Yasmin Hörner-Bassa
Der Garten als eigenes, selbst gestaltetes Paradies
Klares Design statt Sammelsurium

 

War früher der Garten hauptsächlich durch eine gesunde und der Ernährung dienende Form des Gemüse- und Obstgartens mit einer durchaus sortenreichen Vielfalt definiert, so scheint er heute lediglich der Zwischenraum zum Nachbarn zu sein. Der gepflegte Rasen als Ausdruck von Sauber- und Ordentlichkeit wurde in letzter Zeit noch durch begeistertes Pflastern aller Einfahrten und Wege ergänzt. Aber auch ein neuer Zugang zum eigenen Garten ist wieder erwacht. Ausgehend von Wohlbefinden und Entspannung zu Hause, entwickelt sich der Garten zum eigenen, selbst gestalteten Paradies. Ein eigener Freizeitbereich zum Zurückziehen und Ausruhen in vertrauter Umgebung wird geschaffen, damit bekommt der Garten seine soziale Funktion zurück. Ein kreatives Design darf jedoch nicht mit einem Sammelsurium von verschiedensten Gestaltungselementen verwechselt werden. Auch hier sind es die einfachen und klar erkennbaren Ideen, die großen und kleinen Gärten ihre eigene Form geben.

Japanische Einflüsse

Um Kleingärten eine besondere Note zu verleihen, haben sich die Gartenarchitekten von der minimalistischen Ausformung japanischer Gärten, vor allem der Zen-Gärten inspirieren lassen. Der betonte Purismus von ausgesuchten Gesteinsbrocken, gerechtem Kies und dezenten Pflanzen wie Bambus und Gräsern verleiht jedem noch so kleinen Zwischenraum eine ruhige und bescheidene Art. Diese Freiräume werden auch in die Architektur der Häuser integriert. Dadurch erhält das Element Mauer eine neue Bedeutung, ähnlich den zenbuddhistischen Vorbildern lenken sie durch die Abschottung von außen den Blick auf das Innere – der nahen Natur und dem eigenen Selbst.

Cottage-Gärten

Mit gänzlich anderen Elementen sind die Cottage-Gärten ausgestattet. Die Engländer lieben die Stauden in ihrer ganzen Vielfalt. Meist sind die Staudenreihen in aufsteigender Höhe um eine Rasenfläche angelegt und bieten das ganze Jahr eine berauschende Blütenpracht. Dem Formenspiel sind dabei keine Grenzen gesetzt. So findet man im „Great Dixter“ (Grafschaft East Sussex an der Südküste Englands) einerseits streng geometrisch beschnittene Sträucher, andererseits ein wildes Farbenspiel der Stauden.

 
Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellhinweise)