Museen sind wieder „in“
 

Gleich drei Großveranstaltungen, die 2004 in Graz hunderte Museumsfreunde vereinten, beweisen die Aussage dieses Titels. Den Auftakt bildeten der 16. Österreichische Museumstag und der 13. Steirische Museumstag mit dem Motto „Die Suche nach dem Geld – Museen und neue Herausforderungen“. Vom 9. bis 11. September 2004 haben über 300 Teilnehmer die materiellen Sorgen aufgezeigt und nach Lösungen, wie Sponsoring durch die Wirtschaft, gesucht. Am 29. Oktober wurde im Heimatsaal die „Alltags- und Regionalkultur im Kontext der Museumslandschaft“ hinterfragt und am 10. Dezember stand das heiße Eisen „Frauenalltag – Gender Perspektiven in der Europäischen Union“ zur Diskussion.
Sehr gut angekommen ist der Eröffnungsfilm zum Österreichischen Museumstag im Heimatsaal. Die Gestalter scheuten sich nicht, auf den Zustand des Palais Attems hinzuweisen, das über Initiative von Frau Landeshauptmann Waltraud Klasnic endlich restauriert wird. Als besondere Erfolge scheinen die Römersteinsammlung beim Schloss Eggenberg und das Volkskundemuseum sowie das Holzmuseum St. Ruprecht, präsentiert von Hans Edler, auf. Waltraud Klasnic betonte, dass auch das Eintrittsgeld gefragt ist, Bürgermeister Siegfried Nagl erklärte, wer Museen sponsert, muss auch Steuervorteile bekommen. Evelyn Kaindl-Ranzinger erklärte, man dürfe die öffentliche Hand nicht aus der Verantwortung entlassen. LH-Stellvertreter Leopold Schöggl verwies auf die Notwendigkeit der Vernetzung, er konnte bei der Eröffnung der Römersteinsammlung in Eggenberg und des römischen Pavillons in Wagna auf besondere Erfolge verweisen.
Einige Auszüge aus Statements zur „Suche nach dem Geld“. Brigitte Kössner von den Initiativen Wirtschaft für Kunst Wien: „Sponsoring ist in Zeiten immer knapper werdender staatlicher Kulturförderung zum viel zitierten Zauberwort geworden. Stimmige Partnerschaften sowie besondere Erlebnisse werden in Zukunft immer mehr gefragt sein.“ Karin Wolf, Direktorin des Instituts für Kulturkonzepte Wien: „Kleine und mittlere Kulturorganisationen haben es am Sponsoringmarkt doppelt schwer. Zum einen stehen sie in Konkurrenz zu großen Institutionen und Festivals mit viel Publikum und größeren Reichweiten, zum anderen sind sie personell oft chronisch unterbesetzt, es stehen nicht genügend Kräfte für professionelle Geldbeschaffung zur Verfügung.“ Karl Posch, Kulturinitiative Kürbis Wies stellte die hochaktuelle Frage: „Wer sponsert schon kulturelle Initiativen auf dem Land?“ Karl Glawischnig und Volker Hänsel, Landschaftsmuseum Schloss Trautenfels erläuterten, dass viele Vorhaben aus finanziellen Gründen über den Verein abgewickelt werden müssen, so die Zeitschrift „Da schau her“, aber auch Sonderausstellungen, Schlossfeste, Konzerte, Lesungen, Seminare und Exkursionen. Für die Tagung „Frauenalltag – Gender Perspektiven in der EU“ gelang es, mehrere ausländische Referentinnen zu gewinnen. So z. B. Dr. Gabriela Kilinowa, Akademie der Wissenschaften, Bratislava, Dr. Elka Tschernokoshewa, Volkskunde am Sorbischen Institut, Bautzen, Dr. Joanna Lawnikowska-Koper, Akademie Tschenstochau und Evelyn Ortner, Frauenmuseum Meran. Mit Gender werden gesellschaftlich und kulturell geprägte Rollen, Rechte, Pflichten, Ressourcen und Interessen von Frauen und Männern bezeichnet.

Informationen über MuSiS: Der Museumsverein MuSiS, 8020 Graz, Strauchergasse 16, Tel. (0 31 6) 73 86 05, bietet ab Jänner 2005 die neu gestalteten Homepage: homepage.sime.com/musis

Museumsforum Steiermark

Nahezu 250 Museen und Sammlungen beherbergen steiermarkweit unersetz liche Kulturgüter. Diese Schätze bedürfen jedoch einer fachgerechten Lagerung, Pflege und zeitgemäßen Präsentation. Der Geschäftsführung des Landesmuseums Joanneum, Direktor Mag. Dr. Wolfgang Muchitsch und Intendant Peter Pakesch, ist es ein Anliegen, durch das Museumsforum Steiermark den Regionen im Landesmuseum eine Anlaufstelle zu bieten und das Haus nach außen zu öffnen. Das Museumsforum Steiermark hat die Aufgabe, die regionalen Museen und Sammlungen in ihrer Arbeit zu unterstützen und fachlich zu beraten. Die Servicestelle versteht sich als Kontakt-, Koordinations- und Informationsstelle für die Verantwortlichen von Regionalmuseen und Sammlungen. Ferner ist das Museumsforum ein Ansprechpartner für Entscheidungsträger in den Gemeinden und im Tourismus.

Kontakt Museumsforum Palais Attems, 8010 Graz, Sackstraße 17 Tel. +43 316/80 17-94 40 Fax: +43 316/80 17-94 49 E-Mail: gabriele.wolf@stmk.gv.at Mobil: +43 0664/8017-9440 E-Mail: andrea.menguser@stmk.gv.at Mobil: +43 0 66 4/80 17-94 39
www.museum-joanneum.at
Amtsstunden: täglich 9 bis 12 Uhr (oder nach Anmeldung)

 

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