weiß-grünes mosaik
 
Franz Sölkner
Sonne und Biomasse machen die Kleingemeinden autark
 

Auf Initiative der Grünen hat sich die Marktgemeinde Thal bei Graz zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2015 die ge-
samte in ihren Häusern und Betrieben benötigte Wärme- und Prozessenergie aus den eigenen lokalen Ressourcen bereitzustellen. Eine hohe Effizienz der Energienutzung soll dabei sowohl durch Maßnahmen der energetischen Gebäudesanierung als auch durch den Einsatz moderner kombinierter Kraft-Wärme-Technologien sichergestellt werden.
Die PolitikerInnen der Klimabündnisgemeinde wollen damit nicht nur einen wirksamen Beitrag zur Entschärfung des Treibhauseffekts leisten. Sie erwarten sich dadurch auch eine nennenswerte Steigerung der heimischen Wertschöpfung und die Sicherung bäuerlicher Existenzen. Geht man dabei nur vom aktuellen Heiz- und Stromverbrauch in den zirka 800 Wohneinheiten aus, so würden nach der Realisierung des Gesamtprojekts jährlich bis zu 2 Millionen Euro, die bisher noch für Energiezukäufe nach außen abgegeben werden, in der Gemeinde selbst verbleiben.
Die Frage, ob diese Zielsetzung unter dem Einsatz modernster Technologien zu vernünftigen ökonomischen Bedingungen auch tatsächlich realisierbar erscheint, wurde von Studenten der Bulme Graz-Gösting im Rahmen einer Diplomarbeit untersucht. Das Ergebnis: Die größten Potenziale liegen zweifellos in
der direkten Nutzung der Sonneneinstrahlung sowie in der Biomasse, vor allem im jährlichen Holzzuwachs, die Waldausstattung der Gemeinde beträgt zirka 60 Prozent.
Summiert man sämtliche ökonomisch sinnvoll nutzbaren Potenziale, so ergibt sich eine Überdeckung des derzeit in der Gemeinde gegebenen Bedarfs an elektrischer Energie um zirka 20 Prozent und des Verbrauchs an thermischer Energie um zirka 45 Prozent. Sieht man also einmal von der für den Verkehr benötigten Energie ab, so ist das Ziel der kommunalen Energieautarkie nicht nur in Thal, sondern auch in vergleichbaren Kleingemeinden erreichbar.
Die Nutzung heimischer Energie zur Nahwärmeversorgung in modernen Wohnungen ist in Thal keine Neuheit. Die Biomasseheizanlage der Lindenhofsiedlung in Unterthal versorgt seit 22 Jahren 21 Wohneinheiten kostengünstig mit Wärme. Sie wurde Anfang der achtziger Jahre noch als „Pilotprojekt“ gefördert.

 

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellhinweise)