quergelesen – quergelesen

 

REISEN-VOR.ORT, ein Stadtführer durch das multikulturelle Graz, herausgegeben vom MEGAPHON, Caritas der Diözese Graz-Seckau. Im Straßenverkauf erhältlich, 16 Euro

Das „Megaphon“-Team mit Chefredakteurin Judith Schwentner und Marketingleiter Gottfried Reyer hat den buntesten Stadtführer geschaffen, der Menschen aus fünf Kontinenten in 17 Bezirken auf 200 Seiten mit vielen Farbtönen vereint. Caritas-Direktor Franz Küberl sagt im Vorwort, dass es nicht immer ein Flug in andere Länder sein müsse, das multikulturelle Graz führe uns dies deutlich vor Augen. Der Band besticht durch die Vielfalt an gastlichen Stätten, durch treffende Illustrationen und exzellente Beiträge. So fällt es Judith Gschwentner leicht, dem Leser nach dem Eintauchen in die Welten von Afrika, Amerika, Asien, Australien und Europa eine „gute Reise“ zu wünschen.

Max Aufischer, Gerhard Gross. fünf-zehn-plus eins. 15 Jahre Kulturvermittlung Steiermark, Kunst pädagogisches Institut Graz. 12 Jahre Cultural City Network Graz, 6 Jahre Internationales Haus der Autoren Graz. ISBN 3-901096-36-1, 248 Seiten, 15 + 1 Euro

Die Kulturvermittlung Steiermark widmet sich seit ihrer Gründung im Jahre 1988 mit Vorliebe jenen Graubereichen des Kulturbetriebes, die zwar oft eine breite Öffentlichkeit einschließen, trotzdem – oder gerade deshalb – kaum in den Genuss einer breiten öffentlichen bzw. medialen Wahrnehmung gelangen. In den vergangenen 15 Jahren wurden an die 70 verschiedene Wanderausstellungen über 800-mal in Schulen, Galerien und Museen im In- und Ausland gezeigt. Daneben wurden 1600 Ausstellungen und andere Kulturprojekte organisiert, aufgebaut oder unterstützt, Kooperationen mit mehr als 150 Städten in 40 Ländern (mit einem Schwerpunkt Südosteuropa) durchgeführt. 167 StipendiatInnen und Gäste aus 30 Ländern – darunter rund ein Viertel aus dem Bereich der Literatur – wurden in Graz betreut und an die 80 Publikationen herausgegeben. Zu diesem Anlass wurde der Dokumenta tionsband „fünfzehn- plus-eins“ verfasst, in dem die Vielfalt von Projekten der vergangenen Jahre aus den Bereichen Zeit- und Kulturgeschichte, bildende Kunst und Literatur in Wort und Bild dargestellt wird.

Bernd Chibici: Alle reden ... keiner hört zu. Die neuen Wege zu Aufmerksamkeit und Erfolg, Holzhausen Verlag GmbH. Wien 2004, 158 Seiten, 22,62 Euro

Der Journalist Bernd Chibici mit 30 Jahren Berufserfahrung tanzt nicht nur mit dem Format seines Buches aus der Reihe, er rührt vor allem an unser Gewissen, die Energien des Lebens nicht zu vergeuden. Das Ziel: Umdenken und wertbewusst handeln. Die „zehn Prinzipien der Aufmerksamkeit“ und die außergewöhnliche Gestaltung fesseln wohl jeden Leser. Beispiele: „Licht schenkt Lust, Laune und Leben. Die Sprache der Farben. Düfte für mehr Umsatz. Die Geheimnisse der inneren Uhr. Die neue Rhetorik. Originale sind gefragt.“ Das Buch ist ein Aufruf zur Aufmerksamkeit als der größten Kostbarkeit der Informations gesellschaft. Sie droht in der Flut von Worten, Bildern und Tönen unterzugehen.

Bernhard Sebl. Besitz der „toten Hand“. Entziehung und Restitution des Vermögens der Benediktinerstifte Admont und St. Lambrecht. Herausgegeben von HR Hon.- Prof. Dr. Josef Riegler, MAS, Direktor des Stmk. Landesarchvis. ISBN: 3-901938-13-3, 109 Seiten, 10 Euro

Dieses Buch setzt sich mit dem Thema des Vermögensentzugs in der NS-Zeit und der Restitution der entzogenen Güter auseinander. Am Beispiel der Benediktinerstifte Admont und St. Lambrecht zeigt der Autor Bernhard Sebl, wie das nationalsozialistische Regime vorgegangen ist, um die Kirche durch den Entzug der wirtschaftlichen Basis zu schwächen. Er umreißt die Abwicklung der Rückgabe der Stiftsgebäude, Kunstgegenstände, Kulturgüter u. Ä. und stellt die Vorgänge mit teilweise noch unverwendetem Akten material dar. Auch die wirtschaftliche Situation der beiden Benediktinerklöster vor deren Enteignung durch das nationalsozialistische Regime wird beschrieben und somit ein rechts- wie auch sozialhistorischer Zeitraum von den zwanziger bis in die fünfziger Jahre beleuchtet.

Martin Gutl. In vielen Herzen verankert. Seine schönsten Texte. ISBN: 3-222-13163- 5, Verlag Styria, 224 Seiten, 14,90 Euro

Dieses Buch enthält die tiefsten und schönsten Texte des 1994 verstorbenen Priesters und Dichters Martin Gutl: vor allem berührende Nahaufnahmen seiner unzähligen Begegnungen mit den Menschen, poetische Berichte von seiner Suche nach der ewigen Botschaft der Liebe und dem Ringen um Gottesnähe. Beim Lesen der Texte wird der innere Dialog mit Gott deutlich. Zehn Jahre nach Gutls Tod kann durch seine Texte hindurch die Faszination erahnt werden, die von ihm ausging. Die Auswahl sowie das Vor- und Nachwort stammen von Karl Mittlinger.

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellhinweise)