Jetzt neue Energiepolitik

Der Ölschock saß tief. Der Club of Rome, der 1972 mit dem Bestseller „Das Ende des Wachstums“ weltweit Bestürzung ausgelöst hatte, legte 1973 eine volle Schaufel nach. Der Club prophezeite ein baldiges Auslaufen der Erdöl- und Erdgasvorkommen. Viele Städte versanken im Dunkel, Leuchtreklame und Anstrahlung wurden verboten, es kam der autofreie Tag. Bürgermeister Götz tauchte den Grazer Schloßberg in die Finsternis, Kanzler Kreisky plädierte für das Nassrasieren, ohne zu bedenken, dass Warmwasser mehr Strom braucht als Trockenrasieren.

So tief saß der Schock dann doch nicht. Meldungen über Ölfunde und die Beschwichtigungen der Ölmultis ließen die Alarmszenerie rasch vergessen, auch das wachsende Ozonloch. Zu den Wachsamen mit Blick in eine Zukunft ohne fossile Reserven gehörte schon damals DI Dr. Heinz Kopetz von der Landwirtschaftskammer Steiermark. Er ließ bei
Gleisdorf den ersten rasch wachsenden Energiewald anlegen, den er im Sommer 1982 der Presse vorstellte. Er erfand die Vision vom „Bauern als Energielieferanten“.
Seither hat der Bio- und Ökopionier viel Energie für die Erneuerbare Energie (EE) eingesetzt - als weltweit gesuchter Referent, als Organisator von Konferenzen, als Autor einschlägiger Bücher, als geduldiger Aufklärer, auch dann, wenn die Preise für Öl und Erdgas unter den Preisen für Biosprit lagen.
Nach vielen Jahren zäher Arbeit darf Heinz Kopetz nun die Energiewende erleben. Der „Gaskrieg“ zwischen Moskau und Kiew mit ersten Minderlieferungen für Ungarn, Italien und Österreich hat europaweit Bestürzung ausgelöst. Angesichts der hektischen Motorisierung in China und Indien lautet die bange Frage, wie es überhaupt weitergehen kann. Nur mit einer neuen Energiepolitik, die von allen Ländern, auch von den säumigen Vereinigten Staaten, mitgetragen wird, lässt sich die Zukunft gewinnen. Im Ringen um besseren Klimaschutz kommt Österreich nun eine Schlüsselrolle zu. Bereits im März 2006 werden in Wien die ersten Schritte für das Kyoto-Anschluss-Abkommen koordiniert.
Wir sind froh, dass es in enger Zusammenarbeit mit führenden Institutionen gelungen ist, dieses hochaktuelle, facettenreiche Thema darzustellen. Heinz Kopetz wird als Präsident des Österreichischen und Europäischen Biomasseverbandes sicher nicht locker lassen. Wir wünschen ihm alles Gute und viel Erfolg.

Heinz Kopetz: Mit ganzer Kraft für EE

Max Mayr

Brennendes Interesse für Holz

„Der Bedarf an Brennholz ist in diesem Winter um 20 Prozent höher als in den vorigen Jahren“, erklärt Franz Teuschler, Obmann des Landesgremiums Holz- und Baustoffhandel der Steirischen Wirtschaftskammer, in einem Beitrag der „Grazer Woche am Sonntag“. Konkret heißt das, dass sich manche Kunden bereits schwer tun, eine größere Menge Holz sofort zu bekommen. Das Holz, das bei den Händlern hereinkommt, geht sofort wieder in den Verkauf. Von einer überaus starken Nachfrage berichten auch die Experten vom Waldverband Steiermark