Max Mayr
Das Denkmalschutzgesetz 1999 weist schweren Fehler auf

Viele historische Gärten sind vom Verfall bedroht
 

In Österreich gibt es etwa 1500 historische Grünanlagen, viele davon sind leider vom Verfall bedroht. 1999 wurde das Denkmalschutzgesetz novelliert, man hat damals 56 historische Gartenanlagen darin verankert und zur Unterschutzstellung vorgesehen. Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen Anlagen im mehrheitlichen Eigentum von Gebietskörperschaften und jenen im Privatbesitz.
Private Gärten und Parks können leider nur mit Zustimmung der Eigentümer unter Denkmalschutz gestellt werden, dabei handelt es sich meist um Kloster-, Burg- und Schlossgärten. Das führt zu gewaltigen Schwierigkeiten.
Der Leiter der Abteilung für Historische Gartenanlagen, Univ.-Dozent Dr. Geza Hajos vom Bundesdenkmalamt in Wien und Landeskonservator HR Mag. Dr. Friedrich Bouvier vertreten daher die Auffassung, dass dieser Passus im Denkmalschutzgesetz 1999 unbedingt geändert werden muss.
Erfreulich ist die Tatsache, dass die drei Grazer Grünareale – der Schlosspark Eggenberg samt Planetengarten, der Schloßberg und der Stadtpark – bereits unter Denkmalschutz stehen. Beim Stadtpark gibt es jedoch die Sorge, dass wegen Überalterung und lange verschleppter Baumsanierung ganze Alleen gefällt werden müssen.
Anders verhält sich die Situation beim Schlosspark Hollenegg und beim Schlosspark Brunnsee. Die Eigentümer sind abwartend, weil der Denkmalschutz auch Verpflichtungen bringt. Ein Sonderfall ist der Kurpark Bad Gleichenberg. Ursprünglich hatte die Gemeinde vor, Teile der berühmten Anlage für Hotelbauten zu reservieren. Seit bekannt ist, dass die Altbauten der Kuranstalt abgebrochen und an dieser Stelle durch ein großzügiges Objekt ersetzt werden, überwiegt die Hoffnung auf Erhaltung des Kurparks.

Dr. Geza Hajos ist auch Generalsekretär der „Österreichischen Gesellschaft für Historische Gärten“. Das Ziel ist ein neues kulturelles Bewusstsein zugunsten der wertvollen Anlagen, die vielfach in Vergessenheit geraten sind.

Informationen: Abteilung für Historische Gartenanlagen, Hofburg, Säulenstiege, 1010 Wien, Tel. 01/53 4 15-125, Fax: DW. 225.

 
Der lange vernachlässigte Planetengarten wurde 2004 zu einer Augenweide.  
Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellhinweise)