Heribert Schwarzbauer
Gruß und Dank an Curt Schnecker

 

Seit langem ist er aus unserem Kunstleben nicht mehr wegzudenken, Multipräsident Curt Schnecker, der am 1. November 70 wird und gleichzeitig auf ein halbes Jahrhundert kultureller Betätigung in verschiedenen Bereichen zurückblicken kann.
Schon als Mittelschüler am Oeverseegymnasium nahm er Sprech-, Schauspiel- und Gitarreunterricht, zur aufstrebenden Theatergruppe „Die Spielvögel“ gehörte er ebenso wie zur „Styrian-Bigband“ und zur „Stimme der Jugend“ im steirischen Rundfunk.
Seine große Liebe zur bildenden Kunst entdeckte Curt Schnecker aber erst als Bankbeamter, der es bei der Landes- Hypothekenanstalt bis zum Direktionsrat brachte. Es begann mit der Organisation regelmäßiger Ausstellungen in der Bankzentrale und in einzelnen Filialen und gipfelte 1984 mit Schneckers Aufnahme in den Vorstand des Steiermärkischen Kunstvereines – Werkbund, dessen Präsident damals Stadtrat i. R. Heinz Pammer war. Dank seiner Einsatzfreude stieg Curt bald vom Schriftführer zum geschäftsführenden Vizepräsidenten und schließlich – in der Nachfolge von Prof. Adolf Osterider – 1999 zum Präsidenten auf, welches Amt er seit dem Vorjahr auch bei der Ernst-und-Rosa-von- Dombrowski-Stiftung innehatte. Überdies ist Schnecker Generalsekretär der „Aktion Künstlerhilfe“ und Vorstandsmitglied des Europazentrums Graz sowie der Österreichisch-Slowenischen und der Kulturgeschichtlichen Gesellschaft am Joanneum. Seiner Initiative war es auch zu verdanken, dass der Steiermärkische Kunstverein – Werkbund als einziger österreichischer Verein in die bei der EU in Brüssel akkreditierte „EURO ART“ aufgenommen wurde. Als deren Vizepräsident konnte er im Kulturhauptstadtjahr 2003 das gemeinsame Kunstprojekt „URBAN SPACE – NATURE SPACE“ im Grazer Künstlerhaus realisieren.
Doch damit nicht genug. Seit zehn Jahren betreut Curt Schnecker auch die vereinseigene Werkbundgalerie in der Heinrichstraße 10, hält dort und auch anderswo wohlfundierte Einführungsvorträge, tritt immer wieder als wortmächtiger Rezitator von Gedichten und Erzählungen in Erscheinung und erweist sich, bankmäßig bereits im Ruhestand, unentwegt als wahres Energiebündel, das sich mit Recht großer kollegialer Beliebtheit und weit reichender Wertschätzung erfreuen darf. Als äußere Zeichen dieser wohlverdienten Anerkennung erhielt Curt 1984 das Silberne und 2000 das Goldene Ehrenzeichen der Vaterstadt Graz, dazwischen 1989 das Große Ehrenzeichen des Landes Steiermark und jetzt zum 70. Geburtstag das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Seine vielen Freunde und Gratulanten hoffen natürlich, dass ihr Curt noch sehr lange so weitermachen kann, wie es seinen immer gemeinnützigen Intentionen entspricht.

Äpfel vom Dichterbaum

Unter dem Titel „Wer baut, braucht Trost“ veröffentlichte der bekannte Grazer Architekt Gerhard Haidvogel vor fünf Jahren ein – launig illustriertes – Fachbüchlein „für mutige Bauherren“. Nun zeigt er noch eindrücklicher, dass er auch der würdige Sohn seines namhaften dichtenden Vaters Carl Julius Haidvogel (1891–1975) ist, und zwar mit den – gleichfalls köstlich illustrierten – sich um Franziskus rankenden „vergnüglichen Heiligengeschichten“. Neben dem Titelhelden sind auch noch Antonius, Blasius, Christophorus, Florian, Georg, Hubertus, Martin, Nikolaus und Petrus in diesen zehn Geschichten vertreten, deren Legendengut durchaus respektvoll in die Gegenwart transponiert wird. Als originelles „Medium“ dient dabei die ebenso bibelfeste wie bauernschlaue Großmutter Mathilde, die mit den Heiligen wie mit ihresgleichen umgeht und sich als lebensklug im besten Wortsinn erweist. Davon zehren kann auch der Leser und Betrachter dieser 80 Buchseiten, die der manumedia schnider verlag um 17,80 Euro durch den Buchhandel gern vermittelt.

 

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellhinweise)