| „styriarte“-Intendant Mathis
Huber erhielt am 20. November 2004 den Hanns- Koren-Kulturpreis, den das
Land Steiermark seit 1978 vergibt. Frau Landeshauptmann Waltraud Klasnic
hat ihn im Weißen Saal der Grazer Burg verliehen.
Mathis Huber wurde 1958 in Graz geboren. Während seiner Studien (Oboe,
Musikwissenschaft, Geschichte) war er freier Mitarbeiter in der Kulturredaktion
der „Kleinen Zeitung“ und im ORF-Studio Steiermark. Im Oktober
1990 erreichte ihn die Berufung zum Intendanten des damals noch kleinen
Musikfestivals. Jurymitglied Dr. Johannes Koren: „Huber hat es geschafft,
die von Anfang an bestehende Bindung Nikolaus Harnoncourts an die ,styriarte‘
aufrechtzuerhalten und darüber hinaus wichtige internationale Ensembles
zu gewinnen.“
Die Würdigung des Preisträgers hat sein langjähriger Wegbegleiter,
der Dramaturg und Schriftsteller Thomas Höft, gehalten. Mathis Huber
überraschte mit einer unkonventionellen Rede:
„Ich habe mich dafür zu bedanken, dass gerade mir diese richtige
Aufgabe gestellt worden ist. Diese Aufgabe hat mir nicht Hanns Koren gestellt,
das war Kurt Jungwirth, beraten von seinem Kulturamtsleiter Dieter Cwienk,
und ich habe damals und bis heute nicht verstanden, wieso er das getan
hat. Mir war zwar schon im Herbst 1990 klar, dass das die Aufgabe meines
Lebens sein würde, aber ich hatte nie etwas vergleichbar Schwieriges
gemacht und die Herausforderung war enorm. Die ,styriarte‘ war damals
ziemlich ramponiert und jeder konventionelle Landesrat hätte gemeint,
da muss ein solider Manager her, Kostenrechnung, Marketing, Sponsoring,
und wenn die Maschine wieder läuft, denken wir wieder an die Kunst.
Kurt Jungwirth hatte dabei einen Ruf zu verlieren, ich nicht, ich hatte
keinen. Dafür möchte ich Kurt Jungwirth heute danken. Sie können
mir glauben, es war gar nicht so schwer, ein gescheites Festival zu machen.
Da gab es eine Richtschnur und die hieß Nikolaus Harnoncourt. Das
war und ist für mich die interessanteste Musikerpersönlichkeit
unserer Zeit, über die Maßen belesen und informiert und auf
der Bühne einfach ein genialer Musikant. Ich habe also meine Aufgabe
so definiert – gestalte ein Festival, in dem sich die Arbeiten von
Nikolaus Harnoncourt ideal aufgehoben fühlen können.“
PS: Nicht vergessen werden sollte, was Mathis Huber mit der Mozart-Gemeinde
im Meerscheinschloss und mit Jeunesse Graz im Palais Attems geboten hat
und bietet, auch nicht das überzeugende Osterprogramm „Psalm
2004“. Kenner der Szene wissen, dass er auch dem bisher vernachlässigten
Grazer Robert Stolz ein Festival widmen möchte. Dass im Advent 2004
schon das „styriarte“-Programm 2005 „sinnlich“
weltweit verschickt werden konnte, bezeugt die Professionalität des
Styriarte-Intendanten und seines engagierten Teams.
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