, der Provence oder irgendwo in Afrika oder Asien gefunden wurden - immer spürt man, dass der Maler von ihnen ganz persönlich angesprochen und veranlasst wurde, mit jedem Bild sein Bestes zu geben, um diese Erlebnisse authentisch zu vermitteln. Der großformatige, von Gerolf Hauser verständnisvoll eingeleitete Band enthält 49 vorzügliche Farbreproduktionen und kostet 32 Euro.
Werner Augustiner
wäre heuer am 26. Mai 80 Jahre alt geworden, hätte ihn nicht im Jänner 1986 ein asthmatischer Lungenriss vorzeitig aus einem intensiv erlebten Dasein entlassen, das bereits legendäre Züge angenommen hat. Dass er von Geburt "stummelhändig" war, hinderte ihn nicht, sich zum Zeichner und Maler berufen zu fühlen und entsprechend ausbilden zu lassen - zuerst in Graz bei Rudolf Szyszkowitz, dann in Wien bei Sterrer, Boeckl und Gütersloh, die ihn 1950 als "akademischen Maler" ins fortan freie Kunstschaffen entließen. Als polemische Natur mit jeder Art von Avantgarde und den dazugehörigen Kritikern auf Kriegsfuß, hatte Augustiner dennoch auch viele Freunde, die nach seinem Tod das Andenken an den zeitlebens Unbequemen pflegten und aus dem Nachlass das Buch "Werner Augustiner in Worten" mit Gedanken, Fragmenten und Betrachtungen aus den Tagebüchern sowie 15 Pariser Skizzen herausgaben. Verleger Ing. Johannes Kamenschek hat sich nun in den letzten Jahren noch gründlicher mit Augustiner befasst und über 300 Seiten "Materialien zur Erstellung einer Augustiner-Biographie" erarbeitet, die als Typoskript erhältlich sind. Kontaktadresse: Walter H. Maierl, 8053 Graz, Sandgrubenweg 39, Tel. 0676/6774684.
| Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in der neuesten Ausgabe der "steirischen berichte". |