| Nein, unterschiedlicher könnten
sie gar nicht sein. Und doch sind sie sich in ihrer (künstlerischen)
Ausdrucksweise oft so ähnlich. Ein Künstlerehepaar der –
Verzeihung: – alten Schule also? Was läge da näher, dachte
sich der Interviewer, BERND SCHMIDT, als Renata Schwarzbauer und Herbert
Murauer quasi im Doppelpack „auszufragen“?! Denn zwei, die
aus ihren Herzen – auch dem Partner gegenüber und bei aller
Sensibilität, versteht sich – keine Mördergruben machen,
würden allemal für passende Antworten parat sein. Dachte BS.
Und so war es denn auch.
Da die erfolgreich stets um eine neue, womöglich
noch raffiniertere Formensprache bemühte Malerin; dort der gelernte
Architekt, immer bereit, mit oft kühnem Strich die Häuserfronten
aufzubrechen, der Landschaft lächelnd die Zähne zu zeigen.
Da die – vermeintlich sanfte – Schilderin des geografischen,
floralen und landschafts- anatomischen Innenlebens, der systematischen
Strukturen; dort der „wilde“, weit ausholende Beobachter gewachsener
wie nicht selten verworrener Formen.
„Wir wissen beide immer schnell, wenn in der Arbeit des anderen
ein Wurm drinn´ ist“, umreißt Renata Schwarzbauer das
Gegenseitige in der Beurteilung ihrer und ihres Gatten Arbeit. „Ich
überlege mir, was er sagt – und mache was draus …“,
rundet sie das Herbe, das mit Kritik nun einmal verbunden sein kann, charmant
ab.
„Ich sehe als Zeichner einen falschen Strich“, ergänzt
Herbert Murauer, „während Renata auf der Stelle bei mir eine
falsche Farbe entdeckt!“
Nun, lassen wir doch bitte die paar potenziellen Fehler, werden wir positiv
– und konkret.
Obschon Renata Schwarzbauer sich „sicherlich von keinem anderen
eine Ausstellung zusammenstellen lassen“ würde, hört sie
auf die Stimme des Partners. Und der wiederum zeigt just das her, was
vor dem gestrengen Auge seiner Frau bestehen kann. Freilich: „Wenn
ich von etwas überzeugt bin, male ich weiter!“ Da dürfen
die Ansichten durchaus auch einmal auseinander gehen …
Der Architekt, dem dereinst in Blickrichtung auf seine künstlerisch-zeichnerische
Arbeit von Vorgesetztenseite beschieden wurde: „Wenn wir das gewusst
hätten, wären Sie nicht in den Landesdienst übernommen
worden, Herr Kollege!“, erspielte sich – nebenbei sei es verraten
– seinen Platz im Zeichensaal per: Fußball. So erschoss sich
der Jungarchitekt gleichsam das Tor ins Ausbildungsheiligtum. (Soll noch
wer sagen, Sport habe nichts mit Kultur zu tun …)
„Kunst, das war zunächst gleichsam ,Architekturabfall‘
bei mir“, umreißt der Diplomingenieur heute den Einstieg ins
Künstlerdasein.
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