| „Wohl dir, vergnügtes Volk!“ Auf Schusters Rappen durch die Steiermark im Biedermeier |
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Menschen sind seit jeher aus den unterschiedlichsten Beweggründen unterwegs gewesen. In der frühen Neuzeit reiste man vor allem aus wirtschaftlichen Motiven, während die Reise als Selbstzweck im Sinne einer Weiterbildung und Zerstreuung noch bis weit in das 18. Jahrhundert hinein das Vorrecht der privilegierten und wohlhabenden Bevölkerungsschichten blieb. Erst ab dem beginnenden19. Jahrhundert wurde es einem zunehmend breiteren Publikum möglich, seine nähere und weitere Umgebung in diesem Sinne zu erkunden und kennenzulernen. Gleichzeitig setzte eine regelrechte Flut von Reisebeschreibungen ein, welche die Neugier der Zurückgebliebenen befriedigen, aber auch anreizen sollten. Die Wahl des Fortbewegungsmittels wurde in erster Linie durch die vorhandenen Finanzen bestimmt. Eine eigene Kutsche war teuer, der Postwagen schon um einiges günstiger, allerdings an bestimmte Routen gebunden. Doch viele Vergnügungsreisende, gerade im 19. Jahrhundert, verzichteten überhaupt auf rollende Gefährte, sondern gingen bewusst zu Fuß. Sie wollten damit in bisher unzugängliche Gegenden gelangen und zugleich unmittelbaren und wahrhaften Kontakt zu Land und Leute finden. In der Folge erschienen die ersten Reisebeschreibungen von Fußreisenden, darunter der berühmte „Spaziergang nach Syrakus“ von Johann Gottfried Seume (1802) oder die „Skizzen einer Fußreise“ des Wiener Beamten Joseph Kyselak (1825). Sie alle folgten der Maxime: Die Fußreisen sind die beschwerlichsten, aber auch gewiss die belehrendsten. Bald kamen die ersten Ratgeber auf den Markt, die speziell auf die Bedürfnisse von Fußreisenden abgestimmt waren, so etwa „Der Wegweiser durch Steiermark und die nächsten Länder“ (1843). All diese Erzählungen und Zusammenstellungen geben uns eine Fülle von Informationen über jene Freuden und Nöte, die Wanderer im 19. Jahrhundert in der Steiermark erwarten konnten. Steirische Straßen und Wege |
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| Fotos: Steiermärkisches Landesarchiv | Verwendete Quellen und Literatur: Elke Hammer-Luza: Unterwegs auf steirischen Straßen und Wegen im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert. In: Reisekultur im pannonischen Raum. Kaposvár 2005 (= Internationales Kulturhistorisches Symposion Mogersdorf 2004, Bd. 34), 127–135. Eva Faber: Auf dem Weg zur Adria. In: Forschungen zur Geschichte des Alpen-Adria-Raumes. Festgabe für Othmar Pickl zum 70. Geburtstag, hg. v. Herwig Ebner/Paul W. RothIngeborg Wiesflecker-Friedhuber. Graz 1997 (= Schriftenreihe des Instituts für Geschichte 9), 119–141. |
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