weiß-grünes mosaik
 
Steirische Bildnisse von Heribert Schwarzbauer
Walli Feller
 

Wer sich im Hinblick auf unsere steirische Walli an die legendäre Tiroler Geier-Wally erinnert fühlen sollte, liegt damit gar nicht so abseits, wie es den Anschein macht: Das aufregende Jugenderlebnis von Anna Knittel (1840–1915) hat sich nämlich für Literatur, Bühne, Film und Oper gleichsam verselbständigt, während die Heldin zeitlebens das blieb, was sie von Anbeginn sein wollte, eine Zeichnerin und Malerin, die in München eine (eher notdürftige) Ausbildung erhielt und fortan in Innsbruck als gefragte Porträt- und Blumenmalerin eine zunehmend geachtete Stellung innehatte. Mit einem Abstand von rund 100 Jahren waren somit Anna Stainer-Knittel und Walli Feller Kolleginnen, deren künstlerische Wege durch jeweils individuelle Berufungen ausgelöst und geprägt wurden.
Bei Waltraud Maria Schwammerlin, die mitten im Krieg aus ursprünglich bayrischer Familie in Graz zur Welt kam, gab es auf dem Weg zur bildenden Kunst allerdings noch eine andere Hürde zu überwinden: die vorerst nicht minder lockende Freude am Theater mit einem 1965 abgeschlossenen Schauspielstudium an der damaligen Hochschule für Musik und darstellende Kunst. Dorthin kehrte sie nach fast 30 Jahren nochmals zurück, um bei Rektor Otto Kolleritsch mit dem Thema „Theater im ,steirischen herbst‘“ den akademischen Grad einer „Magistra artium“ zu erarbeiten. Die letztlich entscheidende Lebenswende hatte jedoch schon 1966 stattgefunden. Anstatt in Augsburg ihr erstes Engagement als „muntere Naive“ anzutreten (in Graz hatte sie schon die Franziska in Lessings „Minna von Barnhelm“ gespielt), heiratete sie den aus Vorarlberg stammenden, fünf Jahre älteren Redakteur Franz Feller, mit dem sie – selbst dreifache Mutter geworden – die Kinderseite der „Kleinen Zeitung“ gestaltete. Franz Feller selbst, mit dem auch ich gelegentlich zusammenarbeiten durfte, betreute durch Jahrzehnte mit viel Fachwissen und großer Einfühlung die Wochenendbeilagen der „Kleinen“, deren „alte Herren“ Fritz Csoklich, Kurt Wimmer, Franz Feller und Max Mayr von geschätzten Kollegen längst zu lieben Freunden geworden sind.

 

Walli Feller – vom Schauspielstudium mit dem akademischen Grad „Magistra Artium“ zur bildenden Kunst. Die „Farben der Schöpfung“ signalisieren ihre jüngere Entwicklung, im Hintergrund „Das Lob des zweiten Tags“.

Die Malerin hat auch drei köstliche Kinderbücher verfasst und illustriert.
Fotos: Franz Feller
 
Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellhinweise)