Grundlsee punktet mit Natur

 

Es war nie einfach, in dieser einschichtigen Gegend durchzukommen. Die Altausseer hatten ihr Bergwerk, die Ausseer ihre Sudpfannen und den Salzhandel, den Grundlseern blieb der Fischfang, Viehzucht zur Versorgung der Salzarbeiter, die Forstarbeit und Pferdefuhrwerke, mit denen sie zeitweise auch beim Salztransport mithelfen konnten. So kurios konnten die englischen Sportfischer gar nicht sein, die den Grundlsee zuerst für sich entdeckten, dass man sie nicht erfreut als neue Einkommensquelle begrüßt hätte. Bald folgten Reiseschriftsteller, noble Herren und Damen, Künstler. Sie alle waren gerührt und begeistert von der stillen bäuerlichen Welt, die sich ihnen auftat. Sie waren aber auch bereit zu investieren und zu fördern. Die Grundlseer ihrerseits ergriffen diese Chance mit beiden Händen. So hat es Grundlsee verstanden, seine Gäste anzunehmen, sich der Welt zu öffnen und dabei das eigene Wesen zu wahren.
Mit diesen Sätzen charakterisiert Alfred Komarek im Reisebegleiter „Kulturschätze im Salzkammergut“ das einstige karge Leben und den Aufstieg.

Adelige und Künstler

Nach Grundlsee zog es bald auch adelige Familien wie die des Fürsten Kinsky, der Grafen Cernin, Kesselstatt, Meran und Strachwitz. Fischereipächter war ab 1872 Franz Graf von Meran.
An Künstlern und anderen Persönlichkeiten, die Grundlsee besuchten oder hier ihren Zweitwohnsitz besaßen bzw. besitzen, ist die Liste fast endlos. Berühmte Persönlichkeiten wie Burgschauspieler Josef Kainz, der Priester und Friedenskämpfer Johannes Ude, der Dichter Felix Braun und der Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud scheinen auf. Auch der Burgschauspieler Ludwig Gabillon aus Norddeutschland hatte sein Herz an die Landschaft verloren und 1875 das „Thomanseppn-Gütl“ gekauft. Dieses Anwesen wurde zum gesellschaftlichen Mittelpunkt, der Schauspieler zog bald das ganze Burgtheater an den Grundlsee. Ein Gästebuch eröffnete der Maler Hans Makart mit dem Aquarell einer Nixe, deren goldrotes Haar in dunkle Wogen taucht und deren schneeige Arme sich von tiefgrünen Bergseeufern leuchtend abheben.

 


Im Kaiserstall kann man sowohl das Parterre als auch den romantischen Dachboden für Kunstausstellungen nützen.
Auskünfte: Telefon (0 36 22) 86 66 oder Burgi Schramml Telefon (0 36 22) 52 9 8
Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellhinweise)