Grazer Kalvarienberg gerettet
Dr. Johannes Koren wirkte als Initiator und „Motor“ der Sanierung

 

Vor wenigen Tagen, eine Gruppe der Pfarre Feldbach besichtigte gerade den in neuer Schönheit strahlenden Kalvarienberg, erläuterte mir Pfarrer Mag. Josef Ranftl das umfassende Rettungswerk.

  • Der Verfall war am Ende des 20. Jahrhunderts so weit fortgeschritten, dass Kirche und Berg hätten gesperrt werden müssen. Dr. Johannes Koren schreibt dazu: „Ein Blick auf den zerschundenen Berg, der im Begriff war zu zerbrechen, mit seinen kaputten Stiegen und Mauern, mit seinen vom Zahn der Zeit angenagten Kapellen und Figuren. Bäume, die ihre Wurzeln wie Krallen in den Berg schlugen, von Wasser in Mitleidenschaft gezogene Fresken in den Kapellen, bröckelnder Stuck, rostende barocke Gitter, Figuren mit abgebrochenen Gliedmaßen und angegriffenen Gesichtern.“
  • 1999 gelang jedoch der Start der Sanierungsaktion, die von Dr. Johannes Koren initiiert wurde. Mit dem „Verein zur Erneuerung und Erhaltung des Kalvarienberges“, Vorsitzender Mag. Wilhelm Hofer, gelang es die Finanzierung weitgehend zu sichern. Man trommelte in den Medien, gewann namhafte Sponsoren und tausende Spender über Graz hinaus. • Die Kosten der Revitalisierung beliefen sich auf rund 20 Millionen Schilling (140.000 Euro). Eine ansehnliche Summe ist noch offen, weil sich zeigte, dass es günstig sei, die gesamte Anlage in einem Zug zu erneuern.
  • Sehr gut angenommen wurde inzwischen die Behindertenrampe, die es den Rollstuhlfahrern ermöglicht, problemlos in die Kirche zu kommen. Hier hat Architekt DI Kuno Kopf mit dem Künstler Wolfgang Rahs eine ideale Lösung für den Altar entwickelt. Es ging um mehr Platz für die Feier der Eucharistie, ein Schüttkegel auf einem Felsen vom Rabenwald wurde zum Tisch, der Ambo ist ebenfalls aus Stein und vom ostseitigen Glasfenster „Auferstehung“ der Künstlerin Sr. Thurnherr kommt wunderbares Licht.
  • Dass seit der Vollendung des Sanierungswerkes bereits über 50 Busgruppen aus steirischen und niederösterreichischen Bezirken den Grazer Kalvarienberg besuchten, freut Pfarrer Ranftl besonders. Er appelliert an Reiseleiter und Chauffeure, sich mindestens zwei Stunden Zeit zu nehmen – für die Geschichte des Berges, für Kirche und Kapellen, für die Kunstwerke und die Frohbotschaft des Glaubens.

In der Pfarrkirche „Zum heiligen Kreuz“ kommt das Taufwasser aus dem Felsen des Kalvarienberges.
Foto: Max Mayr


Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in der neuesten Ausgabe der "steirischen berichte".