Kamillo Hörner
Farben – Formen – Düfte
 

Ein beinahe unerschöpfliches Reservoir der Gartengestaltung bieten die Themengärten. Sowohl in der Pflanzenauswahl als auch in der Gestaltung können dabei individuelle Zugänge berücksichtigt werden. Das verfügbare Spektrum reicht von Formen, Farben und Düften bis zu besonderen Pflanzenund Raritätensammlungen sowie Gestaltungselementen.

Am bekanntesten sind bei uns die Kräutergärten. Gewürz- und Heilkräuter werden anschaulich präsentiert. Vermittelt wird die Wahrnehmung von Düften, das Herausfinden unterschiedlichster Geschmacksnuancen, für besonders interessierte Besucher gibt es zusätzlich die Beschreibung von Heilwirkungen, Vorkommen, Vermehrung usw. Steirische Beispiele sind der Kräutergarten Söchau, die Kräutergärtnerei Wagner in Kapfenstein, der Kräutergarten im Stift Admont, der Kräutergarten in Halbenrain sowie ein privater Kräuter- und Schaugarten in Pöllau bei Hartberg.

Im Trend ist auch der Bauerngarten. Eine interessante Mischung aus Nutzpflanzen, Blumen, Stauden, Gewürzen, Kräutern, Gemüse und Beerenobst. Oftmals sind die Beete mit Buchs oder Lavendel eingefasst, das gesamte Areal ist mit einem Holzzaun geschützt. Keinesfalls fehlen dürfen einige Rosenstöcke und eine bunte Mischung aus Sommerblumen. Besonders stolz sind die Be sitzer solcher Gärten, wenn es gelingt, spezielle Gemüsesorten, Blumen und Staudenpflanzen zu kultivieren und zu vermehren.

Wer liebt sie nicht – die Rose – die Königin unter den Blumen. Und so ist der Rosengarten naturgemäß wohl eine der beliebtesten Formen des Themengartens. Oben: Der lehrreiche Kräutergarten des Benediktinerstiftes Admont. Mit Edelrosen, Beetrosen, Hochstammrosen, Strauch- und englischen Rosen, Kletterrosen usw. gibt es eine enorme Auswahl, die sich je nach Art unterschiedlich präsentiert. Die Spezialisten unter den Rosenliebhabern begnügen sich heute nicht mehr, besondere Farben, Formen und Düfte hereinzubringen, sondern stehen meist in Verbindung mit einem weltweiten Netz von Züchtern, um auch den letzten Trends dieser speziellen Gartengestaltung gerecht werden zu können.

Breiter Raum bei allen Präsentationen wird dem Staudengarten gewidmet. Stauden sind mehrjährige Pflanzen, die die Eigenschaft haben, den Winter im Freien zu überstehen, um dann im darauf folgenden Jahr ihre Formen und Blütenpracht neu zu entfalten. Um nur einige zu nennen: Phlox, Fetthenne, Irisgewächse, Akeleien, Rittersporn, Fingerhut, Frauenmantel, Hornkraut usw. Manche Stauden bilden niedrige Polster, andere wieder bereichern den Garten durch Höhe und Blütenfarbe.

Nicht unerwähnt bleiben soll ein Garten mit Kletterpflanzen. Diese Pflanzen brauchen zum Wachsen ein Klettergerüst, sind sie mit Haftwurzeln ausgestattet, können sie Mauern begrünen. Zur Auswahl stehen Wilder Wein, Efeu, Clematis und Glyzinie, um nur einige zu nennen. In Verbindung mit Klettergerüsten aus Holz oder Stahl, Stein und Mauerteilen ergibt sich eine Fülle von Gestaltungsmöglichkeiten. Pergolen aus Holz ergeben neue Wohnbereiche im Freien. Rankengerüste in Verbindung mit Kletterpflanzen sorgen für eine entsprechende Beschattung im Hochsommer. Ob nun eine Wand mit Kletterpflanzen bewachsen werden soll oder nicht, ist abhängig vom Kleinklima, von attraktivitätssteigernden und formalen Aspekten.

Eine interessante Mischung von naturräumlichen Elementen und künstlerischer Gestaltung ergibt der Skulpturengarten. Bereits im Barock wurde der Besucher von einer Vielzahl von Skulpturen, die ihren Ursprung in der griechischen und römischen Mythologie oder in der Sagenwelt hatten, empfangen. Die Motivation für einen Skulpturengarten heute ist die Präsentation von Plastiken und Objektkunst im Freien

Der lehrreiche Kräutergarten des Benediktinerstiftes Admont.

Ein Rosengarten in schönster Blüte.

Der Steingarten besticht durch die Harmonie von Mineralien und Grün.

Kräutergarten Wagner, Kapfenstein.

Fotos: Kamillo Hörner

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellhinweise)