| Zwei Maler unseres Landes, ein Ost-
und ein Obersteirer, begehen heuer zwar keine runden Geburtstage, haben
aber jeweils signifikante Zwischenbilanzen über ihr bisheriges Schaffen
gezogen.
Hans Jandl wurde 1958 in Pischelsdorf geboren. Er ist Hauptschullehrer
in Sinabelkirchen und zur Kunst kam er auf dem Umweg über die Kunsterziehung.
Ab 1982 arbeitete er, vorerst im heimatlichen Umfeld, auch als Maler mit
multimedialen Ambitionen, bis er 1987 durch die renommierte „Gruppe
77“ weitere Möglich - keiten zu überregionaler Präsentation
seiner Kunstwerke erhielt.
Bereits 1988 zeigte Jandl im Grazer Künstlerhaus unter dem Motto
„Sonne und Mond“ Ölbilder und Kohlezeichnungen, die keine
romantische, sondern eine eher angstvolle Naturverbundenheit des Künstlers
bezeugten. In der Folge entdeckte Jandl die hohen Qualitäten des
widersprüchlichen Materials „Blei“, das unserer Zeit
so entspricht wie das Gold der barocken Welt.
1996 bedeutete die künstlerische Ausgestaltung der neuen, dem heiligen
Bernhard von Aosta geweihten Dorfkapelle in Penzendorf einen Höhepunkt
in Jandls bisheriger Lebensleistung, die bald da - rauf auch durch die
informative Ausstellung „Twilight“ in Hartberg gewürdigt
wurde. Einen ganz großen Rückblick auf 20 Jahre Malerei gab
es für den mittlerweile 46 gewordenen Hans Jandl im Herbst 2004 –
der Gleisdorfer Sammler Erich Wolf präsentierte einen wohlgegliederten
Querschnitt durch Jandls Malerei seit 1984, die von der Kunsthistorikerin
Kerstin Braun durch einen opulenten Katalog dokumentiert wurde. Vom jugendlichen
Wilden über den material bewussten Abstrakten bis zum Gewaltverweigerer
spannt sich eine bemerkenswert konsequente Schaffenslinie, deren Endpunkte
noch nicht abzusehen sind.
Ronald Kodritsch kam 1970 in Leoben zur Welt. Er studierte zuerst in Graz
und dann bei Gunter Damisch in Wien, wo er auch jetzt lebt und viel arbeitet,
wie er in seiner Biografie feststellt. Schon mit 20 Jahren begann er in
Leoben, Feldbach und Graz auszustellen, tat dies in der Folge auch in
ganz Österreich sowie in Deutschland und der Schweiz, heuer sogar
in Kambodscha. Kodritsch ist aber nicht nur fleißig, sondern auch
experimentierfreudig. Vor einigen Jahren arrangierte er mit Hilfe von
Georg Pruscha und bei den „Poncho Brothers“ in Wien und Graz
Aktionen im öffentlichen Raum, um auf kulturelle Missstände
aufmerksam zu machen. Natürlich wurde dies alles (und noch mehr)
auf Videos festgehalten, die, ergänzt durch ein Dutzend Kataloge
und CDs, für eine umfassende Werkdokumentation sorgen. Das letzte
große Katalogbuch, der Band „LECK“ ist zu den Ausstellungen
in der Wiener Galerie Feichtner und der Grazer Galerie Schafschetzy „steirischer
herbst 2004“ erschienen. Er spiegelt den ganzen Kodritsch-Kosmos
facettenreich wider: gekonnte Malerei im „Affen-Zyklus“, köstlich-freche
Stricheleikunst in den „Flaschengeistern“, satirische Seitenhiebe
beim gemalten und modellierten „Seipliera“-Salzfass und Selbstironisches
zu „Maler und Modell“. Die Kritik an „LECK“ reichte
von „Rotzbub“ bis zu Vergleichen mit Kippenberger und Polke.
Sie bescheinigte dem Künstler auf jeden Fall viel Unterhaltungswert.
Wer sich selbst ein Bild machen will: „LECK“ ist bei Schafschetzy
in der Färbergasse 2 um 22 Euro erhältlich.
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Hans Jandl, Zwei rote Berge
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| Die vollständige Fassung dieses Artikels
finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellhinweise)
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