Steirische Wahrzeichen 2003
Neues Leben in alte Mauern!

 

Prämierung der besten Lösungen im Schloss Feistritz

Im geschichtsträchtigen Schloss Feistritz bei Ilz fand am 3. Oktober 2003 die ­Prämierung von zwölf herausragenden Beispielen der Revitalisierungskampagne statt. Bei der Präsentation dieser „Steirischen Wahrzeichen“ betonte LH-Stell­vertreter DI Leopold Schöggl seine Bereitschaft, das REVI-Programm der Landes­regierung zu intensivieren: „Hier handelt es sich um eine kulturelle Großtat. Ich werde mich sehr für die budgetäre Verbesserung ein­setzen, um die Sanierung von Schlössern, Burgen, Kirchen, Bürger- und Bauernhäusern u. a. mit Zuschüssen zu fördern.“

Ehemaliger Schüttkasten im Bundesgestüt Piber
Ursprünglich Wehrbau, später Schüttkasten, nun Museum

Laut Dehio wurde der Bau mit Torturm als Wehrbau gegen die Türken- und Ungarn­einfälle 1490 bis 1492 errichtet. Später fand er, dem Schloss zugehörig, als Speicher Verwendung. Im Erdgeschoß waren Stallungen untergebracht. Als besonders beachtenswerte Revitalisierungsmaßnahme ist die Sicherung des historischen Ziegelputzes (Außenputz) hervorzuheben. Die Sanierungsarbeiten an der Fassade umfassten drei wesentliche Schritte: das Freilegen des alten Ziegelputzes durch händisches Abklopfen jüngerer Putzschichten, das Festigen des Altputzes und den Überzug der Putzflächen mittels mit Ziegelmehl eingefärbter Kalkschlemme. Die Instandsetzung des Daches erfolgte durch Überklauben der Dachhaut, worunter die weitgehende Wiederverwendung des alten Deckungsmateriales zu ver­stehen ist, die flachen Schleppgaupen blieben unverändert erhalten. Die Ober­geschoße des Schüttkastens wurden für museale Zwecke (Landesausstellung 2003) adaptiert. Nach vorbildlicher Instandsetzung der alten Holztramdecken und der im Bestand erhaltenen Holz- und Ziegelböden begegnen wir kontrastierenden Ausstattungselementen in zeitlosem Ambiente. Das ziegelgewölbte Erdgeschoß (ehemalige Stallungen) dient heute der Ausstellung bäuerlicher Gerätschaften.

Geschäftsportal beim Anwesen Kieslinger, Stadt Feldbach
Ursprünglich Glaserei mit Wohn- und Wirtschaftsbereichen, jetzt Geschäfts-, Wohn- und Wirtschaftsobjekt.

Die nahe dem Stadttor gelegene Hofanlage der Familie Kieslinger nimmt im Osttrakt zur einen Seite der Hofeinfahrt das traditionsreiche Geschäftslokal (Steingut, Porzellan, Bilder und Geschenke) auf; zur anderen Seite erstreckt sich der Wohnbereich. Die Generalsanierung umfasste die Trockenlegung, die Adaptierung der Sanitärbereiche, die Nachrüstung diffusionsoffener Bodenaufbauten inklusive Sanierung der im Bestand erhaltenen Bodenbeläge sowie die Instandsetzung der Fensterelemente und sämtlicher Türblätter. Auch das stattliche alte Holztor wurde neu eingerichtet und farblich wieder an seine ursprüngliche Fassung angenähert. Die kontrastierende Farbkombination betont die aufwändige Gestaltung. Die beachtenswerten Maßnahmen setzen sich im Außenbereich fort und beziehen sich in erster Linie auf das historische Geschäftsportal. Neben der sorgfältigen Reparatur der in Holz gefertigten Vitrinen sowie der Steinverkleidung im Sockelbereich rekonstruierte man den neuen Schriftzug nach der Vorlage eines alten Fotos aus dem Jahr 1935. An der Fassade wurde nach Putzausbesserungen für die Nullflächen ein naturfarbiger Putz verwendet, die Architekturelemente hat man mit Kalkfarbe gefärbelt. Bei Fenstern, Balken, Türen und Toren wurden Anstriche auf Naturharzbasis (teils farbdeckend, teils farblos) verwendet.

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellhinweise)