Ein Gewinn für das ganze Land

Wie es scheint, wird mit der 32. Landesausstellung in Bruck an der Mur der Schlusspunkt einer Traditionsreihe gesetzt. Hanns Koren hat sie 1959 mit der Gedenkschau für Erzherzog Johann ins Leben gerufen. Graz war jeweils der „Austragungsort“. 1970 stand „Das steirische Handwerk“ noch unter seiner Ägide.

Unter Kulturlandesrat Kurt Jungwirth gab es drei Landesausstellungen in Graz, „Literatur in der Steiermark“ wurde 1976 mit 13.000 Besuchern zu einem Flop. Nach dieser Erfahrung entschloss sich Jungwirth, von nun an die Landesschauen in den steirischen Regionen durchzuführen und diese Idee brachte schon bei „Gotik in der Steiermark“ (St. Lambrecht) mit 107.812 Besuchern die entscheidende Wende.
Mit dem Publikumserfolg in der „Provinz“ waren jeweils hohe Investitionen verbunden, galt es doch, Schlösser, Burgen, alte Klöster, Museen, Industriedenkmäler u. a. m. mit neuer Funktion auszugestalten oder Neubauten zu errichten.
In Eisenerz entstand das Stadtmuseum, in Bärnbach das Glaskunstzentrum, in Judenburg die Kunstarena, in Mürzzuschlag das Kunsthaus, in Leoben die Kunsthalle, in Bad Radkersburg das Kulturzentrum, in Graz der „Dom im Berg“, in Weiz das Sonnenhaus, in Gleisdorf der Weg durch die Solarstadt, in Piber das Zentrum für Reiten und Fahren, in Wagna der Museumspavillon über der Römerstadt Flavia Solva, in Frauenberg das Römermuseum neu, in Bad Aussee die Mercedesbrücke, das Futurium und das Ausstellungszentrum, in Altaussee die Salzwelten, aus dem Lindlbauer das Seehotel Grundlsee mit Max’s Restaurant, in Bruck an der Mur das neue Kulturhaus. In den Städten und Orten wurden viele Gebäude revitalisiert und renoviert.
Ein weiterer erfreulicher Aspekt – es sind zahlreiche, wissenschaftlich fundierte Kataloge erschienen. Schade, dass die ursprüngliche Buchform nicht beibehalten wurde.
Von 1959 bis jetzt registrierte man bei 32 Landesschauen 4,523.333 Besucher.
Niemand kann bezweifeln, dass diese Präsentationen zu einem Gewinn für das ganze Land wurden, an dem die „steirischen berichte“ mit je einer Sonderausgabe beteiligt waren. Chefredakteur Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer, der auch die Ausstellungen „Menschen, Münzen, Märkte“ und „Peter Rosegger“ wissenschaftlich betreute, war von 1972 bis 2005 voll dabei, ich konnte seit 1966 („Der steirische Bauer“) die Landesschauen begleiten.
Mein persönlicher Gewinn: Ich habe weite Teile der Steiermark kennengelernt, ich bin vielen engagierten, liebenswerten Menschen begegnet.
Mein Wunsch für die Zukunft: Die Regionalinitiativen mögen ebenfalls ein großer Erfolg werden.

Max Mayr

   
Mit vielen Essays hat Spitzenfotograf Prinz Friedrich von und zu Liechtenstein die Landesausstellungs-Sonderhefte der „steirischen berichte“ bereichert. Hier zwei Motive von „Mythos Pferd“ in Piber.