Max Mayr
Grazer Herz-Jesu-Kirche gesichert

Gewaltiges Rettungswerk

 

Wer vom Elisabethhochhaus, der Chirurgie des LKH oder vom oberen Teil der Waltendorfer Hauptstraße auf Graz herunter schaut, weiß wie mächtig sich die Herz-Jesu-Kirche aus dem Häusermeer erhebt. Mit 109,60 m ist der Turm der höchste der Steiermark. Er ist die Spitze eines einmaligen Gesamtkunstwerkes, hat doch Architekt Georg Hauberisser in den Jahren 1881 bis 1891 nicht nur die stimmungsvolle Unterkirche und die grandiose Oberkirche geplant und gebaut, von ihm stammt auch jedes Detail.

Schlechte Luft und Taubenplage

In den mehr als 100 Jahren setzten der Zahn der Zeit, die Luftverschmutzung und die Taubenplage dem als Wallfahrtskirche entwickelten Bauwerk arg zu. Der Aflenzer Sandstein war stark angegriffen, so dass Teile herabstürzten, Ziegeloberflächen waren zersetzt.
Dem Alarm im November 2003 folgten viele gute Taten. Das Hauptportal wurde gesperrt, Planken schützten die Kirchgänger vor Gefahren. Nun galt es, eine aufwändige Restaurierung technisch, handwerklich und finanziell zu sichern. Landtagspräsident Reinhold Purr übernahm den Vorsitz im Orgelkuratorium, das Bauforschungsbüro DI Markus Zechner führte die Schadenserhebung durch. Als Projektleiter fungierte Mag. Peter Rinofner. Verständlich, dass der Bauausschuss ungezählte Beratungen abhielt. Franz Rossmann vom Wirtschaftsrat der Pfarre brachte seine reiche Erfahrung als langjähriger Direktor der ÖWGes ein, HR DI Dr. Edmund Marchner kümmerte sich um die zügige Sanierung der Bauschäden und die Taubenabwehr. Ebenso zielbewusst wirkten Pfarrer Mag. Alois Sosteric und der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Dr. Peter Kliman. Sie müssen angesichts der Gesamtkosten von 900.000 Euro aus der Pfarre immerhin 400.000 Euro aufbringen.
Ein besonderer Glücksfall – Landeskonservator Dr. Friedrich Bouvier, der in der Nähe wohnt, setzte sein Wissen und seine Kraft für Sicherheit und neue Schönheit ein.
Am 21. November feierten tausende Gläubige mit Weihbischof Dr. Franz Lackner den Festgottesdienst – in Dankbarkeit für das gewaltige Rettungswerk am Turm und an der Westfassade. Sehr rasch soll nun auch der dritte Bauabschnitt folgen.

Über 109 m hoch ragt der Turm der Herz-Jesu-Kirche in den Himmel.

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellhinweise)