| Das Salzkammergut lebt aber nicht nur von zugereisten
Künstlern, wir können auch drei waschechte Ausseer präsentieren.
Das Ausseerland, geschätzt als Ort
der Mythen, der Märchen und Gespenster, hat eine lange, bewegende
Geschichte. In der gesegneten Landschaft fühlten sich Schriftsteller,
Komponisten, Maler und Bildhauer überaus wohl.
Arthur Schnitzler hat schon als Kind seinen ersten Sommer in Aussee verbracht.
Jahrzehnte später traf er hier die Schriftstellerkollegen Hermann
Bahr, Stefan Zweig und den „Jedermann“-Autor Hugo von Hofmannsthal.
Auch der Komponist Richard Strauss fand den Weg ins Salzkammergut, gemeinsam
mit seinem Librettisten Hofmannsthal arbeitete er an den Opern „Rosenkavalier“,
„Elektra“, „Ariadne auf Naxos“ und „Arabella“.
Robert Musil fühlte sich im Angesicht des Losers wohl, Hermann Broch,
Jakob Wassermann, Egon Friedell und der junge Rainer Maria Rilke ließen
sich vom einzigartigen Panorama verzaubern.
Friedrich Torberg, „Kishon“-Übersetzer und „Tante
Jolesch“-Erzähler, hat über Altaussee Unsterbliches geschrieben.
Weitere prominente Gäste waren der Philosoph Karl Popper, der Begründer
der Psychoanalyse Sigmund Freud, die Maler Moritz von Schwind und Oskar
Kokoschka, die Schriftsteller Nikolaus Lenau, Carl Zuckmayer und Adalbert
Stifter, die Komponisten Johannes Brahms, Gustav Mahler, Wilhelm Kienzl
und Nico Dostal.
Berühmte Dirigenten wie Clemens Krauss, Karl Böhm, Herbert von
Karajan verbrachten lange Zeit im Ausseerland. Auch Nikolaus Harnoncourt
schätzt den Zauber des Salzkammerguts.
Andere, wie der große Schauspieler Paul Dahlke oder der Grandseigneur
des Ufa-Films Rudolf Forster lebten hier bis zu ihrem Tod. Johannes Heesters,
die Burgtheater-Größen Paula Wessely, Attila Hörbiger
und Richard Eybner waren hier etliche Sommer zu Gast.
Felix Mitterer schrieb für Klaus Maria Brandauers legendäre
Salzberg-Inszenierung das „Spiel im Berg“.
Zwei Oldies der Bühne und des Fernsehens, Romuald Pekny und Hans
Joachim Fuchsberger, wollen ihrem Grundlsee lebenslang verbunden bleiben.
Klaus Maria Brandauer
Er wurde am 22. Juni 1944 in Altaussee geboren und zählt zu den
wenigen deutschsprachigen Schauspielern, die es zu internationalem Ruhm
gebracht haben. Der Höhepunkt seiner Karriere lag in den achtziger
Jahren. „Auf zwei Dinge kann ich um nichts in der Welt verzichten
– auf meinen Heimatort Altaussee und auf die Bühne des Wiener
Burgtheaters.“
Nach seinem Abitur besuchte der junge Brandauer die Hochschule für
Musik und darstellende Kunst in Stuttgart. Sein Schauspiel-Debüt
gab er 1963 in Tübingen. Nach Engagements in Düsseldorf und
Zürich wurde er 1971 Mitglied auf Lebenszeit beim Wiener Burgtheater.
Von Anfang an spielte er nicht nur Theater, er führte auch Regie.
Der internationale Durchbruch kam mit „Mephisto“, der mit
einem Oscar gekrönt wurde. An der Seite von Sean Connery spielte
er in Hollywood „Sag niemals nie“. Zurück in Europa,
stand Brandauer wieder für Istvàn Szabó in „Oberst
Redl“ vor der Kamera. Für seine Darstellung der Titelrolle
erhielt er das Filmband in Gold. „Jenseits von Afrika“ brachte
eine Oscar-Nominierung. In „Das Russland-Haus“ war er erneut
an der Seite von Sean Connery. Es folgte die Jack-London-Verfilmung „Wolfsblut“.
Klaus Maria Brandauer war mit der Regisseurin Karin Brandauer verheiratet,
sie starb am 13. November 1992. Sohn Christian ist Komponist, er hat für
die Landesausstellung 2005 eine Hymne geschrieben.
Barbara Frischmuth
Die Schriftstellerin Barbara Frischmuth wurde am 5. Juli 1941 in Altaussee
geboren. Sie studierte Englisch, Türkisch und Ungarisch in Graz,
Erzurum und Debrecen sowie Orientalistik in Wien. Ihre Mutter, Besitzerin
des Parkhotels am Altausseer See, deren Mann im Krieg gefallen war, übersiedelte
1956 nach Graz, wo sie das Brauhausrestaurant Reininghaus in Eggenberg
pachtete. Barbara wechselte vom Pensionat in Gmunden zunächst an
das Realgymnasium Bad Aussee und schließlich an das Pestalozzigymnasium
in Graz. In ihrem Maturajahr 1959 debütierte sie bereits mit Literatur
im Heimatsaal. Die Novelle „Die Klosterschule“ und der Roman
„Die Mystifikationen der Sophie Silber“ zählten über
einen langen Zeitraum zu den meistgelesenen Büchern aus ihrer Feder.
Von Barbara Frischmuth stammen 30 Bücher, 16 wurden in fremde Sprachen
übersetzt. In ihrem letzten Werk „Der Sommer, an dem Anna verschwunden
war“ (2004) geht es um Beziehungen, um Generationskonflikte, das
Alter und um das Miteinander verschiedener Kulturen. Wie keine andere
österreichische Autorin versteht sie es, mit den vielen Vorurteilen
gegenüber Fremden, vor allem gegen Moslems, aufzuräumen.
Unter den zahlreichen Kinder- und Jugendbüchern scheinen u. a. „Polsterer
III.: Robert Zeppel-Sperl“, „Der liebe Augustin“, die
„Geschichte vom Stainzer Kürbiskern“ und „Alice
im Wunderland“ auf.
In der Bilanz ihres umfangreichen Wirkens finden sich auch sechs Theaterstücke.
Ihre Hörspiele, 13 an der Zahl, wurden von führenden deutschen
Fernsehanstalten und vom ORF ausgestrahlt.
Einer der sechs Filme ist dem Ausseerland gewidmet. „Die Rabenmutter“,
ein Monodrama, wurde Anfang September in der Dominikuskapelle der Grazer
Andräkirche von Anna Maria Gruber dargeboten. Inszenierung Michael
A. Richter.
Barbara Frischmuth ist seit 1988 in zweiter Ehe mit Dr. Dirk Penner verheiratet,
ihr Sohn Florian aus erster Ehe kam 1973 zur Welt.
Alfred Komarek
Alfred Komarek, geboren 1945 in Bad Aussee, lebt als freier Schriftsteller
in Wien. Nach der Matura finanzierte er sein Jusstudium mit journalistischen
Arbeiten. Er verfasste u. a. Glossen und Reportagen für Zeitungen,
bald aber auch Texte für das Radio. Es folgten Features, Hörspiele,
Essays, Feuilletons, Erzählungen und TV-Drehbücher. Unter den
Dokumentationen stechen „Wasserwege“ und „Der Stephansdom
– Leben im Stein“ hervor.
Alfred Komarek ist bekanntlich Autor zahlreicher Bücher, in denen
er sich als literarischer Wegbegleiter durch österreichische und
europäische Kulturlandschaften erweist. Sein erster Kriminalroman
„Polt muss weinen“ wurde mit dem Glauser-Preis als bester
deutschsprachiger Krimi des Jahres 1999 ausgezeichnet. Dieser Roman sowie
die drei nachfolgenden Bücher der „Polt“-Tetralogie –
„Blumen für Polt“ (2001), „Himmel, Polt und Hölle“
(2002) und „Polterabend“ (2003) wurden von ORF und ARTE für
das Fernsehen verfilmt. Inzwischen hat der Autor mit dem „Journalisten
Daniel Käfer“ einen neuen Romanhelden geboren. „Die Villen
der Frau Hürsch“ heißt das erste Buch einer vierteiligen
Reihe über das steirische Salzkammergut und seine Menschen, die wiederum
vom ORF verfilmt wird. Die Dreharbeiten zum ersten Teil der Literaturverfilmung
mit dem Titel „Daniel Käfer und die Villen der Frau Hürsch“
erregen derzeit im Ausseerland große Aufmerksamkeit.
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Das Buch oben ist eine Schatzkammer für alle,
die das Besondere suchen. Von Alfred Komarek stammt auch der Band „Österreich
– mit einer Prise Salz“. Beide Werke sind im Verlag Kremayr
& Scheriau, Wien erschienen. |