Pilgern Sie zu den Kirchen von Graz und Umgebung |
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Pilgern ist wieder „in“. Suchten in früheren Zeiten die Menschen Kraft und Hilfe in Wallfahrtsorten, von denen Wunder berichtet wurden, geht es heute auch um Innehalten, Besinnung und Meditation. Dazu muss man nicht in die Ferne schweifen – pilgern Sie zu den Kirchen von Graz und Umgebung. Erkunden Sie die Geschichte und Architektur der Gotteshäuser, erfahren Sie die Spiritualität dieser Orte. |
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| Sankt Lukas in Eggenberg. 1971 wurde am Eggenberger Gürtel die Seelsorgestelle Sankt Lukas als Expositur der Pfarre Sankt Andrä eingeweiht. Das Pfarrhaus neben dem Kindergarten beherbergte Gruppenräume, die Pfarrkanzlei und einen Raum, den man für Gottesdienste gestaltete. Erst 1988 gelang es unter Einbindung des mittlerweile verstorbenen Künstlers Othmar Krenn ein Gesamtkonzept zu erstellen, das zu einer der interessantesten Lösun-gen zeitgenössischer Sakralkunst führte. Krenn wählte als Thema für die Raumgestaltung „Das wandernde Volk Gottes durch die Zeit“. Vom Volk Israels zur „Kirche als neuem Volk Gottes“ in das Hier und Jetzt. Kunststoffplanen, die den Raum wie ein Nomadenzelt überspannen, das ewige Licht in Form einer Verkehrsampel, das Weihwasserbecken als Hydrant symbolisieren diesen Wandel. Der mit Metall gefasste Altarstein verweist auf Christus, den Eckstein, auf dem die Kirche aufbaut und der sie zusammenhält. 8020 Graz, Eggenberger Gürtel 76, Telefon (0316) 714848 |
Foto: Attila Mudrák |
| Mariahilferkirche. 1611 wurde unter Ferdinand II. das Kloster der Minoriten und die Kirche Mariahilf nach Plänen des bedeutenden Hofmalers und -architekten Pietro de Pomis errichtet. Die turmlose, mit einem Dreiecksgiebel nach oben abgeschlossene Fassade wurde später von Josef Hueber zur imposanten Doppelturmfassade umgestaltet. Im Inneren der Kirche, am Hochaltar, befindet sich das von Pietro de Pomis gemalte Bild der Jungfrau Maria, wie sie mit ihrem Sohn auf dem Schoß von Engeln in den Himmel emporgehoben wird. Im unteren Teil ist die irdische Welt mit Gefangenen, Kranken und Heiligen. Mariahilf war in der Barockzeit neben Mariazell der bedeutendste steirische Wallfahrtsort. Der Kreuzgang des Klosters und der Minoritensaal, einer der schönsten profanen Barockräume von Graz, sind hervorragend geeignet für die Veranstaltungen des Kulturzentrums bei den Minoriten. Auch das Diözesanmuseum hat hier eine adäquate Herberge gefunden. 8020 Graz, Mariahilferplatz 3, Telefon (0316) 713169 |
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| Kalvarienbergkirche zum Heiligen Kreuz. 1606 ließ der Obersthofmeister Bernhard Walter drei Kreuze auf der Spitze des sogenannten Austeins aufstellen. 1654 baute man die Grabkapelle am Fuße des Hügels. Unter der Führung der Jesuiten, in deren Besitz das Areal war, wurde das Heiligtum erweitert und ein Wallfahrtsweg angelegt. Zugleich wurden bis 1686 sieben Kreuzsäulen am Wallfahrtsweg von der Kirche Mariahilf weg errichtet. Die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts bildete den Höhepunkt des barocken Frömmigkeitslebens am Kalvarienberg. 1660 pilgerte sogar Kaiser Leopold I. zu diesem Passionsort. Die 1668 errichtete größere Ölbergkapelle wurde erweitert und als Hauptkirche mit dem Felsen des Berges als Altarwand ausgebaut. Mit der Einweihung der heiligen Stiege und der Ecce-homo-Schaubühne im Jahr 1723 erfuhr die Kalvarienberganlage ihren Abschluss, es ist das Werk des bekannten steirischen Barockbaumeisters Johann Georg Stengg. Der Grazer Kalvarienberg ist von den mehr als 600 heiligen Bergen und Kalvarienbergen der einstigen Donaumonarchie die älteste derartige Anlage. 8020 Graz, Kalvarienbergstraße 155, Telefon (0316) 682124 |
Foto: Attila Mudrák |
| Mausoleum. Das Mausoleum, 1614 von Giovanni Pietro de Pomis für Kaiser Ferdinand II. (gestorben 1637) gebaut, ist eines der bedeutendsten Baudenkmäler Österreichs aus der Zeit der Übergangsphase von Manierismus zum Barock. Fertiggestellt wurde es von seinem Enkel Kaiser Leopold I., der den damals noch jungen Grazer Johann Bernhard Fischer von Erlach damit beauftragte. 8010 Graz, Burggasse 3, Telefon (0316) 821683-0 |
Foto: Irmgard Kellner |
| Die Stiegenkirche. Die Frühzeit der dem Apostel Paulus geweihten Kirche liegt im Dunkeln. 1343 erstmals urkundlich erwähnt, ist sie sicher eine der ältesten Pfarrkirchen von Graz. Der frühbarocke Bau auf einem südlichen Felsvorsprung des Schloßberges wurde 1631 vollendet. 1588 bis 1784 war sie Klosterkirche der Augustiner Eremiten, die eine gewaltige Klosteranlage errichteten. Nach der Auflösung des Klosters übernahmen die Jesuiten 1886 das Gotteshaus und betreuten es bis 1957. Seit 1957 gibt es für die „Studentenkirche“, wie sie allgemein genannt wird, ein eigenes Kirchenrektorat, um das sich der jeweilige Rektor kümmert. 8010 Graz, Sporgasse 21a, Telefon (0316) 829318 |
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| Die Domkirche. Die spätgotische, dem heiligen Ägydius geweihte ehemalige Pfarrkirche wurde 1130 erbaut und von Kaiser Friedrich III. in der Zeit von 1438 bis 1462 erweitert und umgestaltet. Seit 1786 ist sie Domkirche. Wie bei allen von Kaiser Friedrich III. geschaffenen Gebäuden befindet sich auch im Grazer Dom der Schriftzug AEIOU mit eingravierten oder gemalten Jahreszahlen. Der barocke Hochaltar zählt auf Grund seiner wertvollen Materialien und seiner künstlerischen Gestaltung zu den wertvollsten Österreichs. Von den spätgotischen Fresken sind nur noch Fragmente vorhanden, wie die Christophorus-Darstellungen an den Seiteneingängen oder die Ranken- und Blütendekoration, in der sich Maria mit dem Kind und Heiligengestalten befinden. Die beiden auf Marmorsockeln aufgestellten Reliquienschreine gehören zu den kostbarsten Ausstattungsstücken des Grazer Doms. Das von Conrad Laib geschaffene Altarbild „Kreuzigung im Gedräng“ hat nach vielen Ortswechseln und langer Restaurierung in der Friedrichskapelle seinen Platz gefunden. An der Südwestecke der Außenmauer ist das berühmte „Landplagenbild“ zur Erinnerung an die Gottesplagen Türken, Heuschrecken und Pest, die 1480 über Graz hereinbrachen. 8010 Graz, Bürgergasse 3, Telefon (0316) 821683-0 |
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Die Leechkirche. 1275 wurde mit dem Bau der heutigen frühgotischen Marienkirche von Graz begonnen, nachdem die Ungarn die an diesem Platz stehende, 1202 errichtete Kunigundenkapelle 1255 zerstört hatten. Die Leechkirche ist eines der hochwertigsten frühgotischen Bauwerke Österreichs. Über dem prachtvollen Portal ist das Hauptwerk zu sehen, ein Hochrelief der thronenden Madonna mit Kind. Berühmt sind auch die Glasfenster sowie eine holzgeschnitzte Madonna aus dem späten 15. Jahrhundert auf dem barocken Hochaltar. Herta Mayr (Auszug) |
Foto: Irmgard Kellner |
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