| Saubere Luft ist für Menschen,
Tiere und Pflanzen eine unentbehrliche Lebensgrundlage. Die Belastung
der Luft mit winzigen Staubteilchen ist heute eine der größten
Herausforderungen für unsere Luftreinhaltepolitik. Vor allem Städte
und verkehrsnahe Gebiete leiden unter zu hohen Feinstaubbelastungen. Landesrat
Johann Seitinger: „Das Problem Feinstaub ist als große Chance
zu sehen, längst fällige Investitionen in den öffentlichen
Verkehr endlich in Angriff zu nehmen, da im Falle des Nichthandelns in
den nächsten 20 Jahren ein weiterer Anstieg des Verkehrs von 30 bis
35 Prozent zu befürchten ist.“ Eine von Umweltlandesrat Johann
Seitinger eingesetzte Projektgruppe unter Umweltkoordinator HR Dr. Manfred
Rupprecht hat einen umfangreichen Maßnahmenkatalog zur Umsetzung
der emissionsmindernden Maßnahmen erarbeitet, der vom JOANNEUM RESEARCH
und der TU Graz auch wissenschaftlich begleitet wurde. Landesrat Johann
Seitinger: „Wir beginnen mit Maßnahmen, die kurz-, mittelund
langfristig umzusetzen sind, ein Mosaik zu legen.“
61 Maßnahmen
Das „Programm zur Feinstaubreduktion“
beweist die Vorreiterrolle der Steiermark in der Umweltpolitik. Kein anderes
Bundesland hat ein derartiges Maßnahmenpaket, das wohl auch europaweit
Beachtung finden wird.
Das Programm schlägt 61 Maßnahmen vor, wovon nachstehende Ziele
kurzfristig umgesetzt bzw. in Angriff genommen werden. Schwerpunkt ist
der Verkehr, insbesondere der öffentliche Verkehr, 25 Maßnahmen
betreffen den Ausbau des ÖV.
Nachrüst-Partikelfiltersystem –
Förderung 2005. Sonderförderung in der Höhe von 300 Euro
für Pkw und 700 Euro für Lkw und Busse. Landeseigene Dienstfahrzeuge
werden nur mehr mit Partikelfiltersystem angekauft.
Bonus Malus NOVA Feinstaub. Steirische
Förderung ab Jänner 2005: 300 Euro Bonus – 150/300 Euro
Malus.
Fernwärmeförderung. Ab November
2004 bis 2005 gibt es eine neue Fernwärmeförderung von bis zu
1000 Euro als Zuschuss pro Hausanschluss. 50 Prozent der Förderung
übernimmt das Land, 50 Prozent der Fernwärmedienstleister.
Kesseltauschaktion. 50-prozentiger Annuitätenzuschuss
für einen Kredit von bis maximal 10.000 Euro beim Umtausch von alten
Heizkesseln.
Nullstreuung in ebenen Tempo-30- Zonen.
400 km Null-Streuungs-Zonen in Graz bringen eine Feinstaubersparnis von
200.000 Kilo jährlich. Die Haftungsfrage ist noch zu klären.
Vermehrtes Straßenwaschen. Durch
vermehrtes Straßenwaschen und verbesserte Reinigungsmaschinen sind
33 bis 50 Prozent des Hochwirbelungspotenzials (Feinstaub) vermeidbar.
Feinstaub-Betriebsanlagen-Check. Ersatz
alter Feststoffbrennkessel, Anschlüsse an leitungsgebundene Energieträger
usw.
Geschwindigkeitsbeschränkungen. Tempo
100 auf Autobahnen und Tempo 80 auf Freilandstraßen, freiwillige
Festlegung von Tempo 30 in verkehrsberuhigten Zonen durch die Gemeinden.
Vorteile: weniger Unfälle, weniger Einsätze im Winterdienst,
enorme Kostenersparnis.
Reduktion der Ammoniakemission durch Förderung
der bodennahen Gülleausbringung. Einführung verbindlicher Abgasnormen
für landwirtschaftliche Maschinen und Geräte.
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