Interview

 

Landesausstellungen auch in Zukunft

 

Hofrat Dr. Josef Marko ist neuer Leiter der Kulturabteilung der Steiermärkischen Landesregierung. Die Interviewfragen stelle Univ.-Prof. Dr. Gerald Schöpfer.

Die Aufgaben der von ihm geleiteten Abteilung sind umfassend: Dazu zählen die Kultur- und Kunstpflege, zahlreiche rechtliche und fachliche Angelegenheiten, Landesausstellungen, Landesmuseum Joanneum GmbH., Kunsthaus, Vereinigte Bühnen, „steirischer herbst“ und „styriarte“, Grazer Altstadt­gesetz, Ortsbildgesetz, Landesbibliothek, Brauchtums-, Denkmal- und Trachtenpflege, Volksliedwerk, Heimatwerk, Freilichtmuseum Stübing, Verein steirische ­Eisenstraße und Förderung der Blasmusikkapellen.

steirische berichte: Welche Schwerpunkte wollen Sie in der Kulturpolitik der kommenden Jahre setzen?
Hofrat Marko: Die großen Schwerpunkte werden natürlich von der Politik vorgegeben. Ich habe aber vor, ein sinnvolles steirisches Kulturförderungsgesetz zu konzipieren. Es soll versucht werden etwas zu schaffen, mit dem alle, die es betrifft, leben können.

steirische berichte: Wie wird es mitden Landesausstellungen weitergehen?
Hofrat Marko: Bis zum Jahr 2006 sind sie ja bereits fixiert: 2005 Bad Aussee und 2006 Bruck an der Mur. Der jährliche Rhythmus wird sicherlich nicht aufrechterhalten werden, aber es soll auch künftig Landesausstellungen geben.
Ich habe vor ein Gremium zu bilden, in dem Wissenschaftler und Begleiter von bereits bisher veranstalteten Landesausstellungen eingebunden werden sollen. Es soll hier den Versuch geben, zehn ­spezifische steirische Themen einzubringen und vorzubereiten, um für künftige steirische Landesausstellungen bestens aufbereitete Themen zu haben, die dann für die spezifischen Veranstaltungsorte adaptiert werden.

steirische berichte: Worin sehen Siedie Besonderheiten und die Stärken der steirischen Kulturszene?
Hofrat Marko: Neben dem „steirischen herbst“, „styriarte“, „Forum Stadtpark“, dem Joanneum kommt dem Theaterland Steiermark mit Oper und Schauspielhaus eine sehr große Bedeutung zu. Aber auch das traditionsreiche Künstlerhaus und das neue Kunsthaus haben einen hohen Stellenwert. Mit „Cine Styria“ gibt es ­neuerdings eine Förder- und Servicestelle, die Innovationen im Filmbereich ermöglichen soll.

steirische berichte: Was ist Ihr persönlicher Zugang zu Kunst und Kultur? Wer sind Ihre Lieblingskomponisten, mit welchen Autoren haben Sie sich beschäftigt?
Hofrat Marko: In der klassischen Musik würde ich neben Beethoven und Mozart vor allem Saint-Saëns nennen. Unter den modernen Komponisten erwähne ich Eberhart, Weber und Gabarek.
Um auf die zeitgenössischen Autoren zu kommen: In letzter Zeit habe ich unter anderem „Silentium!“ von Wolf Haas, „Der Granatapfelbaum“ von Yasar Kemal, „Elf Minuten“ von Paul Coelho, „In eisigen Höhen“ von Jan Krakauer und „Das Haus der dunklen Krüge“ von Getrud Fussenegger gelesen. Ich greife auch gerne auf das Buch „Aber Bleibendes stiften die Dichter“ von Egon Kapellari zurück.

steirische berichte: Gibt es ein kennzeichnendes Ziel für Ihre Tätigkeit?
Hofrat Marko: Ich glaube, es ist wichtig, dass die Kulturabteilung wieder zu dem Ruf kommt, den sie immer gehabt hat – nämlich eine der führenden Abteilungen des Landes zu sein.

steirische berichte: Wir danken für das Gespräch.

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellhinweise)