Vom Römerland ins Ausseerland
 

Zum Ausklang der Landesausstellung 2004 im Schloss Retzhof war es zwar grau und regnerisch, die stolze Gesamtbilanz der „Römer 2004“ erhellte jedoch die Gemüter. Nach der Fanfare 2004, gespielt von Toni Maier und der Bläsergruppe zogen die Bürgermeister Direktor Karl Deller, Wagna, Alois Adam, Frauenberg und Hans Kindermann, Leibnitz das erfreuliche Resümee.
Mit 151.371 Besuchern ist die steirische Landesausstellung „Die Römer 2004“ im Schloss Seggau und im Schloss Retzhof die dritterfolgreichste seit 1996. Dazu kommen 37.240 Besucher beim Tempelmuseum in Frauenberg und 24.344 bei der Ausstellung „Die Kaiser und ihre Münzen“ im Musikheim Seggauberg. 48.500 Freunde der Archäologie nutzten die Gelegenheit, die Ausgrabungsstätten von Flavia Solva zu sehen, 38.000 besichtigten die Aflenzer Römerhöhle. Rund 208.000 Gäste kamen in das Römerdorf Wagna, die Ausstellungskarte berechtigte bekanntlich zu mehrmaligem Eintritt. Die Partnerausstellungen in Slowenien verzeichneten 10.400 Besucher.
Für die spannende Aufbereitung der historischen Thematik und die originelle Gestaltung dankte Frau Landeshauptmann Waltraud Klasnic Prof. Dr. Bernhard Pelzl und Architekt DI Michael Kadletz: „So hat jede Ausstellung ihre eigene Note.“ Hervorgehoben wurde der unermüdliche Einsatz von LAbg. a. D. Franz Trampusch, dem langjährigen Bürgermeister in Wagna. Starken Beifall gab es auch für den Chef der Kulturabteilung HR Dr. Josef Marko, der mit vielen Ideen den Erfolg sichern half. Der Überreichung von Ehrengeschenken an die Bürgermeister der Landesausstellungsgemeinden 2005 folgte der begeisternde Auftritt der Flinserl und Trommelweiber – die Narren & Visionäre des Ausseerlandes übernahmen die Herrschaft.
Inzwischen sind aus dem steirischen Salzkammergut viele gute Nachrichten eingetroffen. Zur Finanzierung von interaktiven Projekten hat LH Waltraud Klasnic zusätzliche 99.000 Euro freigegeben.
Über Antrag von Landesrat Hermann Schützenhöfer gab es in der Landesregierung einen Grundsatzbeschluss, der zum Bau der Therme Mitterndorf und des Vitalbades Bad Aussee führen soll. Das Detailkonzept wird Ende Mai vorliegen, das Land würde maximal 7,3 Millionen Euro Förderung bereitstellen.

„Menschen für Menschen“

Mit Karl Heinz Böhm ergab sich eine interessante Zusammenarbeit. Seine Organisation „Menschen für Menschen“ setzte sich das Ziel, neben den ersten 100 Schulen weitere 100 Schulen in Äthiopien zu errichten, weil nur gute Bildung eine optimale Entwicklung ermöglicht. Dazu Kulturreferentin Waltraud Klasnic: „Vielleicht ist die gemeinsame Aktion der Landesausstellung 2005 mit den steirischen Schulen und der Äthiopienhilfe von Karl Heinz Böhm die gewisse Prise Salz, die es manchmal braucht, damit es anderen Menschen besser geht.“ Landesschulratspräsident Dr. Horst Lattinger und Direktor Bertram Mayer meinen, die Landesausstellung 2005 werde den steirischen Schülerinnen und Schülern visionäres Gedankengut mit auf die Lebensreise geben. Für Juli sind eigene Schultage geplant.

„Salzfisch“ in der Salzkruste

Die Vorbereitungen für die Landesausstellung im Ausseerland sind indessen weit gediehen, die kulinarische Vorhut ist bereits angekommen. So gibt es allerorts schon das „Ausseer Narrenbräu“, die „Narrenbrezen“ gehören zu den vielen Bäckerkreationen. „Fröhlich, der Narr“ heißt der Weißwein, „Johann, der Visionär“ der Rotwein. Eine neue Fischspezialität, der „Salzfisch“, ein heimischer Saibling in der Salzkruste aus gemahlenem Steinsalz gebacken, ist in der Gastronomie schon bestens eingeführt.

„Weibaras“ im Fasching

Mit großer Spannung wird natürlich wieder der Ausseer Fasching erwartet. Maskenträger und Narren übernehmen drei Tage lang, vom Faschingsamstag bis Dienstag (5. bis 8. Februar), das Kommando. Die Ämter haben Journaldienst, die Ausseerinnen genießen mit der „Weibaras“ Narrenfreiheit ohne Sperrstunde. Die in den Gasthäusern verlesenen launigen Faschingsbriefe decken diverse Peinlichkeiten der Mitbürger auf. Die Trommelweiber, in Nachtgewänder gehüllte Männer, vertreiben mit ohrenbetäubendem Trommelwirbel den Winter, die Ausseer Flinserl mit prachtvoll bestickten farbenprächtigen Gewändern künden den Frühling an.

Perfekte Einladung ins Ausseerland – Flinserl und Trommelweiber im südsteirischen Retzhof.

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellhinweise)