Dieter Schoeller
Europäischer Dorferneuerungspreis geht ins Vulkanland

 

Wo sind denn eure Vulkane? Bei der Preisverleihung an die Gemeinde Auersbach und das Steirische Vulkanland wurde diese Frage oft gestellt. Doch dazu später. Die Oststeirer standen mit den Gemeinden Ummendorf in Sachsen-Anhalt und Heinerscheid in Luxemburg am Siegerpodest des „Europäischen Dorferneuerungspreises 2004“.
32 Gemeinden aus ebenso vielen europäischen Ländern bzw. Regionen hatten sich unter dem Motto „Aufbruch zur Einzigartigkeit“ an dem Wettbewerb beteiligt. Eine Jury hatte sie besucht und Leitbild und Durchführung geprüft. Im Oktober trafen sich alle im Großen Walsertal zur Verleihung der Preise durch den Vorsitzenden der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, LH Erwin Pröll.

Start in Auersbach

Auersbach und das Vulkanland haben in dem viel beachteten und heiß umkämpften Wettbewerb den bisher besten Platz für die Steiermark errungen. Teilnahme war für uns Steirer Ehrensache, wurde doch die ARGE Mitte der achtziger Jahre, beim Auftakt zur Kampagne „Land in Sicht“ in Graz gegründet.
Ungefähr zu dieser Zeit hat der junge Volksbürgermeister von Auersbach, Josef Ober, das Jammern und Zuwarten seiner Mitbürger satt. Gemeinsam mit seinem Kollegen Adolf Haluschan und anderen Bürgermeistern beginnt er, über die regionale Entwicklung nachzudenken. Experten von außen, allen voran Kamillo Hörner vom Volksbildungswerk, werden eingebunden. Auch die Fachabteilung für Örtliche Raumplanung und Gemeindeentwicklung hilft bei jedem Schritt. Zuallererst bei einer Bewusstseinsoffensive in Auersbach selbst. Verschiedene Projekte wie eine Mehrzweckhalle und die Ortserneuerung folgen. Man findet Anhänger in weiteren Gemeinden und schließt sich zur Kleinregion Feldbach zusammen.

Region als Treibsatz

Der etwas schwammige Begriff Region wirkt in der Oststeiermark wie ein Treibsatz. Wir müssen uns finden und uns selber helfen, das wissen Josef Ober und seine Freunde ganz genau. Warten auf Thermalwasserbohrungen, große Industriebetriebe oder höhere Subventionen – warum nicht, aber nicht nur. Wohin man schaut, gibt es Möglichkeiten, wohin man hört, sprudeln Projektideen.
Vulkanland wird zum Markennamen. Weniger wegen der Urgeschichte als aus Stolz auf die Gegenwart: Ideenvulkane sprühen überall, heiße und fruchtbare Aktivität überströmt die Region. Klar, dass sich damit auch Radkersburg angesprochen und eingebunden fühlt. Nun ist mit 66 Gemeinden und rund 90.000 Einwohnern gerade die richtige Größe erreicht, um neue Projekte unter breiter Bürgerbeteiligung anzugehen.
Das Haus der Region in Schloss Kornberg wird gegründet und ist bald Treffpunkt der Regionalentwickler. Projekte für die Landwirtschaft, die Kulturlandschaft und den Tourismus machen den Anfang. Kulinarisches hat dabei hohen Stellenwert: Vulkano- Schinken und -Salami, Lava-Bier, Zotter-Schokoladen, Eruption-Wein, unverfälschte Naturprodukte in hoher Qualität, dargeboten von Selbstvermarktern oder in gemütlicher Gastronomie vor Ort. Keine billige Massenware, hier wird sofort in der internationalen Liga gespielt. Lob von allen Seiten macht selbstbewusst.

 

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellhinweise)