| Ökoregion Kaindorf |
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Begriffe wie Nachhaltigkeit, Bio, Öko werden oftmals strapaziert, dienen bisweilen als Rechtfertigung oder als Ankündigung für vielleicht folgende künftige Maßnahmen. Allerdings hat mittlerweile die Diskussion um den Klimaschutz auch in unserer Denkungsweise in Bezug auf Umwelt eine entscheidende Wende herbeigeführt. Sechs Gemeinden rund um Kaindorf haben sich zu einer Ökoregion zusammengeschlossen. Auch diese Region ist noch im Aufbau und im Entstehen, aber schon die ersten eingeleiteten Schritte weisen deutlich darauf hin, dass es den Betreibern und AktivistInnen dieser Region um mehr als nur ein wenig öffentliche Aufmerksamkeit geht. Zu acht Schwerpunktbereichen Energiesparen, Wohnbausanierung, Heizen/Strom, Abfallwirtschaft, Landwirtschaft, Mobilität, Kaufverhalten und Bewusstseinsbildung, Förderung/Finanzierung wurde jeweils eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die entsprechende Maßnahmen und Lösungsvorschläge einbringt. In einer Gesamtkoordination werden die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppen in Bezug auf die möglichen Umsetzung koordiniert. In den Bereichen Energiesparen, Wohnbausanierung, beim Heizen und der Stromversorgung geht es natürlich um Einsparungsmaßnahmen, um die Senkung des Energieverbrauchs, um die Reduktion des CO2-Ausstoßes. Entsprechende Hilfsleistungen, Förderungsmaßnahmen, Beratungen sollen neben den umweltspezifischen Erfordernissen auch Kosteneinsparungen für die Bevölkerung bringen, wofür die Arbeitsgruppe Förderung/Finanzierung zuständig ist. Ein wesentlicher Faktor, beispielsweise im Bereich der Abfallreduktion, ist das Kaufverhalten. Werden beispielsweise mehr Produkte aus der eigenen Region erworben, fallen schon einmal die Transportkosten und die Umweltbelastung durch den Transport weg. Auch Fragen der Mobilität stehen damit in Verbindung. Wie kann ich unnötige Kilometer mit dem Auto vermeiden? Gibt es entsprechende Fuß und Radwegverbindungen? Welches Angebot an öffentlichen Verkehrsnetzen gibt es? Wie kann es attraktiv und bedarfsgerecht gestaltet werden? Der Schwerpunkt in der Landwirtschaft liegt beim Humusaufbau, hier gilt die Wechselwirkung – mehr Humus bedeutet weniger CO2-Ausstoß. Die Erfahrungen aus diesen Kooperationsprojekten zwischen Gemeinden, Gewerbetreibenden, Landwirtschaft und Bevölkerung sollen auch anderen Regionen zugänglich gemacht werden. Ein wesentlicher Schwerpunkt zum Funktionieren dieser Ökoregion wird die Bildung, vor allem Bewusstseinsbildung, sein. Dann werden Standards folgen und Messbarkeitskriterien, die den Erfolg der Bemühungen nachweisen und augenscheinlich dokumentieren sollen. Seit 1. Jänner 2008 gibt es für die gesamte Region CO2-neutralen Strom. Wichtig für die Abnehmer, es gibt keine zusätzlichen Mehrkosten. Diese Maßnahme allein bringt eine jährliche Verminderung des Treibhausgases CO2 um 8800 t. CO2-neutraler Strom stammt aus Energiequellen wie Wasser, Wind, Sonne und Biomasse. Die Herausforderung für die Ökoregion Kaindorf wird sicherlich die aktive Mitarbeit und Beteiligung der Bevölkerung sein. Ökologisches Verhalten kann man nicht vorschreiben. Man kann es anregen und auf den gegenseitigen Nutzen aufmerksam machen. Die gegründete Ökoregion scheint gewillt, nicht nur kurzfristig ein paar effektive Maßnahmen plakativ in den Raum zu stellen. |
Bürgermeister Friedrich Loidl übernimmt von LH.Stv. Hermann Schützenhöfer und Prof. Kurt Jungwirth die Auszeichnung. |
Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellhinweise) |
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