Ernst Kammerer
Verklärter Blick zurück & Blick in die Zukunft
 
Wie in anderen Regionen der Alpen entdeckten im 19. Jahrhundert die Vertreter der Aristokratie und des Großbürgertums das Ausseerland. Ihnen folgten bis in die heutige Zeit Künstler und Prominente. Sie bestimmten und bestimmen die besondere Eigenart des Umganges von Einheimischen und Gästen miteinander. Oft scheint hier das Auftreten mit vertauschten Rollen zu geschehen – Prominente offen und leutselig, weil sie nicht belästigt werden, Einheimische teilweise zurückhaltend und etwas in Sorge vor einer Vereinnahmung durch den Gast. Über allem schwebt aber eine Stimmung des gegenseitigen Respekts – vom Stammtisch bis zum Wanderweg. Die näher rückende Landesausstellung hat auch bei manchen Sorgen ausgelöst, sei es bei Einheimischen vor unbewältigbaren Menschen- und Automassen, bei Zweitwohnungsbesitzern und Stammgästen vor einem Verlust des gewohnten Erscheinungsbildes. Nun gehen die Bauarbeiten in die Endphase, an allen Ecken und Enden des Landes wird noch gegraben und asphaltiert, schon ist aber erkennbar, dass die längst notwendigen Arbeiten Sinn gemacht haben. Auch in uns sind noch manche Baustellen offen, immer stärker wird aber auch in den Gesprächen spürbar, dass viele Skeptiker sich eingestehen, dass es doch besser gegangen ist als erwartet. Dass viele Strukturinvestitionen geschafft wurden, die für unmöglich gehalten wurden und dass der Titel „Narren & Visionäre mit einer Prise Salz“ vielleicht doch ganz treffend sein könnte. Plötzlich kommen Menschen mit Ideen und Anregungen, die bisher nicht mehr an Umsetzungsmöglichkeiten geglaubt haben, wieder und stellen Projekte vor – teilweise vielleicht närrisch, teilweise sehr visionär. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man sieht, wie altes Holz austreibt. Es ist auch ein gutes Gefühl, wenn aus einem verklärten Blick zurück ins 19. Jahrhundert der Blick auch auf die Zukunft gerichtet wird.

Das neue Logo besticht durch zwei Elemente: Den traditionsreichen Ausseerhut und das österreichweit beliebte Narzissenfest.

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellhinweise)