Kamillo Hörner
Die Wiederentdeckung der Gärten
 

Das Thema Garten war bis in die neunziger Jahre auf Randgruppen beschränkt. Aus Liebhaberei, aus traditioneller Verpflichtung, aus Sammelleidenschaft, aus Gründen einer möglichst autarken Ernährung oder ähnlichen Motiven wurde das zur Verfügung stehende Stück Land bzw. der Klein- und Schrebergarten bearbeitet und gestaltet. Mittlerweile hat sich der Garten als persönliches Betätigungsfeld, als Ausdrucksmöglichkeit besonderer Individualität, Kreativität und Gestaltungsfreude seinen Stellenwert wieder zurückerobert. Grünund Gartengestaltung prägen verstärkt das Erscheinungsbild unserer Dörfer, Märkte und Städte. Es gibt noch immer viele Menschen, die sich anstrengen, ein Stück Grün oder Garten zu erwerben. Wenn es dann endlich soweit ist, wird der Garten zur lästigen Pflicht. Was übrig bleibt ist, beginnend mit dem Frühjahr bis zu den letzten Sonnentagen im Herbst, das Rasenmähen, die Bekämpfung von Wildkräutern und Schädlingen sowie die Beseitigung von Laub. Auf diese Art der Gartengestaltung wollen wir uns in den „steirischen berichten“ allerdings nicht festlegen. Unser Ziel ist es Impulse auszulösen, die Ihnen Mut geben, Ihr Wohnumfeld, Ihren Freiraum samt Garten nach eigenen Vorstellungen zu entwickeln. Sie sollten nicht mehr gezwungen sein, sich Prinzipien zu unterwerfen, die von einer oberflächlichen Werbung und als der letzte Schrei empfohlen werden. Die negativen Seiten sind bekannt: Die vor dem Wohnzimmer aufgeschüttete Terrasse mit dem obligatorischen Grillkamin, die mit Rindenmulch bedeckte Böschung, die nahtlos in eine kurzgeschorene Rasenfläche mit Koniferen übergeht und bisweilen durch ein Plastikspielcenter für Kinder unterbrochen wird.

Erweiterter Wohn- und Lebensraum

Mittlerweile haben Wellness und Wohlbefinden auch im Garten Einzug gehalten. Da gibt es einen Platz zum Sonnen, da kann man aber auch unter einem stattlichen Baum die Kühle des Schattens genießen. Oder es gibt Sitzplätze, die von bewachsenen Pergolen beschattet sind. Frühstücken im Freien – und schon beginnt der Tag entspannter. Der Garten wird zum Treffpunkt für die ganze Familie und bei entsprechender Größe wird er auch dem natürlichen Bewegungsdrang der Kinder und Jugendlichen gerecht. Anstelle des Swimmingpools, dessen Wasserqualität nur mit hohem chemischem Aufwand gewährleistet werden kann, tritt der „Schwimmteich“, eine ideale Kombination aus naturräumlicher Vielfalt und Freizeitnutzung. Pflanzen im Uferbereich übernehmen die Reinigung des Wassers, die für das Schwimmen vorgesehenen Bereiche bleiben offen. Die oft befürchtete Gelsenplage bleibt aus, weil Libellenlarven und andere im Wasser angesiedelten Tiere Gelsenlarven als Nahrung benötigen.

Fotos: Kamillo Hörner

Seniorengärten

Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Menschen immer älter werden. Viele von ihnen möchten gerne noch Gartenarbeit leisten, um engen Kontakt mit der Natur zu halten. Aus gesundheitlichen Gründen sind sie jedoch nicht in der Lage, schwere Tätigkeiten auszuüben. Daher folgende Erkenntnisse zum Seniorengarten: Die Flächen sollen leicht zugänglich und angenehm zu bearbeiten sein. Um bückende Haltung zu vermeiden, sind Hoch- und Hügelbeete sehr zu empfehlen. Wichtig sind Ruheplätze und Schatten spendende Bäume bzw. Sträucher.

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellhinweise)