Neun Tage lang spielten in der riesigen Olympiahalle von Turin 148 Nationalmannschaften in der allgemeinen Klasse (Männer und Frauen) und 103 bei den Frauen, insgesamt rund 1.500 Spieler und Spielerinnen, ihr Turnier: die Schacholympiade 2006.
Wettkampfschach ist ein Sport, der sich weltweit enorm entwickelt. Nach Mitglieder-nationen gerechnet ist der Weltschachverband, die FIDE, mit 160 Föderationen nach dem Fußballweltverband der größte Sportverband der Welt. In der allgemeinen Klasse holte sich Armenien Gold, bei den Damen siegte die Ukraine. Österreich ist derzeit in der Nationenwertung auf Platz 43, landete bei enormer Konkurrenz im Mittelfeld. Bester Österreicher war der Internationale Meister Georg Danner aus Hartberg.
Wieder ein Weltmeister
Der FIDE-Kongress war ein Wahlkongress. Gegen den regierenden Präsidenten Kirsan Ilyumzhinov aus der russischen Teilrepublik Kalmückien trat der Holländer Bessel Kok an. Die Generalversammlung der FIDE ähnelt jener der UNO. Jeder Staat hat eine Stimme. Der Westler Kok ging mit 54 zu 96 Stimmen unter, wobei ihm sicherlich auch die derzeitige verheerende Politik der USA schadete. Kurt Jungwirth wurde in das FIDE-Präsidium wiedergewählt. Von dort kommt die wichtigste Nachricht für die Schachwelt: Nach dem Rückzug von Kasparow aus der Turnierarena steigt in Kürze der Titelkampf der nächsten Generation zwischen Veselin Topalow aus Bulgarien und dem Russen Wladimir Kramnik.
Jugend traf sich in Mureck
Auch in der Steiermark tut sich Internationales. Mureck ist mit seinem Umland bereits im In- und Ausland für seine hervorragenden Aktivitäten im Jugendschach bekannt, ein großes Verdienst des unermüdlichen Motors Erich Gigerl. So trafen sich zum vierten Mal die jüngsten Talente aus der Europäischen Union zu ihren Meisterschaften. Dieser Bewerb gewinnt Tradition und ist nur durch die Unterstützung der Landesregierung über Landesrätin Bettina Vollath und das Landesjugendreferat möglich. Gespielt wurde in den Altersgruppen unter 10, 12 und 14 Jahren in der männlichen und weiblichen Jugend. Zusammen mit dem begleitenden Internationalen Steirischen Open waren 164 Spieler und Spielerinnen aus 25 Nationen vertreten. Unser Bild zeigt die Besten aus den verschiedenen Altersklassen. Bester Steirer war Peter Schreiner.
Jetzt auf nach Köflach
Das nächste Großereignis steht in der Thermen- und Lipizzanerstadt Köflach mit den Österreichischen Staatsmeisterschaften ins Haus. In der ersten Septemberwoche steigt dort ein erstes großes Schachfestival. Im Hauptturnier trifft der vielfache Staatsmeister Niki Stanec auf die Besten der neuen Generation, die in dem soeben geschaffenen österreichischen Hoffnungskader sich auf das Turnier vorbereitet haben: aus steirischen Vereinen neben dem Routinier Manfred Freitag Markus Ragger, Eva Moser, Günter Kuba und Andreas Diermair.
|