| Höchste Auszeichnung für Josef
Krainer: Ehrenbürger der Landeshauptstadt |
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| Aus der Laudatio, die Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl am 10. Mai 2005 bei der Überreichung der Ehrenbürgerwürde an Dr. Josef Krainer gehalten hat. Josef Krainer wurde am 26. August 1930 als ältester Sohn des späteren Landeshauptmannes der Steiermark, Ökonomierat Josef Krainer und seiner Gattin Josefa in der steirischen Landeshauptstadt geboren. Nach dem Besuch der Volks- und Mittelschule legte er 1949 die Reifeprüfung im Oeverseegymnasium in Graz ab. Bis knapp vor seiner Matura war Josef Krainer im heftigen Zwiespalt, welche Studienrichtung er einschlagen sollte. Da er, tief geprägt von seinem Religionslehrer, dem spätern Regens Franz Leopold, sich zwischen Theologie und Philosophie einerseits und Volkswirtschaftslehre, Finanzpolitik- und Verfassung anderseits, entscheiden musste, fiel nach hartem Ringen die Wahl zugunsten des Studiums der Rechte, wobei ihn der generelle Einblick in die akademische Welt und die großen Entfaltungsmöglichkeiten in diesem Metier überzeugten. Im Studienjahr 1951/52 nahm er die in dieser Zeit noch ungewöhnliche Gelegenheit wahr, als Fulbright Stipendiat an der University of Georgia politische Wissenschaften zu studieren. Diese Erfahrung hat sein politisches Weltbild und dessen Interpretation entscheidend mitgeprägt. Nach seiner Promotion 1956 an der Karl-Franzens-Universität und der Absolvierung des Gerichtsjahres entschied er sich, am Bologna-Center der Johns-Hopkins-University noch ein Studienjahr anzuschließen, um seine hervorragenden Sprachkenntnisse in der Hauptstadt der historisch so bedeutsamen Emilia Romagna weiter zu vervollkommnen. Seine Auslandserfahrungen, die Welt- und Sprachgewandtheit formten Josef Krainers intellektuelle Liberalität, seinen weiten geistigen Horizont und seine ausdauernde Kraft. All dies änderte nichts an seiner Verwurzelung in der bäuerlichen Tradition seiner Familie, die stets innig mit der Steiermark und Österreich verbunden war. Seine offene und zugleich tiefe Katholizität ruhte auf einer von religiöser Geisteshaltung gestützten Verantwortungsethik. Von 1956 bis 1962 war Josef Krainer Generalsekretär der Katholischen Aktion in der Steiermark. Der damalige Diözesanbischof Dr. Josef Schoiswohl, der seine enormen Fähigkeiten sofort erkannte, berief ihn in diese wichtige Funktion, in der er als Kurator auch den Ausbau der Afro-Asiatischen Institute in Wien und Graz forcierte. 1962 bis 1966 war er wissenschaftlicher Assistent am Institut für Volkswirtschaftslehre und Finanzpolitik, welches sein väterlicher Freund, der berühmte Grazer Nationalökonom Univ.-Prof. DDr. Anton Tautscher, als Ordinarius leitete. Obwohl kurz vor der Habilitation stehend, entschloss er sich dem ehrenvollen Ruf des damaligen Präsidenten des steirischen Bauernbundes Ökonomierat Josef Wallner zu folgen und die Position des Direktorstellvertreters dieser Vereinigung anzunehmen. Am 1. Jänner 1969 erfolgte die Wahl zum Direktor. Ein weiterer politischer Schritt erfolgte 1970, als er als Spitzenkandidat des Wahlkreises Weststeiermark in den Nationalrat gewählt wurde. Nach dem plötzlichen und tragischen Tod seines Vaters am 28. November 1971, der als Landeshauptmann sein Bundesland aus Chaos, Trümmern und Nachkriegselend in immer bessere Zeiten führte, berief ihn Landeshauptmann Dr. Friedrich Niederl in die Landespolitik. Aus dem fernen Wien in die Heimat zurückgekehrt,
trat er am 10. Dezember 1971 als Landesrat in die Steiermärkische
Landesregierung ein. Mit den heiklen Agenden des Bau- und Agrarreferates
betraut, hat er richtungsweisende Projekte verwirklicht, so die Weiterführung
der Süd- und Pyhrnautobahn mit dem für Graz so bedeutsamen Plabutschtunnel,
aber auch die Schnellstraßen durch die Mur-Mürz-Furche. |
Ein Herzensanliegen
von Dr. Josef Krainer ist das geeinte, friedliche Europa. Hier mit Sloweniens
Präsident a. D. Lojze Peterle |
| Die Festsitzung des Grazer Gemeinderates am 10. Mai 2005 bleibt den Teilnehmern wohl in bester Erinnerung. Bei der Feier im vollbesetzten Minoritensaal wurden „60 Jahre Zweite Repu blik, 50 Jahre Staats vertrag und 10 Jahre EU-Mitgliedschaft“ mit der Überreichung der Ehrenbürgerschaft an den langjährigen Landeshauptmann Dr. Josef Krainer und den ebenso langjährigen Bürgermeister Alfred Stingl verbunden. Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl würdigte die friedliche Entwicklung Europas seit 1945, Univ.-Prof. Dr. Stefan Karner machte in seiner Festrede deutlich, warum wir im Frühjahr 1955 nahezu plötzlich den Staatsvertrag bekommen haben. Bürgermeister Alfred Stingl und Landeshauptmann Josef Krainer haben im Laufe vieler Jahre zum Wohl der Landeshauptstadt und des Landes zusammengearbeitet, so z. B. bei der Mursanierung, beim Bau der Synagoge, bei der 2. Ökumenischen Versammlung und bei den Vereinigten Bühnen (Ausgestaltung der Oper). In einem Brief zum Geburtstag schreibt Alfred Stingl an Josef Krainer u. a.: „Du hast oft spüren lassen, dass die Überwindung geistiger Grenzen in der Kultur des Miteinander einen tiefen Sinn hat.“ | |
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