neues von steirischen künstlern |
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Helga Schaefer-Matyi
Wenige Monate vor ihrem 88. Geburtstag, den sie am 12. November begangen hätte, starb am 31. Mai in Graz die
Malerin Helga Schaefer-Matyi. Auch als Literatin und kulturelle Zeitzeugin hervorgetreten, war die Tochter des als „Original“ bekannten Grazer Malers Paul Schmidtbauer (1892–1974, Sohn von Paul Schmidt und Olga Bauer) erst spät in dessen Fußstapfen getreten, weil sie sich vorerst mehr für Literatur und Fremdsprachen interessiert hatte. Ihre wichtigste Lebensstation – nach London, Bonn, Köln und Kiel – wurde zunächst München mit seinem Künstlerviertel Schwabing; 1982 nach Graz heimgekehrt, fand die nun hauptsächlich als Malerin Tätige in Ulf Mayers „Vereinigung bildender Künstler Steiermark“ einen ihr gemäßen Kollegenkreis, mit dem sie fortan regelmäßig im Künstlerhaus ausstellte. Vor allem arbeitete sie kontinuierlich an der Dokumentation des Lebenswerks ihres Vaters und pflegte freundschaftliche Kontakte mit zwei wesentlichen, leider auch bereits verstorbenen Persönlichkeiten des heimischen Literaturlebens: der Tochter Elfriede des bedeutenden Dichters Hans Leifhelm und meiner Frau Helga Schwarzbauer. Als dann um die Jahrtausendwende Günter Eisenhut und Peter Weibel für die Neue Galerie die Riesendokumentation „Moderne in dunkler Zeit – Widerstand, Verfolgung und Exil steirischer Künstlerinnen und Künstler 1933–1945“ zu erarbeiten begannen, war als einschlägige Zeitzeugin auch Helga Schaefer-Matyi unaufgefordert zur Stelle. |
Hans Dampfhofer, 60 Jahre
Der aus Voitsberg gebürtige Maler Franz Dampfhofer wurde am 28. Juni sechzig und aus diesem Anlass durch eine
schöne Ausstellung im Kunsthaus Köflach geehrt. Der von Rudolf Szyszkowitz in Graz und Rudolf Hausner in Wien ausgebildete Künstler gehört heute zu dem runden Dutzend weststeirischer Maler, denen der Grazer Kunsthistoriker Heinz Schwarzmann eine im Herbst erscheinende Monografie widmet; neben den bereits verstorbenen „großen Alten“ Aduatz, Fabian und Roupec werden von den noch Lebenden Fritz Ehrbar, Franz Weiß und eben Franz Dampfhofer darin gewürdigt werden. Richard Rubinig, der unvergessene „Großbetreuer“ all dieser Künstler, hat Dampfhofer einen „alten Spurensicherer genannt, der bei den Pfadfindern gelandet ist, die den Paradiesvogel suchen“ – eine noch immer gültige Metapher für all das Schöne, Erbauende und Nachdenklich-Machende, das der Künstler in den für ihn typischen Vierergruppen, die randvoll mit Erzählungen gefüllt sind, verpackt hat. Leider ist zu dieser Dampfhofer-Ausstellung kein Katalog erschienen, aber im üblichen Fünfjahresrhythmus wird sich dafür in näherer oder ferner Zukunft gewiss noch manche Gelegenheit finden!
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SAMMER TIME zum Siebziger
Als Hanns Koren 1964 im Joanneum-Ecksaal die erste Ausstellung des damals 28-jährigen Luis Sammer aus Stainz bei Straden eröffnete, sagte er beim Rundgang zu mir: „Aus diesem jungen Oststeirer wird noch was!“ Und wie so oft im Laufe seines langen Kulturlebens hat unser großer Freund Koren auch diesmal Recht behalten: Aus dem Landbuben von damals wurde ein sogar mit dem Würdigungspreis des Landes ausgezeichneter renommierter Künstler von längst überregionaler Bedeutung und bereits im neuen Jahrhundert, in Heft 1/2003 dieser „Berichte“, konnte ich meinem alten Freund Luis Sammer auch ein „Steirisches Bildnis“ widmen.
Nun wurde der Künstler am 4. Mai 70 Jahre alt und da ließen sich die Mächtigsten seiner vielen Freunde etwas wirklich Originelles einfallen: eine SAMMER TIME von zehn + sieben Tagen für zehn x sieben Jahre, bestehend aus drei Ausstellungen, die am langen Abend des 24. Mai nacheinander eröffnet wurden und im Kreuzgang des Minoritenklosters mit einem Geburtstagsfest für Luis Sammer endeten. Inszeniert und eröffnet wurde das Ganze von Götz Pochat und Johannes Rauchenberger, die eine stimmige Dreiteilung der reichhaltigen Materialien in prägnante Doppelgruppen vornahmen: So wurde „Einfühlung & Abstraktion“ im Künstlerhaus gezeigt, „Religion & Existenz“ im Priesterseminar und „Mythos & Gelächter“ im Kulturzentrum bei den Minoriten. Damit dieses großzügige Konzept nicht im Juni zu enden brauchte, gaben die beiden Kuratoren, unterstützt von Erwin Fiala, auch noch ein opulentes Begleitbuch heraus, das mit englischer Übersetzung in Wort und Bild „Das künstlerische Werk Luis Sammers“ über die Ausstellungen hinaus lebendig bleiben lässt. Das Buch ist im Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra erschienen. Die bisher gültige Sammer-Monografie von Ilse Lichtenegger und Johannes Koren (1999) bleibt in ihrem Informationswert dadurch unberührt. |
Rudolf Szyszkowitz, enzyklopädisch
Am 27. April 2005 jährte sich der Geburtstag von Rudolf Szyszkowitz, des Großmeisters der neueren steirischen Malerei, zum 100. Mal. Dieses Jubiläum wurde von der Neuen Galerie am Landesmuseum Joanneum durch eine Gedenkausstellung „Zwischen Tradition und Erneuerung“ gewürdigt. Zugleich reifte auch der Plan, die seit 1977 vorliegende, noch vom Künstler selbst autorisierte Monografie aus der bewährten Feder von Wilfried Skreiner durch ein neues Buch zu ersetzen, das vor allem den seither extrem fortgeschrittenen drucktechnischen Erfordernissen Rechnung tragen konnte. Nun wurde dieses im Wiener Böhlau-Verlag erschienene, 300 Seiten starke, fast 2 Kilogramm schwere, üppig illustrierte Prachtwerk am 5. Juli in der Neuen Galerie präsentiert. Deren Leiterin Christa Steinle zeichnet gemeinsam mit Gudrun Danzer, die den biografischen Hauptessay verfasste, für die Herausgabe verantwortlich, aber auch für die Redaktion, da noch weitere Fachleute
zur Mitarbeit eingeladen wurden. So schrieben Matthias Boeckl über „Lebenswelt und Kunstessenz“, Franz Smola über den Szyszkowitz-Stil vor 1945, Elisabeth Fiedler über „Kunst und Lebenshaltung aus dem Geist des Bundes Neuland“, Peter Peer über Szyszkowitz als „Wahren Dichter der Zeichnung“ und Kerstin Barnick-Braun über das Schaffen des Künstlers nach 1945. Verzeichnisse der Ölgemälde, der architekturgebundenen Arbeiten und der Druckgrafik, Ausstellungsverzeichnisse und Familiäres ergänzen die Textbeiträge mit bisher unerreichter Vollständigkeit, so dass insgesamt von einer ersten Szyszkowitz-Enzyklopädie gesprochen werden darf.
Dennoch sollte man den guten alten Wilfried Skreiner keinesfalls zum Altpapier geben: Mögen auch Information und Bildmaterial überholungsbedürftig gewesen sein, so fasziniert immer noch die höchst einfühlsame biografische Einzelleistung eines keineswegs mit Szyszkowitz gleichgesinnten Kunsthistorikers, dem die respektvolle Würdigung einer großen künstlerischen Leistung am Herzen lag. Außerdem wurde Skreiners Buch „Hanns Koren zum 70. Geburtstag“ gewidmet, passt also bestens auch noch ins laufende Koren-Gedenkjahr 2006! |
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| Die
vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen
berichte". (Bestellhinweise)
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